Über die Metropole ans Meer

Um die eifrigen Leser dieses Blogs direkt zu beruhigen: Mir geht es bereits wieder bestens, das nächtliche Warnsignal meines Körpers war lediglich eine Kombination aus zu wenig Flüssigkeitszufuhr, zu wenig Nahrungsaufnahme, zu viel psychischer Stress aufgrund der unvorhersehbaren Situation und dem extremen Unterschied zwischen alpinfrischem Wind im Oberengadin und schwülheißem Wetter am Comer See über 1.500 Höhenmeter weiter unten.

Der anfangs verregnete und später bewölkte und mäßig-warme Ruhetag auf dem Campingplatz in Domaso war ein Segen. Einfach mal in den Tag reinleben, aufgrund von WLAN auch mal viel Instagram machen und ein Reel vorbereiten sowie die nächsten Tage planen und zwischendrin italienisches Essen genießen und in die Heimat telefonieren. So waren die Akkus am nächsten Tag frisch gestärkt, um weiter nach Süden voranzukommen.

Geplant waren knapp 60 Kilometer den Comer See entlang Richtung Süden, um anschließend in der Nähe von Como bei einem auf der App „iOverlander“ ausgeschriebenen, vielversprechenden Wildcamping-Spot zu schlafen. Angeschriebene Warmshowers-Gastgeber haben sich nicht gemeldet. Bei nur 60 Kilometern und etwas über 500 Höhenmetern sowie wohl lange bewölktem Wetter einigten wir uns auf einen gemütlichen Tagesbeginn. Entspannt starteten wir um 11 Uhr in die Etappe, nachdem wir einige Cappuccino für 1,70 Euro am Campingplatz genossen haben. In leichtem auf und ab ging es die Küste entlang. Viel über die doch nicht allzu stark befahrene Straße, etwas über Küstenwege.

Immer den Comer See entlang.

An einem solchen machten wir nach 10 Kilometern Pause, um einmal (zumindest ich) in den See zu hüpfen sowie das Panorama zu genießen. Im Nordosten sind hinter dem mediterran anmutenden See noch die hochalpinen Berggestalten zu bewundern, von denen wir herkommen. Imposant!

Comer See mit Rückblick auf die Berge, wo wir herkommen.

Über die asphaltierten Wege kamen wir super voran. Nach 35 Kilometern machten wir (bzw. ich) bereits auf dem westlichen Zipfel des auf den Kopf gestellten „Y“ noch einen Badestopp, ehe ich auf mein Handy schaute: Ein Warmshowers-Gastgeber hatte uns mittags spontan doch noch zugesagt. Er wohnt auf halbem Wege zwischen Como und Mailand, 45 Kilometer entfernt. Bis zum Wildcampingspot wären es noch entspannte 25 gewesen. Ich fragte Jannick. Wir waren hin- und hergerissen. Die Bewertungen des Gastgebers waren jedoch überwältigend, von dem großzügigen Abendessen für seine Gäste ganz zu schweigen.

Die Aussicht auf ein umfangreiches Abendessen, Austausch mit einheimischen Italienern und ein Bett zum Übernachten ließen uns schließlich die Strapazen in Kauf nehmen, wodurch aus geplanten 60 Kilometern doch wieder 80 wurden. Zudem kam noch die Sonne heraus, wodurch die Hitze schnell wieder spürbar wurde.

Entlang der Küste in eindrucksvoller Landschaft gingen die Kilometer jedoch weiterhin schnell dahin und in nullkommanichts waren wir bereits in Como am Südende des Sees. Hier lag ein McDonald’s quasi auf dem Weg. Ein verlockendes Ziel für eine Stärkung, dem wir nicht widerstehen konnten. Zumal ich einem guten Freund eh versprochen habe, in jedem Land möglichst einmal zum McDonald’s zu gehen und ihm Auffälligkeiten zu berichten. Aus Como kann ich berichten, dass es tatsächlich Alkohol zu bestellen gab. In Anbetracht der verbleibenden 25 Kilometer bis zum Ziel mit einem markanten Anstieg ließ ich natürlich brav die Finger davon 😉

Frisch gestärkt nahmen wir den Hügel in Angriff, der in der Nachmittagssonne durchaus als anstrengend zu bezeichnen war. Immerhin zogen im weiteren Verlauf nach einer weiteren Einkaufspause im italienischen Lidl Wolken auf, die den Endspurt der Etappe deutlich angenehmer gestalteten. Um 18:30 Uhr und 81 Kilometer nach Start waren wir schließlich angekommen im lombardischen Dorf Sovonna.

