Nach unserer abenteuerlichen und langen Bootsfahrt standen wir nun also im Hafen des Hauptortes der Insel Bubaque, die Uhr zeigte bereits nach 17 Uhr an. Die Insel ist zwar nur etwas über 15 Kilometer lang, aber wir mussten noch einkaufen, bevor wir hätten losstarten können zum Praia de Bruce als anvisierten Zeltplatz am anderen Ende der Insel. Kurz gesagt: Die Zeit lief uns davon.
Eine Recherche auf iOverlander und Blogs ließ uns den Praia Erikorete ins Visier nehmen als Übernachtungsort. Er war nur etwas über drei Kilometer vom Hafen entfernt. Wir entschieden uns also, dort zu übernachten.
Vorher wollten jedoch noch etwas essen, da wir nach der langen Bootsfahrt doch etwas ausgehungert waren. In dem beschaulichen Dörfchen gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Imbiss jedoch schwierig und die Uhr tickte, sodass wir uns entschieden, erst einmal zum Strand zu fahren und unser Lager aufzuschlagen, ehe wir uns um Essen kümmerten.
Um zu dem Strand zu kommen, musste man das Nachbardorf Bijante durchfahren und anschließend über einen schmalen Trail zum Strand hinunterfahren. Angekommen in dem Dorf waren die Einheimischen sehr nett und wiesen uns den Weg zum Strand. Der Trail durch die tropische Landschaft erforderte Aufmerksamkeit, war aber gut machbar. Um kurz vor 19 Uhr waren wir an dem Strand – bei absoluter Ebbe. Der Anblick war durchaus gewöhnungsbedürftig, wenn das Wasser einige 100 Meter entfernt ist.

