An jenem Montagnachmittag begann also unsere selbst festgelegte Generalprobe – nachdem wir kurz zuvor noch als Hauptdarsteller an einem Gerichtstermin teilnehmen durften. Jetzt heißt es weiterradeln – auf Gravelstraße wieder rein in den Dschungel. Wer weiß – vielleicht hilft die Schönheit der Natur hier ja auch, Abstand von den unschönen Vorfällen zu bekommen, die im vorherigen Blog erwähnt wurden.

So fuhren wir also wieder los, raus aus dem „Kleinstädtchen“ Moyamba, wieder rein in die Natur des Dschungels entlang der Old Train Road. Erst führte der Weg malerisch mit Ausblick dahin, ehe wir einen ebenso malerischen Fluss überquerten.

Wieder auf der Old Train Road.
Auf der Brücke.
Herrlicher Ausblick.

Im Anschluss ging es auf weiter komfortablem, nur an wenigen Stellen leicht sandigem Gravel dahin durch lichten Dschungel, immer wieder unterbrochen von so manchem Örtchen.

In einem erblickte man schließlich an einer Tankstelle unvermittelt einen 7Eleven. Unvorstellbar – ein Mini-Supermarkt hier irgendwo im Dschungel-Nirgendwo in einem kleinen Örtchen.

Hinten kann man das „7Eleven“-Schild erahnen.

Zumindest gab es alle Getränke zur Auswahl, auch Bissap-Saft, den ich langsam schön vermisst habe. Nach Einkauf und Pause setzten wir den Weiterweg fort, es ging weiter entspannt dahin, ehe nach dreißig Kilometern ein Abzweig zu einem schmaleren und deutlich schottrigeren Trail wartete. Das merkte ich auch sogleich, als ich bei einer Bergabfahrt zu schnell unterwegs war und den Halt verlor im Schotter – aber alles halb so wild, keine Verletzung o.ä. 😁

In wunderbarer Abendstimmung fuhren wir noch wenige Kilometer dahin, ehe wir das nächste Dorf erreichten. Hier fragten wir schließlich nach der Möglichkeit, unser Zelt aufzubauen.

Abendstimmung.

Der sehr herzliche Dorfchef zeigte uns einen sicheren Platz in einem im Bau befindlichen Haus. Er wies uns einen Raum zu und hatte sogar eine Plane bereit, die er auf dem Boden auslegte, damit unsere Zelte nicht schmutzig wurden – wahre Gastfreundschaft und doch eigentlich so liebe Menschen in Sierra Leone!

Mit etwas Tetris bekamen wir dann auch alle Zelte hinein. Uns wurde sogar eine Bank bereit gestellt, sowie ein Eimer, um unsere Füße zu waschen – herrlich. Die Lage des offenen Hauses in Mitten vom Grün des Dschungels hatte definitiv seinen ganz eigenen Reiz – und war bis auf ein paar neugierige Dorfbewohner, die aber nur mal eben kurz vorbeischauen wollten, mehr als ruhig – angesehen von den typischen Naturgeräuschen.

Etwas chaotisch.

Diese schienen Jannick jedoch wohl perfekt zum Einschlafen zu bringen. Ab 20 Uhr schlief er wie ein Stein, während Lucas und ich noch etwas länger wach waren. Die Nacht verlief dann ebenso ruhig, und um 8 Uhr waren dann alle wach. Auch Jannick nach sage und schreibe 12 Stunden Schlaf. Als ich ihn darauf ansprach meinte er, dass er sich irgendwie „brutal müde“ gefühlt habe.

Guten Morgen!

Nun so sei es, aber wenn du dich jetzt gut fühlst, dann ist ja alles im Lot für die 70 Kilometer Dschungeldurchquerung bis Bo, die nun noch auf dem Hauptteil der Old Train Road anstanden. Und mich freut es ja, dass Jannick anscheinend wieder gut und erholsam schlafen kann. Nach Haferflocken und Zusammenpacken verabschiedeten wir uns von den mehr als angenehmen Gastgebern und starteten die Tour.

