Wir schreiben den zweiten Tag des Jahres 2025 – nach dem Neujahrstag in Form des internationalen Erholungstages ist das Radreisejahr 2025 nun offiziell eröffnet – die verbleibenden 12.000 Kilometer bis zum Ziel in Südafrika nehmen ihren Anfang mit der Ausfahrt aus der Millionenmetropole Dakar, um wieder in ländlichere Gebiete zu kommen.

Da Jannick und Lucas länger ausschlafen wollten, machten Christel und ich uns zu zweit auf den Weg nach dem Frühstück. Als ich noch einen Besuch beim Decathlon unternehmen wollte, und daher einen Umweg fuhr, trennten wir uns. Dieser Umweg war freilich umsonst: Hier gibt’s kein Gas im Decathlon. Na ja, so wirds halt hin und wieder nichts mit dem Morgenkaffee…

So quälte ich mich im Alleingang aus der Großstadt mit ihrem verrückten Verkehr. An stellenweise vierspurigen Straßenkreuzungen sowie zahlreichen Gabelungen zwischen Hauptverkehrsrouten war höchste Konzentration gefragt.

Das Problem: Selbst wenn man mal von der Halbinsel runtergefahren ist, so bleibt der Verkehr auch in den südöstlichen Vororten weiterhin chaotisch. Nach 35 Kilometern auf den überfüllten Straßen hatte ich genug und machte an einem ruhigen Strand hinter dem Ort Rusfique Pause. Aufgrund des heißen Wetters entschied ich mich, spontan mitsamt meiner Klamotten einmal ins kühle Nass einzutauchen. Nasse Kleidung sollte ein wenig länger kühl halten. Da in WhatsApp niemand auf meine Frage der Standorte der Gruppenmitglieder reagierte, pedalierte ich anschließend erst einmal fröhlich weiter.

Perfekt für eine Erfrischung.

Bei einem kurzen Schlenker ins Landesinnere frischte der Gegenwind deutlich auf – hieran werden wir uns gewöhnen müssen. Da wir ja nun verstärkt nach Südosten bis Osten fahren und der Wind hier normalerweise aus Nordosten kommt aufgrund des Passatwindes, werden wir es nun häufiger mit Seiten- und Gegenwind zutun bekommen. Danke vielmals, du verfluchte Corioliskraft! Das Gute: Wir kommen immer südlicher, und mit jedem Kilometer in Richtung Äquator wird die verantwortliche Corioliskraft und damit auch der Passatwind schwächer – dann beschäftigt uns eher bald das Thema der Regenzeit…

Nun ja – im Hier und Jetzt machte ich nach einigen Gegenwindkilometern und dem erlösenden Schlenker nach Süden eine kurze Pause. Leider war das Restaurant am Straßenrand bereits um 15 Uhr zu, sodass frisches Obst vom Markt im vorherigen Ort ausreichen musste.

Apropos Ernährung: Hier werde ich mich disziplinieren müssen, da wir in Form eines gemeinsamen Neujahrsvorsatzes eine gruppeninterne Challenge eingeführt haben: Keine hochverarbeiteten Lebensmittel mehr (Stufe 4). Damit fallen auch die geliebten Doppelkekse weg. Ausnahmen bilden hierbei der Restaurantbesuch sowie Streetfoodmärkte, um regionale Spezialitäten auszuprobieren. Es bezieht sich also vor allem auf den Einkauf von Snacks.

Ein Blick aufs Handy verriet mir schließlich, dass Jannick und Lucas wohl ziemlich verpennt haben und erst um 14 Uhr losgekommen sind, während ich bereits 50 Kilometer gefahren bin. Ok – ich freundete mich mit dem Gedanken an, bei der nächsten Schlafplatzmöglichkeit Feierabend zu machen. Das war jedoch gar nicht so einfach, weil die Gegend weiterhin besiedelt und hektisch war, der Einzugsbereich von Dakar ist groß.