Wir erkundeten den doch nur ca. 300 Meter langen Strand, der am Rand jeweils von Mangroven begrenzt ist. Dahinter reihen sich die Palmen ein – Tropenflair wie aus dem Bilderbuch! Plätze am linken oder rechten Rand des Strandes hätten durchaus ihren Reiz gehabt, doch das Fahrrad mehr als 100 Meter durch den nicht griffigen Sand zu schieben, wäre doch mehr als anstrengend gewesen. Außerdem sahen diese Bereiche stark danach aus, als ob sie von der nächtlichen Flut überspült werden.
So schlugen wir unser Lager doch direkt am Eingangsbereich vom Strand auf und genossen ein wenig die abendliche Ruhe. Schließlich brachen Jannick und Lucas zu Fuß noch einmal in Richtung des Dorfes auf, um nach Essen zu suchen, während ich auf unser Hab und Gut aufpassen sollte. So weit – so gut.
Lange schlug ich draußen vor den Zelten die Zeit tot, aß ein Abendbrot aus meinem verbleibenden Proviant und genoss die Vollmondnacht mit Sternenhimmel. Als die beiden nach 22 Uhr immer noch nicht da waren, legte ich mich ins Zelt und aufgrund des langen Tages mit Fahrradreparatur und Bootstour nickte ich doch alsbald ein.
Gegen Mitternacht war es dann jedoch vorbei mit der Ruhe: Jannick und Lucas weckten mich auf. Sie waren nicht allein – noch vier Einheimische aus dem Dorf nebenan standen vor meinem Zelt. Ich war verwundert und fragte, was los sei. Jannick meinte, es gäbe ein Problem und ich könne am besten Französisch, um die Diskussion zu führen. So kroch ich im Halbschlaf und in Unterhose aus meinem Zelt und fand mich den Herrschaften gegenüber.
Der Hintergrund: Auf dem Rückweg vom Strand bei der Durchquerung des Dorfes wurden Lucas und Jannick von diesen Männern aufgehalten und gefragt, ob sie den „Chef du village“ („Dorfchef“) um Erlaubnis gefragt haben, an diesem Stand zu übernachten. Die beiden waren verwirrt ob dieser Frage und verneinten. So wurde der Ton der Männer alsbald rauer. Sie forderten 10.000 CFA (15 Euro) pro Person. Verständlicherweise sagten Jannick und Lucas zu dieser dubiosen Forderung nicht „Ja und Amen“ und ließen die Herren relativ schnell links liegen, um zum Strand zurückzukehren.
Nun sind die Herren den beiden wohl jedoch bis zum Strand gefolgt, und waren anscheinend nicht gekommen, um entspannt ein Mitternachtsbier mit uns zu trinken…
Im Gegenteil – als ich auf Französisch die Diskussion startete und nach dem Problem fragte, forderten die Gesprächspartner doch ohne große Umschweife und in einem sehr aggressiven Ton 30.000 CFA (10.000 pro Person). Für uns war das unverständlich. Schließlich ist der Strand doch öffentlich…
Als ich nach dem Grund fragte, wurde wiederum die Auskunft des unerlaubten Zeltens am Strand gegeben, ohne den Dorfchef um Erlaubnis zu bitten. Entweder sollten wir zahlen – oder abhauen.
„Alors, il n’y a pas de problem – nous allons partir!“, entgegnete ich und machte unmissverständlich klar, dass wir in dem Fall gehen und würden und es nicht einsehen, zu zahlen. Hierauf wurde jedoch mit der Forderung entgegnet, trotzdem 6.000 CFA zahlen zu müssen, da wir ja schon einige Stunden unverlaubt dort verbracht haben.
„Nous allons payer rien! Je n’accepte pas!“, entgegnete ich durchaus giftig ob dieser Erpressung („Wir bezahlen nichts! Das akzeptiere ich nicht!“). So trat einer aus der Gruppe nah an mich heran und vermittelte mir mit drohendem Unterton und weit aufgerissenen Augen: „TU VAS PAYER!“
Ein anderer zeigte mir die Halsabschneidergeste und drohte mir, dass andere für dieses Verhalten schon ins Gefängnis gewandert wären. So wollte ich doch deeskalieren und machte klar, dass ich schon zahlen würde, aber dies gerne vor dem Chef persönlich machen würde, um mich zu erklären. Als Antwort bekam ich, dass dieser schlafen würde – es war 1 Uhr nachts…
„Alors je suis très desolé. C’était notre faut. Ce n’était pas notre intention. Nous n’avons pas su que c’est interdit sans demander le chef du village…“, entschuldigte ich mich anschließend und versuchte es auf diplomatischem Weg („Es tut mir wirklich leid. Es ist unser Fehler, aber es war nicht unsere Absicht. Wir wussten es einfach nicht, dass es ohne Erlaubnis des Dorfchefs verboten ist… „). „Alors c’est bien pour vous si nous partons tout de suite et nous ne faisons pas un deuxieme fois?“, schlug ich als Kompromiss vor („Können wir uns darauf einigen, dass wir einfach sofort verschwinden und das nicht noch einmal machen?“).
Erwartungsgemäß haben es die Herren jedoch auf unser Geld abgesehen und gaben sich damit nicht zufrieden. Jannick wurde das alles zu bunt und er wollte damit beginnen, sein Zelt abzubauen. In diesem Moment packte ihn einer der Herren am Arm und zog ihn in handgreiflicher Art und Weise zurück, um ihm in drohendem Unterton zu vermitteln: „TU VAS RESTER ICI JUSQ’IL Y A UNE SOLUTION!“ („DU BLEIBST HIER, BIS WIR HIER EINE LÖSUNG GEFUNDEN HABEN!“).
Ich fragte als nächstes an, ob ich nicht beim Dorfchef nachträglich noch die Erlaubnis einholen könne. So klingelten die Herren ihn an und er ging tatsächlich ans Telefon. Da der Dorfchef jedoch nur eine Minderheitensprache beherrschte, die in dem Stamm des Dorfes gesprochen wurde, spielten die Herren für mich den Dolmetscher, als ich mich entschuldigte und mich erklärte.
Meine Hoffnung zerschlug sich jedoch schnell, als die einfache Rückmeldung kam, dass der Dorfchef die Erklärung nicht akzeptiert und wir zu zahlen haben. So pochte ich darauf, persönlich mit dem Dorfchef zu reden, da ich den Herren, die zudem nach Alkohol rochen und deren niedrige Hemmschwelle den Verdacht auf ein paar Promille im Blut erweckte, nicht traute.
Hierauf kam die Antwort, dass das möglich wäre. Jedoch wohne der Chef vier Kilometer entfernt, sodass das durchaus bis in die frühen Morgenstunden dauern könne. Und da die Herren mir den Weg weiden müssten, solle ich natürlich nochmal fett obendrauf zahlen. Klassische Erpressung – so langsam kam ich endgültig raus aus dem sachlichen Diskussionsmodus und pampte nach einem weiteren Versuch eines der Gegenüber, mit mir auf Tuchfühlung zu gehen, diesen an, dass er normal mit mir reden solle und die Respektlosigkeit unterlassen solle. Noch einmal bekräftigte ich, dass wir nichts zahlen werden und uns das nicht gefallen lassen.
Diese Aussagen waren dann schließlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Herren wurden handgreiflich und wollten mit Macht unsere Fahrräder erbeuten und mit diesen abhauen. Hier war der Moment, wo wir uns eingestehen mussten, dass wir machtlos sind. Wenn wir es drauf ankommen lassen, haben diese Herrschaften wohl das ganze Dorf hinter sich. Wir lenkten ein und akzeptierten zu unserer eigenen Sicherheit die Zahlung der 10.000 CFA pro Person.
So war das Thema beendet. Mit ihrer Beute in den Händen waren die Herrschaften schließlich auch (völlig überraschend…) versöhnlich gestimmt und boten uns an, dass wir am nächsten Tag so lang bleiben könnten wie wir nur wollten. Ach so, auf einmal seid ihr also betont nett zu uns…
Uns war auf jeden Fall klar, dass wir am nächsten Tag so schnell wie möglich abhauen werden. Eigentlich spielten wir auch mit dem Gedanken, nach der zweistündigen Unterhosendiskussion noch abzuhauen. Aufgrund der Uhrzeit von nach 2 Uhr fehlte in diesem Moment jedoch einfach die Kraft dafür, sodass wir jetzt einfach noch ein paar Stunden schlafen wollten.
Das war nach diesen Vorkommnissen jedoch gar nicht mal so einfach. Eher schlaflos lag ich im Zelt und konnte kaum fassen, was da gerade passiert ist. Am nächsten Morgen konnte auch das Morgenschwimmen an dem bei Flut fast paradiesischen Strand die Befindlichkeit kaum verbessern.