Nach kurzen Aufwärmkilometern bog nach rechts ein kleiner, sandiger Trail ab, der wahrlich hohe Konzentration erforderte. In einem kleinen Örtchen legten wir bald die erste Wasserauffüll-Pause ein, ehe anschließend der Weg auch welliger wurde und der ein oder andere Gravel-Höhenmeter mit von der Partie war. Bald fragte Jannick nach einer erneuten Pause, die wir dann schließlich am Fluss Tai einlegten – immerhin gab es etwas Gebäck!

Am Fluss.
Es geht tiefer in den Dschungel rein.

Nach der Flussüberquerung und dem Örtchen Mano zog sich der Weg wieder zu zum Trail, und auch die ersten abenteuerlichen Flussübergänge wurden überquert. Relativ bald machten wir auf Jannicks Wunsch wieder Pause. Erstmals ließ er anklingen, dass heute nicht sein Tag sei…40 Kilometer waren es noch bis Bo bzw. zurück in die Zivilisation. Die sollten wir also definitiv noch irgendwie schaffen…

Etwas abenteuerlich.
Pause.

Nach der idyllischen Schattenpause machten wir uns wieder auf. Der Trail blieb schmal und teilweise auch sandig, führte über abenteuerliche Brücken, an denen man einzelne Hinweise auf die ehemalige Bahnlinie, wie etwa Gleisreiste, erkennen konnte. Schließlich erreichten wir ein Dorf mit einer Sitzgelegenheit – die nächste Gelegenheit für eine Pause.

Jannick legte sich sogleich flach hin und schloss die Augen. „Glaubst du denn, du schaffst die restlichen 30 Kilometer?“, fragte ich ihn. „Muss ja irgendwie…“, so die Antwort in fast gequältem Ton. „Wie müde fühlst du dich denn? So signifikant müder als normal, dass du eventuell das Malaria-Medikament nehmen solltest?“, hakte ich nach.

Der Hintergrund: Bei einer Einweisung zu dem Notfallmedikament aus der Apotheke wurde uns erklärt, dieses konsequent einzunehmen bei ersten Symptomen, die den Verdacht auf Malaria nahelegen. Hier wurde explizit auch abnormale Müdigkeit erwähnt.

Jannick nahm nach kurzem Zögern dann auch tatsächlich vorsichtshalber die erste Tablette. Muss wohl wirklich arg sein mit dem müden, angeschlagenen Zustand. 🫨 Noch 30 Kilometer bis Zivilisation und Infrastruktur. So fuhren wir erstmal weiter…genießen konnte man den Trail unter den Voraussetzungen natürlich nur noch so semi.

Eigentlich ein so schöner Trail.

Weitere 10 Kilometer biss sich Jannick durch, ehe wir an einer geeigneten Schattenstelle wieder Pause machten – noch 20! Auf geht’s, du schaffst das, du Teufelskerl!

Weiter ging der noch leicht sandige Trail durch so manches Waldstück und die letzten paar abenteuerlichen Brücken. Auf den letzten Zügen gab es dann 10 Kilometer vor der ersehnten Stadt Bo eine letzte Pause. Jannick atmete tief durch, konnte sich dann aber nochmal aufs Fahrrad schwingen.

Nochmal eine Flussüberquerung.
…die Überquerung war wieder abenteuerlich.

Bald endete der Trail und ging wieder in eine Gravelstraße über, die durch die nun wieder etwas belebteren Vororte von Bo führte. Dann – endlich – hatten wir nach genau 100 Kilometern seit Moyamba wieder Asphalt unter den Reifen. Es wurde noch kurz frisches Wasser geholt, ehe die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz in Form einer Tankstelle begonnen wurde.

