Als ich den Speckgürtel der Hauptstadt von Guinea verließ und endgültig wieder auf dem Land angekommen bin, merkte ich auch, wie die Mentalität der Einwohner sich wieder spürbar änderte.
Nach etwas über 60 Kilometern fragte ich wiederum in einer kleinen Siedlung am Straßenrand, ob ich mich hier erholen und später irgendwo mein Zelt zum Übernachten aufstellen könne.
Ohne zu zögern gab man mir die Erlaubnis und versorgte mich mit einigen der klassischen Plastikbeutel mit frischem Wasser. Zudem wurde ich gleich dreimal (!) zum Essen eingeladen.
Wieder einmal merkte ich, dass die Einwohner einen besonders herzlich empfangen, wenn man sich von seiner verletztlichen Seite zeigt, davon erzählt, wie hart der Weg raus aus Conakry war und dass man sehr müde sei – sofort kümmern sie sich um dich wie einen verlorenen Sohn.
Ich ließ die Zeit ins Lande ziehen und beobachtete ein wenig die Einheimischen, wie sie auf dem Fußball-Sandplatz nebenan sich packende Duelle lieferten. Hier beabsichtigte ich anfangs, zu schlafen. Mir (bzw. uns) wurde jedoch ein Zeltplatz direkt unter dem Vordach eines der Häuser der Siedlung gegeben. Letztendlich war es ein bisschen wie Tetris, aber irgendwie passten unsere drei Zelte unter das Vordach, als die anderen dann einige Stunden später eintrudelten.
Für Jannick und Lucas hatten die Gastgeber sogar auch noch ein Abendessen in petto, ehe wir früh am Abend in unseren Zelten verschwanden. Die Nacht war leider nicht wirklich erholsam, da dieses Dorf wohl doch nicht so ruhig war wie ursprünglich gedacht. In nur einigen hundert Metern Entfernung muss wohl (obwohl wochentags) eine heftige Dorffete getobt haben. Gegen 2 Uhr nachts muss wohl ein Freund unseres Gastgebers reichlich angetrunken von der Feier gekommen sein, um bei diesem lautstark an der Tür zu klopfen – inmitten unseres Zeltlagers. Also Folge meiner doch leicht aggressiven Stimmungslage aufgrund dieses rücksichtslosen Verhaltens war an wirklich erholsamen Schlaf kaum mehr zu denken.
Zudem war die Straße bis 1 Uhr nachts lautstark befahren und um 7 Uhr in der Früh erhöhte sich bereits wieder merklich der Geräuschpegel. So war nicht nur ich, sondern auch die anderen beiden ziemlich gerädert in der Früh.

Aber bange machen galt nicht: Heute sollte ein weiteres Highlight folgen: Die Grenze nach Sierra Leone war noch 55 Kilometer entfernt – heute geht es also in ein neues Land! Mitsamt dem Papierkram an der Grenze und allem, was dazugehört, erwartete uns ein langer Tag.
Aufgrund meiner Unausgeschlafenheit sowie dem anstrengenden Tag, der uns bevorstand, beschloss ich für mich, im Ort Kumbia hinter der Grenze ein Hotelzimmer zu nehmen – die beiden Kollegen konnten „joinen“ – oder eben nicht, wie sie wollen. Insbesondere auch mit der Vorgeschichte der Nächte auf meiner Luftmatratze in Conakry machte ich meine Absicht unmissverständlich klar.
Mit der Akzeptanz meiner Kameraden machten wir uns bereits um kurz nach 9 Uhr auf in Richtung Grenze. Einer kleinen Kaffee- und Frühstückspause nach wenigen Kilometern folgte die Weiterfahrt bis zum Ort Forecariah ca. 35 Kilometer vor der Grenze. Hier wurde der Fluss mit dem kuriosen Namen „Kissi-Kissi“ überquert, wo sich das Schild des Flusses geradezu als Fotomotiv anbot. Der Ausblick auf den Fluss war jedoch ebenso ganz nett. Landschaftliche Highlights von Guinea waren vor allem die Flussüberquerungen. Aufgrund dieser kamen außerdem auch einige Höhenmeter zusammen, weil man immer wieder in Flusstäler abfahren und auf der anderen Seite wieder hochfahren musste.