Erschwerend kam hinzu, dass ich in meiner Badehose ohne Hosentaschen meine Sachen packte. An dem Strand spielten die ganze Zeit drei etwas nervige Kinder, die die ganze Zeit schon direkt neben meinen Sachen saßen, als ich zusammenpackte. Aufgrund dessen verstaute ich Handy und Geldbeutel direkt in einer der Taschen. Die Kinder gaben sich freundlich und wollten mir beim Taschentragen helfen zum Fahrrad ein paar Meter entfernt. Im Zuge des Tragens einer dieser Taschen müssen die Kinder tatsächlich meine Tasche geöffnet haben und das Portemonnaie entnommen haben. Jedenfalls stellte ich hinterher alles auf den Kopf – der Geldbeutel war unauffindbar.
Glück im Unglück: Darin befanden sich nur 15 Euro, mein Personalausweis und mein Führerschein. Schlimmer wäre es gewesen, wenn die Rotzlöffel mein Handy oder gar Reisepass gestohlen hätten. Außerdem erwies sich als vorteilhaft, dass ich meine Kreditkarte immer in der Handyhülle mitführe – das Mobiltelefon habe ich schließlich immer am Mann…fast immer…
Das Risiko eines Identitätsklaus mit dem Personalausweis wurde durch eine Diebstahlmeldung bei der Polizei schnell entschärft. Ansonsten war es zwar ärgerlich, aber noch zu verschmerzen – es hätte mich schlimmer treffen können. Dennoch schien es sich wieder mal zu bewahrheiten: Wenn’s blöd läuft, dann richtig! Oder in der Fußballsprache: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß…
Die Stimmung war bei uns auf jeden Fall am Tiefpunkt. Wir wollten diese Insel so schnell wie möglich wieder verlassen. Nach dem endgültigen Zusammenpacken im Anschluss an die Suchaktion fuhren wir auf direktem Wege zurück zum Hafen. Kurzum: Wir hatten die Schnauze voll!