Als ich bei einer Tankstelle Wasser kaufte, fragte ich mangels Wildcampingalternativen schließlich nach Erlaubnis des Zeltaufbaus für eine Nacht. Der Tankstellenwart gab mir ohne Zögern die Erlaubnis, ich solle jedoch mit dem Aufbau warten, bis die Nachtwache kommt. Als Überbrückung brachte er mir einen Stuhl zum Warten.

Ich machte also Feierabend und genoss die Erholung in Schattenlage nach 53 Kilometern. Es war auch besser – leider habe ich an diesem schweißtreibenden Tag doch viel zu wenig getrunken. Das in Kombination mit der Hitze und dem volle Aufmerksamkeit erfordernden Verkehr sorgte bei mir doch für einen nicht zu leugnenden Erschöpfungszustand.

Nach einiger Wartezeit kam von Christel ein Lebenszeichen: Wegen der Hitze gab ihr Handy den Geist auf, sie musste eine größere Pause einlegen, um das Gerät zu reparieren, wäre aber bald bei mir.

Schließlich traf Christel dann kurz vor Sonnenuntergang bei mir ein. Als sie einen kleinen Spaziergang hinter der Tanke unternahm, fand sie eine geschützte Fläche in ca. 100 Metern Entfernung, etwas ruhiger und weiter weg von der durchgängig lauten und stark befahrenen Straße.

Der Schlafplatz am nächsten Morgen.

Nach Rücksprache mit dem Tankwart zogen wir spontan um (gut, dass ich noch nicht ausgepackt habe) und stellten im letzten Licht das Zelt auf. Erwartungsgemäß trafen Lucas und Jannick nicht mehr ein, wäre auch zu gefährlich gewesen im Dunkeln auf diesen Straßen. Da sie jedoch an einer Tankstelle schliefen und um 8 Uhr gehen mussten, versicherten sie, dass wir ohne große Verzögerung loskommen sollten bei nur 14 Kilometern Rückstand.

Am nächsten Morgen kam schließlich jedoch dazwischen, dass Jannick das erste Mal seit Lissabon mal wieder einen Platten hatte. Das kostete wertvolle Zeit, sodass Christel und ich doch lieber in den nächsten Ort Diasso weiterfuhren, um dort bei einem Snack zu warten.

Bei Losfahrt begrüßte uns wieder ein strammer Gegenwind. Zudem wurde es zwar ländlicher, das Radfahren jedoch nicht weniger anstrengend. Die Autofahrer benehmen sich hier nämlich wie die berühmte gesenkte Sau. Autos von der Gegenfahrbahn überholen ohne Rücksicht auf Verluste (bzw. Radfahrer). Auf der engen Landstraße darf man dann schön auf den Rand neben der Straße ausweichen, um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Schlimm sind außerdem die Minibusfahrer, die sich mit dreimaligem Hupen von hinten ankündigen, frei nach dem Motto: „Aus dem Weg, ich will hier mal eben durch!“ Sofern man auf sein Recht auf ein kleines Stück Asphalt am rechten Fahrbahnrand pocht und nicht auf den Rand ausweicht, so fahren diese bei Gegenverkehr ohne auszuscheren mit ca. 15 Zentimetern Abstand an einem vorbei. Wahrlich nichts für schwache Nerven, hier zu fahren. Gottseidank ist man mittlerweile abgehärtet…

In dem nächsten Ort machten wir schließlich die geplante Rast. Vermutlich aufgrund des Gegenwindes zog sich diese über eine Stunde, ehe Lucas und Jannick schließlich zu uns aufgeschlossen haben. Immerhin versüßten uns Einheimische die Wartezeit, indem sie uns ein paar Stücke Wassermelone in die Hand drückten. Wie süß und vor allem auch eine gute Quelle zur Hydrierung!

Ein nettes Geschenk!

Gemeinsam machten wir uns also weiter auf den Weg. Aufgrund der schlechten Windverhältnisse wollten wir es bei maximal 50 Kilometer belassen – man muss sich ja nicht stressen an einem schlechten Tag.

Geplant war ein Schlenker zurück zur Küste zum vielfach empfohlenen Touristenort Saly Portudal. Auf iOverlander war ein Strand eingezeichnet, wo man wohl auch zelten kann – vielleicht ja unser kommender Schlafplatz.