Unser Gastgeber und seine Mutter sprachen lediglich gebrochenes Englisch, doch es reichte zur Verständigung. Nach „warmer Dusche“ gab es vorzügliche Pasta mit selbstgemachtem Basilikumpesto. Als Nachtisch gab es dazu noch Pistazieneis, wir waren mehr als satt.

Überrascht war ich zudem, als die Mutter des Gastgebers erzählte, dass sie meine Heimat sehr gut kenne, da sie dort im August 2015 Urlaub gemacht habe. Sie konnte jedoch schwer auf Englisch ausdrücken, wo genau sie übernachtet hat: „I have been in a church there were many tourists…white church?!“ Ich war zunächst ratlos, während sie bekräftigte: „Very many tourists.“ Schließlich fiel der Groschen: „Ahhh! You mean ‚Wieskirche‘! That’s only 15 Kilometers from my home village!“ Wieder ein klassischer Fall davon, wie klein die Welt eigentlich ist…

Nach den üblichen Diskussionen und Tipps zu möglichen Zwischenstopps und Empfehlungen auf der Weiterreise waren wir doch schon zeitig um 22 Uhr am Schlafen. Aufgrund erneut geplanter, entspannter 50 Kilometer einmal durch den Ballungsraum von Mailand haben wir uns keinen Wecker gestellt. Wie nötig wir noch den Schlaf hatten, zeigten die über 10 Stunden, die wir anschließend unsere Träume pflegten.

Am Morgen hatte unser Gastgeber bereits ein Frühstück hergerichtet mit verschiedenen Müslivariationen inklusive Honig, Milch, Mandeln, Samen etc. Ich griff zielstrebig zu den Hafeflocken anstatt Cornflackes. Der Gastgeber kommentierte: „I will never understand how anybody can prefer these cereals.“ Ich antwortete mit leicht erhobenem Zeigefinger: „The other cereals are sweeter, but I prefer the healthier ones.“ Der Gastgeber musste lachen.

Während dem Frühstück wurde dann eine Hiobsbotschaft vermeldet: Die Mutter berichtete von einem „flat tire“ an Jannicks Fahrrad – uff. Nach ca. 1.000 gemeinsamen Kilometern also die erste Panne! Tatsächlich! Beim Begutachten des Schlauchs zeigte sich das schuldige Loch auf Felgenseite, verursacht durch eine Aufrauung der Felge, welche wohl am Schlauch gerieben hat. Der Gastgeber reparierte großzügig und zuvorkommend das raue Felgenstück, ehe Jannick einen neuen Schlauch einlegte und das Hinterrad wieder verbaute. Aufgrund von mehreren bereits kleineren Rissen in diesem Bereich des Schlauches, die früher oder später wieder für einen „Platten“ gesorgt hätten, entschied Jannick sich gegen Flicken. Der Schlauch wurde entsorgt – R.I.P.!

Erste Reparatur der Tour.

Nach dem Zwischenfall kamen wir wiederum erst kurz nach 11 Uhr los. Jedoch war die Etappe diesmal wahrhaft entspannt, auch ohne wirkliche Höhenmeter einmal durch Mailand rollen bis zu einem Wildcampingspot im Süden, den wir wiederum über iOverlander entdeckt haben, sofern nicht kurzfristig doch noch ein Warmshowers-Gastgeber zusagt. Spoiler: Diesmal war das nicht der Fall!

Mein Vater hatte mir bereits einen großen Kontrast vom grünen Umland zum zugebauten Speckgürtel Mailands versprochen. Zudem machten wir uns auf Stress im Mailänder Stadtverkehr gefasst. Bis dahin gingen die Kilometer durch die Landschaft recht locker dahin. Auch mit einem Jannick, der immer besser reinkommt ins Kilometermachen und locker im selben Tempo dahinfährt, sind wir im Nu im Mailänder Einzugsgebiet, wo die Fahrradwege erstaunlich gut ausgebaut sind. Auch der Verkehr war bei kurzen Passagen über die Straße überschaubar, sodass wir erstaunlich stressfrei ins Zentrum gelangten.

