Der Weg ist das Ziel: Die Routenplanung

So – nun wurde es also ernst nach diesem Faschingswochenende. Nun war klar: Man wird dieses Projekt wirklich angehen. Wie es läuft, ob man es tatsächlich schaffen wird – das steht in den Sternen. Aber der Wille, dieses Ziel tatsächlich in die Tat umzusetzen, bis zur Spitze Südafrikas auf zwei Rädern zu reisen – der stand nun fest.

Somit begann es direkt mit der Planung: Auf welchem Weg erreicht man am besten dieses Ziel? Als Optionen boten sich direkt die West- und die Ostroute an. Die Ostroute würde von Deutschland über Österreich, Slowenien und den Balkan bis nach Griechenland führen, von wo aus nach Ägypten übergesetzt werden würde. Weiter über die ostafrikanischen Staaten, ehe man schließlich über Mosambik und Swasiland in Südafrika ankommt. Die Westroute würde über die Westalpenregionen in der Schweiz und Frankreich weiter nach Spanien und Gibraltar führen, ehe man übersetzt nach Marokko. Von hier aus würde man die Westküste runterfahren durch Staaten wie Senegal, Guinea, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Kamerun, Gabun, Namibia und schließlich Südafrika.

Egal, ob man den Ländernamen Südsudan für die Ostroute oder Nigeria für die Westroute liest – bei manchen Ländern kommt man erstmal ins Grübeln ob der Berichte auf den Seiten des Auswärtigen Amtes. „Es wird dringendst davon abgeraten“ – solche Zeilen lesen sich natürlich drastisch.

Recherchiert man weiter auf diversen Reiseblogs, so stellt sich das etwas anders dar: Alles halb so wild, die Einheimischen sind super nett und es herrscht Willkommenskultur. Nigeria kann man zudem anscheinend auf einem „ungefährlichen“ Streifen durchqueren zwischen den Ölplattformen im Süden und Boko Haram im Norden. Außerdem sind die Länder landschaftlich alle sehr reizend. Auch Gambia wurde mir von meinem Vater und einem seiner Freunde aufgrund einer gemeinsamen Reise vor vielen Jahren sehr ans Herz gelegt. Interessant ist außerdem die Auffälligkeit, dass sich viele Reisende im doch sehr touristischen Kapstadt (also nur knapp 250 Km entfernt von unserem Ziel der Südspitze Afrikas) wohl deutlich unwohler gefühlt haben sollen als in vom Auswärtigen Amt sehr abschreckend dargestellten Ländern wie Nigeria oder auch Kamerun. Und auch diese Menschen  haben diese Länder durchquert und Leben noch. Und die haben bestimmt nicht ein solches Organisationstalent wie wir…ok – *ironie off*! Als abschließende Worte: Schau ma mal, dann wiss‘ mas scho 😉

Jannick und ich wollten zudem alles mit dem Fahrrad zurücklegen, so wenig wie möglich „cheaten“. Auf der Ostroute wird man wohl spätestens bei Ländern wie Südsudan mal nach Alternativen suchen müssen. Klar, auch auf der Westroute stellt sich einem die Saharawüste in den Weg, mit hohen Temperaturen, viel Wind und Sand sowie unwirtlichen Bedingungen. Des Weiteren gibt es natürlich hohe Visahürden bei manchen Ländern wie bspw. Ghana oder Kongo, wodurch die Gefahr besteht, einmal „stucked“ zu sein. Aber auch dieses Risiko lässt sich durch vorausschauende Planung und Organisation zumindest minimieren. Und wir starten ja in Deutschland, also erstmal losfahren und der Rest wird sich dann schon ergeben…

So entschieden wir uns dafür, dass wir es über die Westroute probieren werden. Der Klassiker wäre natürlich, über die Schweiz und Frankreich sowie die Mittelmeerküste Spaniens straight runterzufahren. Hinter den Pyrenäen wollen wir uns jedoch die Möglichkeit offen lassen, nicht doch einen kleinen Umweg zu fahren und über die portugiesische Atlantikküste gen Süden zu fahren. Außerdem bietet sich in Angola ein Schlenker südostwärts in Richtung Sambia und der berühmten Victoriafälle an, um über Botswana wieder westwärts nach Namibia zu radeln. Aber allein bis dahin ist es ein noch so weiter Weg – das werden wir wohl letztlich spontan während der Tour entscheiden. Wir waren uns beide einig, dass sich die genaue Route einfach während der Tour ergeben wird. Zu 100 Prozent vorausplanen kann man es in diesem speziellen Fall eh nicht, aufgrund unvorhersehbarer Zufälle und der bereits angesprochenen Risiken, die eintreten können.

So werden wir uns im Rahmen dieser groben Route bei den Details einfach mal überraschen lassen – natürlich auch, um für die Leserinnen und Leser die Spannung aufrecht zu erhalten. 😉

Eine mögliche Route durch Afrika, vorgeschlagen von der App Komoot. Interessant ist die große Breite an Tagen, mit denen Komoot das Bewältigen dieser Route veranschlagt  ©Komoot

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