Am Ortseingang von Forecariah fanden wir außerdem eine Bank. Es stellte sich die große Frage: Sollten wir nochmal abheben? Reicht das Bargeld? Wir müssen an der Grenze mindestens 1.800 Leone wechseln, da so viel das Visa on Arrival kostet, welches in Cash bezahlt werden musste (ca. 80 Euro). Der erste ATM sollte jedoch erst in der Hauptstadt Freetown kommen. Bis hierhin müssen nach dem Grenzübergang nochmal 140 Kilometer zurückgelegt werden. Auch eine Fährenfahrt ist in der Route noch einmal beinhaltet. Laut iOverlander kostet diese inklusive Fahrrad nur 37 Leones. Aber sicher sein kann man sich hier nie, dass sie heimlich einen Touristenpreis verlangen. Kurze Erläuterung: 1 Euro entspricht ungefähr 23,5-24 Leones.
Ich hatte noch einen großen Bargeldvorrat an Guinea-Franken und setzte darauf, dass es schon reichen wird, wenn ich meinen ganzen Vorrat einfach in Leones wechsel – egal, wie schlecht der angebotene Kurs sein wird, den wir ja wegen dem Visum eh akzeptieren müssen.

Nachdem die anderen bei einer Tankstelle am Ortsende noch kurz Pause machen wollten, fuhr ich weiter durch die wie immer hügelige Landschaft bis fünf Kilometer vor der Grenze, wo ich eine späte Mittagspause einlegte. Hier stürzte sich auch gleich ein Geldwechsler auf mich. Er bot mir sogar einen halbwegs passablen Kurs: Für 10.000 GNF (ca. 1,10 Euro) erhielt ich 25 Leones (ca. 1,04 Euro). Der Verlust bewegte sich also im Bereich von fünf Prozent, und ein bisschen Schwund ist ja immer, wie man so schön sagt. Also nutze ich die Gelegenheit und wechselte meinen gesamten Cash einmal in die neue Währung. Damit war ich dann auch mehr als genug bedient bis Freetown (inklusive Visum).
Meine beiden nachkommenden Kollegen taten es mir gleich, sodass wir das Problem schon einmal gelöst haben. Wenige Zeit später waren wir dann auch an der Grenze. Hier wurden zu aller erst unsere Pässe kurz gecheckt, inklusive des Ausreisestempels. Kurios war hierbei, dass es zunächst Probleme gab, da der Polizist den Grenzübergang nicht kannte, von dem wir eingereist nach Guinea – sagen wir es so: Diese abenteuerliche Piste war auch kein alltäglicher Länderwechsel. Letztlich klärte sich die Situation dann aber doch auf, nachdem wir es ihm per Google Maps auf der Karte zeigten.
Danach wurden unsere Daten aufgenommen inklusive Notfallkontaktnummern (also liebe Eltern, solange ihr keinen Anruf von einer sierra-leonischen Nummer bekommt, geht’s mir gut 😉), ehe wir unser Visum bezahlen mussten. Anschließend gab’s den Einreisestempel und nach ca. 40 Minuten war die Prozedur durch.
Anschließend brauchten wir noch Internet. Ein Orange-Shop war gottseidank auch da, wo wir SIM-Karte und Datenvolumen bekamen. Nach etwas Problemen waren wir jeweils mit 7 Gigabyte versorgt und konnten somit das Abenteuer im neuen Land so richtig starten.
Auch die Straße war richtig gut, bester Asphalt begleitete uns auf den ersten Kilometern durch Sierra Leone. Die Überquerung des Great Scarcies Rivers kurz vor Kambia bot bei bereits fortgeschrittener Tageszeit eine fantastische Aussicht.