Der Speckgürtel ist zudem erstaunlich klein, erst auf den letzten fünf bis zehn Kilometern wurde es merklich städtischer. Alles in allem sehr entspannt. Beim Posieren für Fotos am Mailänder Dom machte sich Glücksgefühl breit: Einen Monat unterwegs, gestartet in Flensburg, jetzt stehen wir hier im Herzen der italienischen Modemetropole. Unglaublich! Abgerundet wurde der Besuch des Zentrums natürlich von einem kurzen Schiebespaziergang durch die Galerien von Vittorio Emmanuele. Unsere vollgepackten Räder vor Gucci, Prada und Co. – das hat seinen eigenen Vibe inmitten der Touristenströme.

Duomo di Milano

Aus Angst vor etwaigem Diebstahl entfernten wir uns nach einigen Bildern jedoch zügig jedoch wieder aus dem Zentrum und genossen „La Dolce Vita“ in einem Café etwas abseits. Heute ist ein richtiger Genusstag! Bis zu unserem auserkorenen Spot sind es eh nur noch gemütliche 20 Kilometer.

Prada? Ich nehm lieber das Reiserad.

Ohne viel Autostress ging es entlang eines Kanals inklusive Lidlstopp für Snacks am Abend wieder südwestwärts raus aus der Metropole. Ciao, Milano!

Über kleinere Vororte und eine etwas belebtere Straße führte uns der Weg schließlich zu dem auf iOverlander eingestellten Spot 200 Meter neben der Straße am Rande des südlichen Mailänder Naturparks. Zugewuchert und versteckt an einem kleinen Tümpel, nur so vor Mücken wimmelnd. Ich konnte mich gar nicht schnell genug mit Autan einschmieren, ehe die Biester mich schon zerlegten. Aus diesem Grund schlug ich im Gestrüpp mein Zelt auf, während Jannick unter dem Sternenhimmel schlief. Unsere Wasservorräte waren begrenzt, jedoch befand sich direkt in der Nähe noch ein kleiner Bachlauf. Perfekte Gelegenheit, um mal meinen Wasserfilter auszutesten. Gleich dreimal stillte ich meinen Durst mit gefiltertem Bachwasser. Ergebnis: Natürlich musste ich nicht nochmal mich übergeben, der Filter scheint also zu funktionieren 😊

Die Sonne ging fast feuerrot hinter der Böschung unter – ein wahrhafter Platz mitten in der Natur, obwohl die Straße deutlich hörbar war. Hinzu kam das Grillenzirpen nach Sonnenuntergang. Vorsichtshalber machten wir vor dem Schlafen alle Taschen zu, da sich wirklich überall Viecher, auch Nacktschnecken, tummelten.

Sonnenuntergangsstimmung.

Ich war aufgrund von Straße und Grillenzirpen jedenfalls froh um meine Ohrstöpsel, die Jannick leider nicht dabei hatte. Er lag bis zwei Uhr nachts wach aufgrund der vielen Naturgeräusche. Im Nachhinein erzählte er mir, dass sehr wahrscheinlich wohl noch ein Wildschwein vorbeigerannt ist, wovon ich nichts mitbekommen habe im Land der Träume.

Dementsprechend war Jannick am nächsten Morgen bei traumhaftem Sonnenaufgang mitten in der Natur sehr übernachtigt.

Goldener Sonnenaufgang in der Natur.

Half jedoch wenig, wir mussten den Wildcampingspot natürlich schnell wieder räumen und weiter. 140 Kilometer sind es bis zum Meer, dem nächsten großen Sehnsuchtsziel nun nach Mailand. Der Plan war, einfach mal loszukommen und zu schauen, wieviele Kilometer man schon davon wegmachen könne.