Nach Passieren des Bandia-Reservats bogen wir bald wieder ab in Richtung Küste. Die Safari in jenem Reservat ließen wir aus. Zwar kann man Zebras, Krokodile und andere Tiere hier aus nächster Nähe beobachten, gleiches gilt jedoch auch für das Fathala-Reservat unweit der Grenze zu Gambia.

Bei der Hitze war uns sowieso erstmal mehr nach Abkühlung am Strand, wodurch wir auf direktem Wege den möglichen Übernachtungsplatz aufsuchten. Hier erwartete uns ein traumhafter, fast karibischer Sandstrand am türkisen Meer. Auf Nachfrage durften wir dann sogar ohne Gebühr am Strand zelten, auch wenn der Ansprechpartner am Strand uns natürlich erstmal eine Übernachtung bei sich auf dem Restaurantgelände verkaufen wollte – nein danke!

Karibikflair.

Wir entschieden einstimmig, es bei den etwas über dreißig Kilometern zu belassen und den Rest des Tages mit Strandliegen und Schwimmen zu verbringen – was für ein malerischer Ort!

Unterbrochen wurde der entspannte Nachmittag lediglich von einem Besuch beim Supermarkt nebenan. Durch mein fehlendes Gas für den Kocher ist die Ernährung durchaus eine Herausforderung – und teuer. Honig und Nüsse kosten hier durchaus ihr Geld, vor allem wenn es sie nur als Importware gibt…aber immerhin spare ich mir ja jetzt das Geld auf Doppelkekse😉

Sonnenaufgang aus dem Zelt.

Am Abend bauten wir schließlich unsere Zelte am Strand auf und hofften, dass der Abstand zum Wasser ausreicht, um die Flut unbeschadet zu überstehen. Beim Begutachten am nächsten Morgen zeigte sich: Da hat nicht viel gefehlt, dass das Zelt unter Wasser gestanden hätte – Glück gehabt!

Man gut sehen, bis wohin das Wasser in der Nacht vorankom.

Erleichtert packte ich mein Zeug zusammen und war nach einem morgendlichen Bad im Meer abfahrbereit – ebenso war Christel aus unserer Vierergruppe dem Start sehr nahe.

Die anderen beiden waren als bekennende Nicht-Morgenmenschen hiervon noch weit entfernt, sodass Christel und ich schon einmal vorfuhren und gegebenenfalls früher Schluss machen.

Weg von dem ruhigen Strand ging es also rein ins rege Treiben des touristischen Ortes Saly Portudal, dem sich gleich die 200.000-Einwohner-Stadt M’bour anschloss. Der Verkehr war dementsprechend wild. Ohne Verzögerung nur raus hier, wieder in ruhigere Gefilde!

Aufgrund des weitläufigen Deltas des Saloum-Flusses, übrigens ein eigenes Nationalparkgebiet, mussten wir ab M’bour einen Schlenker ins Landesinnere nach Osten bis zum nächsten größeren Ort Fatick fahren. Das bedeutete neben weiterhin stressigem Verkehr auf der engen Landstraße vor allem eines: Gegenwind!

Für meine Begriffe war er jedoch auszuhalten, mit immerhin 16 Stundenkilometern kam man voran. Die immer grüner werdende Landschaft wurde immer mal wieder von kleineren Orten unterbrochen, wo dann jedoch gleich hektisches Treiben herrschte. In einem ausnahmsweise ruhigeren Restaurant wurde nach 30 Kilometern Rast eingelegt. Hier gab es leckeren Jus de Bissap. Da dieser im Restaurant erlaubt war, bestellte ich mir gleich deren drei – ganz zu schweigen davon, dass dieser hier regional vor Ort produziert wurde und daher auch meines Wissens nach nicht Verabreitungsstufe 4 ist, im Gegensatz zum Supermarkt 😉

Dir Landschaft entlang der Straße.