Nach Marktüberquerung schauten wir entlang der doch sehr geschäftigen Hauptstraße. Tankstellen waren leider rar, doch schließlich fanden wir eine. Sie war zwar wirklich sehr „busy“ und laut, aber besser als nichts, oder?

Jannick nutzte den Moment zum Verschnaufen, während Lucas und ich in den Laden der Tankstelle gingen und nach der Erlaubnis zum Aufstellen der Zelte fragten. Diesmal insbesondere mit der Begründung, dass unser Kollege sehr müde sei und wir schnell einen Platz zum Erholen bräuchten.

Die Herrschaften zogen hierauf eher die Augenbrauen hoch und wiesen uns darauf hin, dass diese Tanke auch abends und nachts wirklich sehr „busy“ sei und wir uns wirklich keinen Gefallen tun würden.

„But we have no alternative. We travel low-budget. Getting a hotel room is out of our budget. That’s better than nothing…“, rechtfertigten wir uns. Es gab zwar weitere Tankstellen am Weg, doch auch bei diesen werde es wohl nicht einfach sein…vorgeschlagene, geeignete Tankstellen waren weit weg vom Weg.

Schließlich trat Prince aus der Gruppe hervor und bot uns an, dass er ja ein Zimmer bei sich frei habe, wo wir gerne schlafen könnten – wenn nötig auch zwei Nächte, um sich zu erholen! Es würde zwar einen kleinen Umweg bedeuten, insgesamt sei er aber nur drei Kilometer entfernt…

Sehr zuvorkommend! Wir hatten zwar nicht so wirklich Lust, jetzt noch einmal weiterzufahren, doch wir nahmen das Angebot dankend an. Sein Kollege Ibrahim fuhr mit dem Motorroller vor uns voraus und führte uns den Weg zu der Wohnung. Es zog sich, und aus den versprochenen drei Kilometern wurden schließlich deren sechs. Doch bei Ankunft fiel uns fast die Kinnlade herunter: Ein wahres Luxusanwesen!

Ibrahim, übrigens der Angestellte von Prince, zeigte uns den Weg zu unserer Unterkunft: Ein großes XXL-Luxus-Hotelzimmer! Mit Klimaanlage und sogar Warmwasserdusche!

Wir schauten uns noch ein wenig in dem Zimmer um, bevor die nächste Überraschung kam: Ibrahim erklärte, dass wir schon einmal sagen sollen, was wir zum Frühstück am nächsten Tag wollen. Sie kaufen es nachher und servieren es uns morgen früh. Außerdem bot Ibrahim uns an, auszugehen in eine Bar in Bo und noch ein bisschen ins Nachtleben der Stadt einzutauchen.

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen – eine Stunde später wurden wir dann auch schon in dem höherpreisigen Wagen von Prince abgeholt und waren auf dem Weg zu einer hübschen Bar, wo auf einer Leinwand sogar Fußball lief: FC Bayern München gegen Celtic Glasgow!

Fußballabend in Bo.

Dazu gab’s Bier und ein westliches Abendessen – natürlich alles ausgegeben von Prince. Wir drei schauten uns an und konnten gar nicht glauben, was hier gerade passiert. Heute am frühen Abend wollten wir doch nur verzweifelt irgendwo an einer lauten Tankstelle campen – und jetzt das! Selbst bei Jannick schien nun alle Müdigkeit abhanden gekommen zu sein, er war komplett im Spaßmodus.

Vorzügliches Abendessen.

Nach dem Abendessen fuhren wir weiter zu der bereits bekannten Tankstelle. Das Fußballspiel war übrigens noch nicht vorbei. Dass Davies die Bayern mit einem Last-Minute-Ausgleich noch vor der Verlängerung bewahrte, erfuhr ich erst hinterher.