Die Fahrt könnte man, übertragen auf die Fahrschule, als die klassische Überlandfahrt deklarieren. Viel grüne Landschaft und landwirtschaftliche Flächen neben der Straße, unterbrochen immer wieder von so manchem italienischen Dörfchen mit einer Atmosphäre, wie es in den Reiseführern beschrieben wird. Einmal durch das lombardische Hinterland südlich von Mailand. Unangenehm war die schwüle Hitze von knapp 35 Grad, die uns ordentlich schwitzen ließ – trotz fehlender Höhenmeter. Angenehm wiederum waren die vielen Italiener, die uns ansprachen und fragten, wo wir herkommen und wohin die Reise geht. In Deutschland haben wir allenfalls verstörte Blicke für unsere vollbepackten Räder kassiert. Doch eine etwas offenere Kultur hier. Interessant war der Moment, als Jannick erzählte, er käme aus Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Die Reaktion: „Ah Rhineland-Palatinate! I have been in Rüdesheim, it’s so beautiful there!“ Da musste ich mich einmischen: „Of course. I can confirm it, just three weeks ago I have been cycling there!“ Wieder so eine nette Anekdote…

Da war es fast eine willkommene Abkühlung, als Komoot uns einmal über einen von einem Bachlauf überfluteten Weg leiten wollte: Einmal Latschen an und mit dem Fahrrad durchs kniehohe Wasser waten. Die Ortlieb-Taschen haben diesen Wasserdichtigkeitstest übrigens überzeugend bestanden 😉

Wasserdichtigkeitstest.

Bei einer weiteren Pause an einem kleinen Brunnen wurde dieser kurzerhand als Dusche umfunktioniert, um etwas Abkühlung zu bekommen.

Das tut so gut…

Nachmittags bot sich nach bereits über 60 Kilometern eine Pause bei McDonald’s an, der wieder einmal quasi auf dem Weg lag. Ein McFlurry Pistazie gab die nötigen Carbs, um noch ein bisschen weiterzufahren am späten Nachmittag, unterbrochen wiederum von der klassischen Lidl-Pause mit verblüffend niedrigen Preisen. Insbesondere die 500 Gramm Packung Pfirsiche für 1,50 Euro – da wurde kräftig zugeschlagen. Auch ein super Obst bei dem Wetter.

Nach diesem Stopp fuhren wir noch gute 10 Kilometer weiter. Mittlerweile war es nach 18 Uhr. Wir hielten Ausschau nach einem Platz zum Übernachten. Ein Vielversprechender war jedoch Privatgelände. Sonst gab es wenige versteckte Ecken rund um die Straße, sodass wir es über einen Forstweg in dem Wald neben der Straße probierten. Hier fanden wir etwas neben dem Forstweg eine kleine, mit Dornen zugewucherte Fläche über einem großen Tümpel. Es wimmelte daher vor Mücken. Innerhalb von zwei Minuten hatte ich locker über zehn Stiche, als ich mein Campingmesser zückte, um den Platz zumindest notdürftig etwas „freizusensen“. Leider senste ich mir dabei noch in das eigene Schienbein. Ein stark blutender Cut war die Folge. Ich lernte auf die harte Tour kennen, wie scharf so ein Campingmesser sein kann. Tja – wenn’s läuft, dann läuft’s.

Das Schlamassel schien real, als ein Familienmitglied vom am Ende des Forstwegs ansässigen Bauernhof uns entdeckte: „Do you search a place for sleeping?“ Etwas peinlich berührt bejahten wir. „Oh please – you don’t have to sleep here. Come to us – there it’s much better.“

Fast ungläubig vor unserem Glück nahmen wir das Angebot natürlich an. Es wurde gar angeboten, uns inklusive der Fahrräder im Pickup mit zum Bauerhof zu nehmen. Die 200 Meter konnten wir jedoch noch getrost selbst zurücklegen.

Wir bauten auf herrlich großer Wiese oben unser Zelt auf und genossen einen doch noch versöhnlichen Abend. Obendrein durften wir uns vom hauseigenen Feigenbaum bedienen und uns wurde ein eigens gebrauter Schnaps angeboten. Diesmal wirklich: Ende gut – alles gut!

Am Ende wird alles gut.

Mit süßen Träumen vom Meer, das wir am nächsten Tag erreichen sollten, schliefen wir entspannt ein und ließen es am nächsten Tag entspannt angehen.

Na ja – vielleicht etwas zu entspannt bei der Hitze. Die Zeit lief davon und es war bereits halb 11, ehe wir überhaupt loskamen. Zwischen uns und dem Mittelmeer stellte sich noch der lingurische Apennin in den Weg, ein Ausläufer der lingurischen Alpen im Westen. Gleichzeitig stellt er das nordwestliche Ende des Apennin-Gebirges dar, das sich einmal nach Südost durch Italien erstreckt. Die Erhebungen konnte man bereits am vorherigen Tag in der Ferne sehen.