Auf Nachfrage in der WhatsApp-Gruppe gab es dann doch eine kleine Überraschung: Lucas und Jannick haben einen Beach-Gym gefunden und im „Pumpwahn“ komplett die Zeit vergessen und waren gerade erst auf dem Weg.

Ok – das Motto konnte nun nur lauten, noch ein bis zwei Stunden zu fahren und dann Feierabend zu machen, damit die anderen aufholen können. In immer grüner werdender Savannenlandschaft waren Gegenwind und Verkehr auszuhalten. Mögliche Orte zum Campieren fanden sich reichlich, doch zumindest über 50 Kilometer sollten es dann doch noch sein, ehe um halb 4 nach 56 Kilometern Schluss gemacht wurde ein paar hundert Meter hinter einem der kleinen Dörfer.

Umgebung des Wildcampingplatzes.

Wie üblich liefen an unserem Lager überall fleißig Ziegen herum. Auch Esel mussten in der Nähe sein, deutlich hörbar. Mittlerweile war man hier an tierische Begleitung beim Wildcampen jedoch gewöhnt und schlug unbeeindruckt sein Zelt auf.

Erwartungsgemäß schafften es Lucas und Jannick leider nicht mehr, zu uns voranzukommen. Bei dem Verkehr ist das Radfahren nach Sonnenuntergang dann doch einfach zu gefährlich…das gleiche Spiel wie am Tag davor eben😉

Aufgrund unserer unterschiedlichen Aufstehzeiten einigten wir uns darauf, dass Christel und ich einfach normal losfahren und einfach früher Schluss machen, damit die beiden Eulen bis zum Abend die Lerchen wieder eingeholt haben.

So ließen es Christel und ich nach Aufwachen um halb 8 (im Zelt passt sich mein Körper normal dem Tageslicht an)  bei ausgiebigem Haferflockenfrühstück (das nun absolute Hauptnahrungsmittel meinerseits) betont ruhig angehen. Trotz entspanntem Tagesstart waren wir um halb 10 schließlich abfahrbereit und machten uns auf den Weg ins ca. 15 Kilometer entfernte Fatick, das dann auch das Ende der ca. 60 Kilometer langen Ostwärtspassage mit Gegenwind darstellte.

Das Zweierlager in der Früh.

Zwischendrin wurde bei einem der häufigen Streetfoodstände ein weiteres Omelett-Sandwich verköstigt sowie ein Kaffee getrunken (leider ist der Streetfood-Kaffee hier immer mit viel zugesetztem Zucker – aber ist halt die regionale Variante 😉).

Nachdem wir Fatick passierten, bog der Weg schließlich nach Süden ab – das bedeutete erstens Rückenwind und zweitens den Beginn des Nationalparkgebietes des Saloum-Deltas. Riesige augestrocknete Flussbette waren hier aufgrund der aktuellen Trockenzeit zu bewundern. In der Regenzeit steht das hier normal alles unter Wasser…

Alles so gut wie leer.

Durch Feuchtgebiete und vereinzelte Mangroven schlängelte sich der Weg Kilometer um Kilometer bis zur Pont de Foundiougne vor gleichnamiger Ortschaft. Das Passieren dieser Brücke bedeutete auch die einzigen ernsthaften Höhenmeter dieser Tour. Von oben hatte man im Gegenzug einen super Blick über das Deltagebiet mit seinen vielen Feuchtgebieten – nach der Wüstendurchquerung sind diese Eindrücke ein wahres Geschenk.

Blick von der Brücke.
Die Brücke im Rückblick.

Imposant waren zudem die vielen Baobab-Bäume, die mit mächtigem Erscheinungsbild immer wieder den Straßenrand säumten. Manchmal komme ich fast in Versuchung, auf einen hochzuklettern und mir etwas von der Frucht zu stibitzen, soll ja ein wahres Superfood sein – also genau richtig für die Challenge😉

Immer wieder Baobab-Bäume am Straßenrand.

Aufgrund des Rückstandes der beiden Mitreisenden war der Plan ursprünglich, in Foundiougne nochmal eine große Mittagspause einzulegen. Aufgrund des Wochentages (Sonntag) waren auf dem Dorf aber so gut wie alle Restaurants und Streetfoodstände geschlossen.