Leider haben wir das Boot zurück nach Bissau, das mittwochs fährt, knapp verpasst. So versuchten wir uns durchzufragen, ob wir irgendwo mitfahren können – einfach nur weg von hier! Schließlich trafen wir einen Mann mit einem Privatboot, der am nächsten Morgen um 8 Uhr übersetzen wollte. Einen Preis konnte er uns jedoch nicht nennen. Wir sollten einfach am nächsten Morgen in der Früh kommen und dann wird alles weitere besprochen. Wir akzeptierten das und fanden uns damit ab, dass wir heute wohl nicht mehr von der Insel wegkommen.
Daher überlegten wir, wo wir gut bleiben könnten für eine Nacht. Vor allem mir war in diesem Moment wirklich nicht mehr nach Campen an irgendeinem Strand. Wir erinnerten uns, dass wir an einer durchaus einladenden Lodge vorbeikamen am vorigen Abend. Die Preise dieser sind auf Booking.com zwar exorbitant, aber eventuell können wir ja unsere Situation schildern und ein wenig verhandeln…
So kamen wir dort vorbei und trafen direkt auf die Betreiberin, welcher wir unsere Lage schilderten. Da man hier auf dieser kleinen Insel stark untereinander vernetzt ist, rief sie daraufhin tief bestürzt direkt den Dorfchef von Mijante an und ließ sich die Situation erklären.
Hierdurch klärte sich einiges auf: Der Strand, an dem wir wild zelteten, war ein heiliger Strand für die sehr spirituellen Bewohner des Dorfes und allgemein der Insel. Hier werden unter anderem auch Dorffeste gefeiert. Möchte ein Fremder hier übernachten, so bedarf es der Zustimmung des Dorfchefs, andernfalls begeht man quasi Gotteslästerung in den Augen der Bewohner. Wenn man frägt, bekommt man normalerweise ohne Probleme die Erlaubnis. Falls nicht, kann es eben jedoch richtig Ärger geben, da die Bewohner sich auf den Schlips getreten fühlen und das so auffassen, als würde man ihre Kultur nicht respektieren und einfach machen wollen, was man will. Es geht hier also um das Prinzip des Respektierens der fremden Kultur – auch wenn unser Verhalten natürlich eher auf Ahnungslosigkeit denn auf böse Absicht zurückzuführen war.
Ein bisschen konnten wir nun auch die Bewohner verstehen. Auch wenn die Reaktion unserer Meinung nach natürlich deutlich über das Ziel hinausschoss. Nachdem wir die Vorkommnisse noch den restlichen Tag sacken ließen, trafen wir die Entscheidung, doch noch bis Sonntag, wenn das Boot regulär fährt, zu bleiben. Wir gaben der Insel also nochmal eine zweite Chance. Man könnte sagen, dass wir akzeptiert haben, dass wir zwar 15 Euro ärmer geworden sind, gleichzeitig aber auch einiges an Erfahrung und Kulturwissen reicher.
Versüßt wurde die steigende Stimmungslage durch das Restaurant nebenan, wo man für für 3 Euro eine Portion Reis mit Fisch und Gemüse sowie Süßkartoffeln in Erdnusssauce serviert bekam, der sich wirklich gewachsen hatte.

Abends machten wir dann einen Abstecher in die Bar unserer Unterkunft. Hier gab es einen lokalen Klassiker: Der Cocktail „Caipirinha“ ist aufgrund des kolonialen Fußbabdruckes der Portugiesen in der Kultur fest verankert. Er wird mit dem lokalen Schnaps „Cana“ gemixt und wird von den Einheimischen als einer der besten Caipirinhas weltweit gepriesen. Mir jedenfalls schmeckte der Cocktail dann auch sehr gut – vermutlich etwas zu gut 😉 An diesem Abend auf jeden Fall war klar: Wir sind nun wirklich auf der Insel angekommen!

Gottseidank ging es mir am nächsten Morgen nach einer ersholsamen Nacht in der erschwinglichen Unterkunft gut, sodass wir nach entspanntem Tagesstart langsam unsere Sachen packten. Unser Ziel war nun der Praia de Bruce, als menschenleerer, fast schon verlassener Strand am anderen Ende der Insel gepriesen.
Da wir nicht noch einmal den gleichen Fehler machen wollten und ich ja der französischen Sprache am meisten mächtig war, fuhr ich vor, um beim letzten Dorf vor dem Strand die Erlaubnis einzuholen. Während der Fahrt durch die vorherigen Dörfer habe ich irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft bei meinem Passieren laut „BRANCO!“ skandiert wurde („WEIßER!“). Erwähnenswert war außerdem, dass der Straßenbelag, der zwischen den Gravelabschnitten zeitweise und stark zerklüftet vorhanden war, aus Muscheln bestand.

An der letzten Siedlung 500 Meter vor dem Strand machte ich also Halt und wurde sofort mit einer innigen Umarmung empfangen. Die empfangende Person führte mich zum Dorfchef, der uns selbstverständlich die Erlaubnis gab, an dem Strand zu übernachten. Obendrein wurde mir noch etwas Undefinierbares mit viel Zucker zum Essen angeboten, wovon ich kostete, jedoch relativ schnell entschuldigend abwinken musste.