Hinter dem Fluss begann die belebte Ortschaft Kambia. Hier kam relativ bald der Abzweig zu meinem angepeilten Bungalow-Dorf, sodass ich mich von den anderen beiden verabschiede, die lieber nach einem Wildcampingspot Ausschau hielten. Man wies mir einen Bungalow zu, der natürlich nicht europäischem Standard entsprach. Der Strom funktionierte nicht und die Dusche in dem etwas renovierungsbedürftigen Badezimmer ebenfalls nicht – die gute, alte Eimerdusche musste mal wieder als Frischmacher herhalten.
Dennoch war das Wichtigste für mich in diesem Fall einfach das Bett, welches immerhin sogar ein Moskitonetz besaß. Aufgrund meiner Müdigkeit, und weil mein Handy leer war, schlief ich bereits um halb 10 ein und anschließend bis halb 8 durch. 10 Stunden Schlaf – außergewöhnlich für mich.
Da Frühstück inkludiert war, ließ ich mir meinen Kaffee nach vielen Auszeittagen in der Vergangenheit so richtig schmecken. Hierbei kam ich auch ins Gespräch mir zwei Amerikanern, die sich aufgrund eines Projektes einer NGO zur Verbesserung der Trinkwasserverfügbarkeit in Sierra Leone befinden. Ein großes Problem in dieser Region und eine sehr wichtige Arbeit, die diese beiden in ihrem Team leisten, um Entwicklungshilfe in einem der ärmsten Länder der Welt zu leisten.
Nach interessanten Gesprächen beim Frühstück begannen die beiden ihre Arbeit, während ich meine Sachen packte, um ausgeschlafen zu den anderen beiden loszufahren, die wohl an einer Tankstelle einige Kilometer weiter untergekommen sind. Der Tankstellenwart erlaubte ihnen sogar, in den Räumlichkeiten des Komplexes auf ihren Isomatten zu schlafen.

Als ich die beiden erreichte, waren diese langsam dabei, zusammenzupacken. Wir waren noch knappe 120 Kilometer von Freetown entfernt. Das Ziel lautete daher, heute so viel Kilometer wie möglich wegzumachen, um am nächsten Tag entspannt nach Freetown reinzurollen.
Hochmotiviert fuhren wir also bei brütender, schwüler Hitze los. Immerhin ging es bei bestem Asphalt in allenfalls leichtem auf und ab flott dahin. Nach ca. 20 gefahrenen Kilometern machten wir Mittagspause in einem kleinen Örtchen. Hier befand sich eine ganze Reihe an neugierigen Kindern, die sich brennend für uns interessierten. Gleichzeitig war jedoch auch ihre Armut greifbar.
Eines der Kinder fragte mich, ob ich ihm meine Fahrradbrille geben könnte. Ich verneinte – die brauche ich selber. Das gleiche Spiel bezüglich meines Helmes, meines Handys und gar meines Fahrrades – ohne dieses wäre ich wahrlich aufgeschmissen. Ich erklärte dem Kind, dass es mir leid tut, aber alles, was sich in meinem Gepäck befindet, brauche ich auch wirklich – sonst hätte ich es nicht mitgenommen.
Da mir die Kinder jedoch leid taten, kaufte ich nebenan ein großes Pack Wasser für umgerechnet 50 Cent – kein Geld für einen selber, aber eventuell eine gute Geste für die einheimischen Kinder. Sobald ich ihnen den Sack voller Wasser überreichte, verhielten sich diese wie Raubtiere, die über mein Geschenk herfielen und sich um jeden einzelnen Plastiksack Wasser geradezu gegenseitig die Köpfe einschlugen. Mit dieser überbordenden Reaktion habe ich nicht gerechnet und war geradezu konsterniert. Ist für die Einheimischen hier trinkbares Wasser wirklich so ein Luxusgut? Oder liegt es an der Besonderheit des Geschenkes einer weißen Person?
Wie dem auch sei – insgesamt war ich mit der Situation nun etwas überfordert und machte ich nach der Mahlzeit lieber schleunigst aus dem Staub. Da Jannick bereits vorgefahren ist, waren Lucas und ich nun gemeinsam unterwegs bis zum nächsten Ort Porto Loko. Hierbei überquerten wir den Little Scarcies, der sich wiedermal durch eine besondere Landschaft auszeichnete.

Auf dem weiteren Weg trafen wir wieder auf den pausierenden Jannick, ehe bald nach 50 Kilometern Strecke Porto Loko erreicht war. Hier machten wir am Straßenrand Snack- und Wasserpause. Lucas kam ins Gespräch mit einem einheimischen Kleidermacher, von welchem er sich ein Souvenir herstellen lassen wollte. Hierdurch fuhren Jannick und ich schon einmal vor und Lucas kam nach.