Als dann von Jannick auch noch die Meldung kam, dass es ihm mit Magendarmproblemen (jaja, das Streetfood kann auch seine Tücken haben) nicht so gut ginge und wir nicht mehr weit fahren sollten, wurde an einem der wenigen offenen Stände etwas Obst in Form von Bananen und Orangen als Mahlzeit eingekauft.

Nach Verlassen des Ortes wurde dann nach einem Wildcampingspot Ausschau gehalten, um entspannt die Zeit genießen und die anderen aufholen lassen zu können.

Ein Blick auf die Karte verriet, dass in wenigen Kilometern ein weiterer Zweig des Saloum-Deltas passiert werden sollte. Vielleicht bietet sich ja hier ein guter Ort an…

Schnell war der entsprechende Zweig des Flusses erreicht. Hier zeigte sich am Ufer aufgrund der Trockenzeit und des zurückgehenden Wassers ein wahrer Salzstrand (aufgrund der Mündung in den Atlantik beinhaltet der Fluss auch hier eine Mischung aus Süß- und Salzwasser). In Form einer Lagune präsentierte sich dieser Ort fast paradiesisch. Hier wurde also um bereits halb 3 nach wieder genau 56 Kilometern Feierabend gemacht. Kein schlechter Ort, um auf die anderen zu warten und die Seele baumeln zu lassen.

Schnell das Lager aufgeschlagen und die Zeit genossen.

Einem erfrischenden Bad in dem „Salzsee“ konnte man dann aber doch nicht widerstehen. Auch, wenn ich vorher lieber mal googelte, ob in dem Nationalpark auch Krokodile vorkommen…aber dann wäre unser Zeltplatz neben dem Ufer auch gar nicht mal so ungefährlich 😉

Habe keine Krokodie gesehen…

Tückisch war beim Einstieg ins Wasser zudem wieder der sumpfige Untergrund, der einen bei einem falschen Tritt gerne mal einige Zentimeter einsinken ließ. Aber egal – diesmal musste ich ja kein Fahrrad durchschleppen 😉 Übrigens der 9. Badetag in Folge – nimm dich in Acht, Vater!

Nach einem Nachmittag voller Sonnen und Baden kamen abends schließlich die anderen beiden nach, sodass wir wieder zu viert waren.

Das blieb jedoch nicht lange so, da sich unsere Tag-Nacht-Rhythmen einfach zu sehr verschoben haben. So war ich trotz entspanntem Frühstück um halb 10 abfahrbereit, während bis auf Christel die anderen noch in ihren Zelten verweilten. Wieder einmal wurde sich daher auf ein späteres Wiedersehen geeinigt.

Sonnenaufgang am Salzsee.

So fuhr ich los bis zum nächsten Ort Djilor, wo wiederum reges Treiben herrschte, welches jedoch beim Beginn der Abkürzung auf der Wellblech-Gravel-Piste in Richtung des nächsten Ortes Sokone sofort endete. Bis auf ein paar kleinere Sieldungen gab es hier nur die Piste und sehenswerte Natur links und rechts der Straße – genau so stellt man sich Fahrradfahren in Afrika vor! Ganz zu schweigen davon, dass die Piste exzellent zu befahren war und Spaß machte…

Ein Traum.

Im Ort Sokone ging es schließlich wieder auf Asphalt. In einem einladenden Restaurant machte ich ausgiebige Mittagspause, um die anderen aufschließen zu lassen. Als ich im Laufe dieser erfuhr, dass die anderen beiden jedoch noch ausgiebig den Campingspot genossen haben und jetzt erst los gefahren sind (eventuell verständlicherweise), habe ich dann jedoch auch nicht länger gewartet – ich darf in Zukunft als Voranfahrer nicht mehr so schöne Spots raussuchen 😉

Weiter ging’s also immer der Hauptstraße folgend durch grüne Landschaft und immer wieder kleinere Siedlungen in Richtung der Grenze zu Gambia. Im Grün links und rechts der Straße tauchten immer wieder einzelne Tiere auf. Auch Affen konnte ich einmal in den Büschen sichtigen. Hin und wieder säumten auch Mangrovenwälder in Kombination mit weiterhin ausgetrockneten Flussbetten des weitläufigen Deltas den Weg.