Ich verabschiedete mich und suchte einen flutgeschützten Strandausläufer, um mein Zelt aufzubauen. Das Wetter hat sich stark bewölkt und ich genoss die Ruhe und das ruhige Meer bei Ebbe, ehe einige Zeit später die anderen beiden nachkamen. Unter Lagerfeuer grillten wir einen am Markt des Hauptortes der Insel erworbenen Fisch und genossen die Einsamkeit an diesem Abend.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der Entspannung an diesem fast karibisch anmutenden Strand. Die Menschen, die wir an diesem Tag trafen, waren an einer Hand abzuzählen. An unserem Lagerplatz begegneten wir mehr Kühen, die sich am Strand tummelten, sowie Geiern, die es sich in den Palmen über uns bequem gemacht haben. Abgerundet wurde der Tag von einem vorbeifahrenden Fischerboot am späten Abend. Die Fischer drückten uns spontan einen gefangenen Fisch in die Hand, welchen wir am nächsten Morgen zum Frühstück grillten.



Ursprünglich wollten wir an diesem Tag zurück ins Dorf, um am Sonntag dann komfortabel das Boot zurück zu nehmen. Weil uns der „Social-Detox-Tag“ an diesem Strand jedoch so gut gefallen hat, entschieden wir, nach dem Einkauf von neuem Proviant und einer Nacht in unserer Lodge im Ort nochmal an den Strand zurückzukehren für zwei Nächte und das Boot am Mittwoch zu nehmen. Auch, weil wir den Strand nun bei überwiegend bewölktem Wetter erlebt haben, und ihn eben auch noch einmal bei sattblauem Himmel sehen wollten.

So verbrachten wir wieder eine Nacht in der Lodge inklusive Caipirinha und Reis mit Fisch, ehe wir sonntags wieder zum Strand zurückkehrten – diesmal bei strahlendem Sonnenschein.
Wiederum fragten wir zur Sicherheit bei dem Dorf um Erlaubnis und wurden durchgewunken. Am Abend philosophierten wir am Lagerfeuer über die bisherige Reise. Fast konnte man etwas nostalgisch werden: An diesem Tag war ich genau sechs Monate unterwegs seit Start in Flensburg – und nun befindet man sich an einem einsamen Strand auf einer tropischen Insel, zugehörig zu einem Land, dass man vor einem Jahr wohl kaum überhaupt auf der Landkarte hätte verorten können – Wahnsinn!
Der sonnige Montag entsprach dann einem sonnigen Bade- und Entspannungstag in dem türkisen Wasser, wie er im Bilderbuch steht. So ein Strand, ganz für uns alleine. Der Internetempfang reichte ebenso nicht für größere Aktivitäten, so dass dieser Tag einer wahren Entspannungskur glich.

Hervorzuheben sind hier vor allem die spektakulären Sonnenauf- und -untergänge, die einen in den Morgen- und Abendstunden in Erstaunen versetzten.



Auch der Sternenhimmel abends ohne jedes Störlicht an dem verlassenen Strand wahr Wahnsinn. Leider sind die Möglichkeiten des Nachtmodus meiner Smartphonekamera doch begrenzt, viel wichtiger sind aber eh die abgespeicherten Eindrücke im Kopf. 😉

Dass wir trotz fehlender Menschenbegegnungen am dem Strand nicht komplett allein sind, zeigte neben Kühen und verschiedenen Vögeln eine kurze Wanderung im angrenzenden Dschungel mit der Entdeckung eines Schildkrötenpanzers.


Auch beim Einstieg ins Meer merkten wir dies, als uns so mancher Rochen am Meeresgrund einen Schrecken einjagte. Vor Schlangen, die dort auch ihr Unwesen treiben sollen, blieben wir jedoch verschont.
Am Dienstagvormittag schließlich machten wir uns bei schwülheiß-tropischem Wetter schließlich wieder auf den Rückweg. Was ist die beste Lösung, um 15 Kilometer Fahrradfahren ohne große Hitzebeschwerden zu überstehen? Richtig, einfach vorher einmal mit allen Klamotten eintauchen, ehe wir schließlich über den enorm gut fahrbaren Strand nun in Hafennähe zurückkehrten und diesem Paradies „Goodbye“ sagen mussten.


Nach der Ankunft mittags wurde natürlich obligatorisch wieder die XXL-Portion Reis mit Fisch verköstigt, ehe am Nachmittag noch ein besonderer Schlusspunkt auf uns wartete: Unser Freund Leon nahm nämlich an jenem Dienstag das Boot von Bissau nach Bubaque, sodass es auf ein zweites Wiedersehen hinauslief.
Nachdem wir ihn am Hafen begrüßten, wollte er sich nachmittags noch aufmachen, um ebenfalls die Insel zu erkunden. Abends jedoch trafen wir uns gemeinsam in der Bar auf einen Caipirinha, um einen würdigen Schlusspunkt unter den doch tollen Kurzurlaub auf dieser Insel zu setzen, die nicht umsonst als „afrikanische Karibik“ bezeichnet wird.


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