Nach dem wiederum lebendigen Porto Loko ging es wiederum über das sierra leonische Land – wiederum auf bestem Asphalt. Wie so üblich wurde das ein oder andere Dorf durchquert, wo die Einheimischen nun „Aporto! Aporto!“ skandierten. So nennt man in Sierra Leone weiße Menschen. Vornehmlich Kinder waren hierfür verantwortlich. Oftmals wurde dieser Ausruf noch durch „Money! Money!!!“ ergänzt. Bei dem Passieren eines Dorfes mit einer Horde Kinder konnte ich sogar aus dem Augenwinkel beim Vorbeifahren noch wahrnehmen, wie eines dieser Kinder einen Stein nach mir warf.
Langsam mussten wir uns dann Gedanken um einen Schlafplatz machen, da wir noch ein weiteres Problem hatten: Das Handy von Lucas, das vor einiger Zeit mal auf den Boden gefallen ist, hatte nämlich den Geist aufgegeben. Der Bildschirm war schwarz, somit Lucas leider nicht erreichbar. Ich machte mit ihm vor Weiterfahrt aus, dass wir spätestens im nächsten Ort mit dem skurrilen Namen „Lungi Lol“ einen Schlafplatz suchen – lol. Falls wir nicht direkt sichtbar neben der Straße sind, solle ich ein Kleidungsstück als „Markierung“ an den Straßenrand legen.
Der Ort lag 32 Kilometer hinter Porto Loko und war bei dem feinen Asphalt auch schnell erreicht. Kurz vor Ortseingang fiel uns eine weitläufige, ebene Fläche neben der Straße auf. Bei den Anwohnern fragten wir nach Erlaubnis, unsere Zelte dort aufzustellen. Da die Fläche jedoch in Privatbesitz war, mussten diese erst einmal telefonieren und wir dementsprechend warten. Immerhin kam in dieser Zeit auch Lucas vorbei, sodass wir uns wieder trafen – da war er wirklich flott unterwegs!
Letztendlich durften wir auf der Fläche unser Lager aufschlagen – perfekt! Lediglich die Suche nach Abendessen in dem doch beschaulichen Ort gestaltete sich mühsam. Die anderen beiden fanden noch irgendwo ein Sandwich, während ich mich aus Faulheit mit geschmacksneutralen Keksen an diesem Abend zufrieden gab. In Freetown wird die kulinarische Auswahl ja hoffentlich wieder reichhaltiger sein…

Nach Sonnenuntergang verschwanden wir dann relativ bald in den Zelten, da sich die Moskitos hier wiederum durchaus als aggressiv erwiesen. Am nächsten Tag blieb noch genau eine Marathondistanz bis zum Hafen in der Ortschaft Tagrin, wo die Fähre nach Freetown übersetzen sollte um halb 3 mittags – also ein relativ entspanntes Programm.
Der nächste Morgen begrüßte uns dann wiederum mit sehr dichtem Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit – eine sehr mystische Stimmung in der Früh in angenehmer Luft. Ich war wiederum deutlich schneller wach als die anderen beiden und dementsprechend früher abfahrbereit, sodass wir den Treffpunkt des Hafens ausmachten und ich schon einmal losfuhr.

Der Nebel lichtete sich alsbald und die Sonne brachte einen in der dampfigen Tropenluft wiederum ordentlich ins Schwitzen. Standardmäßig wurden einige Dörfer durchquert mit den üblichen „Aporto“-Rufen. Die Straße blieb in einem Top-Zustand, sodass ich relativ bald in Rotifunk 10 Kilometer vor dem Hafen ankam. Aufgrund von immer noch üppig viel Zeit kehrte ich hier ein und gönnte mir eine Portion Reis mit Sauce – wie immer halt.