Daher kamen dann auch die 800 Höhenmeter auf 65 Kilometer, die Komoot uns berechnete. Zunächst ging es allenfalls gemächlich bergauf mit obligatorischer Cappuccino-Pause.

Nach dieser Pause gab es noch einige Kilometer Gnadenfrist, ehe der Weg anzog. Begleitet von sengender Hitze pedalierten wir vor Schweiß triefend den Anstieg hoch. Umrahmt jedoch von malerischen italienischen Dörfern am Berghang, was das ganze etwas erträglicher machte.

Lingurische Idylle.

Ausgehend von etwa 180 Metern Seehöhe zu Beginn ging es auf über 550 Meter hoch. Kühler wurde es jedoch kaum 😉

Dennoch blühte ich bei den netten vier bis fünf Prozent durchschnittlicher Steigung richtig auf und konnte Tempo bis oben machen, ehe ich mich beim Warten auf den tapferen, von leichtem Muskelkater in den Oberschenkeln geplagten Jannick wieder erholte. Kurze Abfahrt und anschließend ein zweiter, etwas kürzerer Aufstieg. Oben beim Warten auf Jannick dann die nächste Hiobsbotschaft: Trotz neuer Schrauben gab auch mein Ständer nach, wohl eine Sollbruchstelle aufgrund von zu viel Gewicht bei den Schrauben. Die Hälfte der Schrauben steckt noch im Gewinde. Das wird schwierig zu fixen, aber mal schauen. Die guten, alten Ständerprobleme. Wenn man sie doch wenigstens nur im nicht existenten Liebesleben hätte…ich lasse mir die positive Stimmung aufgrund des nahenden Meeres nicht verderben.

Mit den Höhenmetern war es das dann auch: Ab jetzt gab es eine rauschhafte Abfahrt von über 450 Metern bis nach Genua auf Meereshöhe. Am Meer! Leider hatten wir bis zuletzt nur wenig Meerblick. Stattdessen viele wilde Autofahrer und radunfreundliche Straßen. Der erste Eindruck von Genua war zudem eher heruntergekommen und nicht gerade schön anzusehen. Wie dem auch sei, vielleicht täuscht sich ja der Schreiber dieses Blogs und lernt am Ruhetag in Genua noch die schönen Seiten kennen, die beim einmal schnell durchfahren im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Strecke“ blieben 😉

Immerhin war ein Lidl auf dem Weg, wo wir uns wiederum mit Snacks eindeckten. Bei einem Preis von unter drei Euro konnte ich einem halben Liter frisch gepresstem Orangensaft – insbesondere bei der Hitze von 34 Grad, nicht wiederstehen 🍋.

Am Ende des wilden Ritts durch Genua erhaschten wir schließlich einen ersten Blick aufs Meer, bevor nach einigen Höhenmetern weg vom Meer endlich der Campingplatz am Stadtrand von Genua erreicht war. Nach vier Tagesetappen vom nördlichen Comer See bis ans Mittelmeer war nun ein Ruhetag mehr als verdient. Eine erste Badesession im Meer wartet! Und der Eindruck von der Küstenstadt will ja noch verbessert werden…

Für die Statistikfreaks: Mit der Tour zum Mittelmeer wurden die 2.000 Kilometer seit Flensburg geknackt. Es war der 26. Etappentag und seit genau fünf Wochen bin ich nun am Weg. Als nächstes Ziel wird nun die Côte d’Azur ins Visier genommen. Aber erstmal einen Tag ausspannen…

P.S. Während ich diesen Blog fertigschrieb, war ich natürlich mal wieder um 7 Uhr wach als Morgenmensch (ganz im Gegensatz zu Jannick) und konnte einer kleinen Schwimmrunde im Sonnenaufgang unten am Meer nicht widerstehen. Das Eintauchen hatte etwas von der Definition von „Glücksgefühl“. Diese Küste wird uns also nun die nächsten knapp 1.000 Kilometer bzw. mindestens zwei bis drei Wochen begleiten bis Barcelona…

Traumhafter Morgen.

Hinterlasse einen Kommentar