Wiederum bereits am frühen Nachmittag war ich dann bereits angekommen beim Fathala Wildlife Reservat unmittelbar vor der Grenze zu Gambia. Da die anderen noch unterwegs waren, recherchierte ich schon einmal Preise für eine Safari. Sie waren recht hoch. Dafür, dass die Tiere hier natürlich nicht vorkommen und importiert wurden, unserer Meinung nach eigentlich zu hoch.

Außerdem kann man einen Spaziergang mit Löwen machen, die ansonsten in Käfigen gehalten werden. Dieser fiel für mich jedoch ebenso prinzipiell flach, sowas ist für mich eher Tierquälerei…

Da die anderen unentschlossen waren und erst spät ankommen werden, fragte ich nach der Erlaubnis von Wildcampen im Eingangsbereich des Parks. Erwartungsgemäß erhielt ich eine Absage, da die Parkbetreiber nicht dafür haften wollten, falls etwas passieren sollte.

Gegenüber von der Straße gab es jedoch einen sehr ansehnlichen Bungalow-Park mit nettem Gelände sowie Swimmingpool. Ich fragte nach den Preisen für zwei Doppelzimmer, die aufgrund der Lage natürlich durchaus touristisch waren.

Ich gab daher Lucas und Jannick Bescheid, die darauf beschlossen, auf dem Weg zum Park etwas zu suchen. Christel war noch auf dem Weg und hatte leider wieder Probleme mit ihrem Handy, war nicht erreichbar.

Meine innere Stimme verriet mir jedoch, dass sie den Luxus eines Zimmers mit Bett als Ausnahme mal gut gebrauchen könnte, sodass für mich relativ schnell klar war, dass ich hier bleiben werde. Die Frage war nur, ob Doppel- oder Einzelzimmer.

Darfs mal ein bisschen Luxus und Komfort sein?

So erfrischte ich mich bei Außendusche und Außenpool und ließ die Zeit ins Land streichen, ehe Christel in Eigenregie ohne Kommunikation auch die Anlage am Wildlife Reservat erreicht hatte. Ihr war der Preis leider etwas zu hoch, weshalb sie doch noch einen Platz zum Wildcampen suchte am Abend. Aber bitteschön – auch wenn es vielleicht egoistisch rüberkommt – was heißt schon „leider“?!?! Ein Einzelzimmer mit eigenem Bett – wann hatte ich das das letzte Mal?! Es wird ein Einzelfall bleiben, ein Luxus, den ich mir nun einmal gönnen wollte in diesem einladenden Ambiente.

Außerdem beschlossen wir einstimmig am späten Abend, dass wir aus oben genannten Gründen die Safari sausen lassen werden und direkt nach Gambia weiterreisen. Ich konnte damit auch wahrlich leben – einerseits, weil wir noch durch Namibia und Südafrika fahren werden, wo man noch deutlich mehr dieser Tiere in freier Wildbahn sehen kann. Hier hat es letztendlich, wenn man ehrlich ist, eher das Flair eines Zoo-Besuches…

Und andererseits, weil das Geld in dem Fall für den Komfort eines Einzel-Bungalows meiner Meinung nach einfach besser investiert ist 😉

Und die Highlights reißen ja trotzdem so schlecht nicht ab, wenn auch ohne Sichtigung der Big 5 vorerst. Der nächste Blog handelt dann beispielsweise vom kleinsten Land unserer Reise: Gambia! 😉

Übrigens: Das Problem der unterschiedlichen Schlafrhythmen wird so schnell nicht abreißen – aufgrund der sich gefühlt immer weiter steigernden Hitze und dementsprechender Müdigkeit schlief ich bereits um 22:30 Uhr und war dementsprechend sogar noch vor 7 Uhr wieder wach. Mal abwarten, wie sich dieses Thema in Zukunft noch weiter entwickeln wird…

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