Auch die letzten zehn Kilometer waren anschließend schnell absolviert, sodass ich über eineinhalb Stunden vor Abfahrt bereits im Hafen war. Schnell kaufte ich das Ticket, das mit 37 Leones für eine Person inklusive Fahrrad wirklich nur 1,50 Euro kostete. So hatte ich immer noch genügend Bargeld, um mir nach meinen Brunch in Rotifunk gleich die zweite Mahlzeit in einem kleinen Restaurant etwas abseits vom Hafentrubel zu gönnen.
Als die Kellnerin merkte, dass ich aus Deutschland komme, schwärmte diese zugleich von diesem Land voller beruflicher Möglichkeiten. Sie fragte mich, ob ich ihr nicht als Kontakt helfen könne, um in Form eines „Invitation letter“ die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, ein Visum für Deutschland zu bekommen – weil es ja auch ihr Traum wäre, sich eines Tages in diesem Land voller Möglichkeiten ein neues Leben aufzubauen.
Freundlich, aber bestimmt musste ich diesem Fall ablehnen. Ich würde der Dame ja gerne weiterhelfen, weiß aber erstens gar nicht, wie meine weitere Zukunft in Deutschland überhaupt aussehen wird und habe außerdem auch überhaupt keine Ahnung, welche Pflichten und Konsequenzen ich in einem solchen Fall zu tragen hätte – nein danke, das lassen wir lieber.
Ich genoss meinen Nudelsalat mit Gemüse (natürlich hier wieder in Mayonnaise und Ketchup getränkt), ehe ich wieder auf die anderen beiden traf. Gemeinsam ließen wir noch etwas die Zeit verstreichen, ehe wir pünktlich die Fähre betraten, die sich anschließend füllte und füllte und letzten Endes hoffnungslos überlaufen war von Menschen und Autos, ehe mit stattlicher Verspätung die Überfahrt des Sierra-Leone-Rivers begann.
Die ca. sieben Kilometer lange Überfahrt zog sich in die Länge. Aufgrund der Trockenzeit und des Einflusses des Wüstenwindes „Hamattan“, der in Form des Nordost-Passatwindes staubige Grüße aus der Sahara schickt, war die Sicht stark eingeschränkt. Erst kurz vor dem Ziel konnten wir den ersten Blick auf die Gegend rund um Freetown erhaschen.

Der Eindruck war dann auch durchaus überraschend: Die Stadt lag komplett am Hang, wilde Berge türmten sich direkt hinter Freetown in die Höhe – ein beeindruckender Anblick. Das Meer glich jedoch hier einer einzigen Brühe, der Ölfilm auf der Wasseroberfläche war an jeder Stelle sichtbar. Zudem warfen alle Fährengäste vor dem Verlassen ihren Müll fröhlich ins Meer – ein trauriger Anblick.
Wie dem auch sei – nach Ankunft hatten wir noch ca. fünf Kilometer bis zu unserem gebuchten Hostel. Auf dem Weg durch den chaotischen Stadtverkehr gab es jedoch noch eine Überraschung: Irgendwo auf Mitte des Weges war ein riesiger Markt, wo sich die Menschenmassen nur so tummelten. Ein Durchkommen war fast unmöglich. Wir mussten absteigen und langsam durchschieben. In unserer Müdigkeit aufgrund des schwülheißen Wetters natürlich etwas nervig. In Shoppinglaune waren wir zudem nur bedingt, wollten wir doch erstmal nur ankommen und kurz verschnaufen.
Nach fast einem Kilometer Schieben durch die Marktstraße haben wir es endlich geschafft und das Hostel war noch einen Kilometer entfernt. Jetzt mussten wir nochmal ein paar Höhenmeter hinaufkurbeln, da das Hostel am Fuße des Hangs lag. Außerdem führte der Weg durch Militärgelände, wo wir wiederum angehalten wurden und erst nach dreimaliger Rückversicherung, dass wir den Weg zum Hostel kennen und wirklich nur ungefährliche Fahrradtouristen sind, passieren konnten.
Am späten Nachmittag kamen wir schließlich an, konnten unsere Räder verstauen und nach dem Transport unserer schweren Taschen in das Zimmer des ersten Stocks konnten wir diesen anstrengenden Tag endlich abhaken und uns auf ein paar Tage in der Hauptstadt Sierra Leones freuen. Langweilig sollte es jedoch nicht werden: Lucas musste sich um sein Handy kümmern, allgemein mussten wir uns darum kümmern, an Bargeld zu kommen. Und zwischendrin möchte man ja auch ein bisschen Sightseeing erleben…


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