Derweil standen wir an jener Tanke und unterhielten uns nun bei einem Bier. Prince erzählte uns, dass er Ingenieur ist und ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern besitzt, das verschiedene Projekte innerhalb von Sierra Leone umsetzt, unter anderem auch den Bau des Fußballstations von Bo. Auch sein Mitarbeiter Ibrahim war natürlich dabei und schwärmte davon, unter ihm und seiner Führungskultur zu arbeiten. Wow – das ganze Team macht einen so glücklichen und einfach wohlhabenden Eindruck! Das lässt einen respektvoll und anerkennend zurück!

Nach dem Austausch ging’s weiter in die nächste Bar, wo wir noch etwas die Musik genossen und einige Erinnerungsfotos vom Nachtleben in Sierra Leone schossen. Alle tranken das nächste Bier bis auf mich. Ich schwenkte auf Wasser um, da ich merkte, dass mein Körper einfach kaum noch Toleranz für Alkohol besaß…meine zwei Bier spürte ich bereits deutlich.

Das erste Mal Nachtleben seit Ewigkeiten.

Vor der Heimfahrt wurde noch im Supermarkt eingekauft, wo uns wirklich jeder Frühstückswunsch von den Wimpern abgelesen wurde. Über 40 Euro gab man für unser Frühstück aus – das wäre doch nicht nötig gewesen! Uns war die Situation fast ein bisschen unangenehm. Wir haben heute am frühen Abend wie gesagt mit vielem gerechnet – aber niemals mit so etwas 😉

Am späten Abend fuhren wir zurück und legten uns dann kurz darauf auch schlafen. Dank des XXL-Kingsize-Betts konnten wir sogar zu dritt drauf schlafen.

In der Früh fragte ich Jannick nach der Befindlichkeit. Die simple Antwort: „Schlecht! Sehr schlecht!“ Jannick sah definitiv krank aus. Seine Stirn fühlt sich heiß an – klare Sache: Fieber! Dann bleib heute mal im Bett, kurier dich gut aus und nimm das Medikament wieder! Ich will nicht beurteilen, inwieweit der Alkohol vom Vortrag den Zustand noch verschlechtert hat…jedenfalls nehmen wir die zwei angebotenen Nächte mal definitiv in Anspruch.

Um 10 Uhr jedoch musste Jannick einmal aufstehen, hatte doch Prince‘ Privatköchin uns mit unseren Wünschen ein prächtiges Frühstück gezaubert. Herrlich, gestern noch irgendwo in einem unfertigen Haus im Dschungel aufgewacht, genießen wir 24 Stunden später Luxus. Wenn Jannick jetzt noch gesund wäre…

Leider musste er schweren Herzens einen Großteil seiner Portion stehen lassen und sich wieder hinlegen. Lucas und ich genossen bei Kaffee noch etwas die Zeit, ehe wir erst einmal verdauen mussten nach der großzügigen Portion.

Vorzügliches Frühstück!

Ein paar To Do’s hatten wir dann sogar noch in der Innenstadt von Bo: Das Bargeld war ja, wie bereits im vorherigen Blog erwähnt, wieder knapp. Und Lucas brauchte eine neue Powerbank, da seine aktuelle nicht ausreicht bei mehreren Tagen ohne Strom. Und sein Ladeadapter funktionierte auch einmal nicht mehr…

Vorher gab’s in der Wohnung natürlich ein anderes To Do, wenns denn schonmal Warmwasser gibt: Handwäsche! Wer weiß, wann es wieder möglich ist…die großzügige Veranda der Wohnung war der perfekte Ort, um die Wäsche aufzuhängen und das Interieur frischer Kleidung für die Weiterfahrt wieder aufzufüllen.

Nachmittags nahmen Lucas und ich unsere Räder und machten uns auf den Weg ins Zentrum von Bo, da das Zimmer von Prince etwas außerhalb lag. Jannick wurde derweil von den Haushütern mit Wasser prächtig versorgt. Nach fünf Kilometern standen wir im chaotischen Verkehrstreiben inmitten von geschäftigen Straßenrändern. Wir probierten ein paar ATMs aus, doch leider nichts zu machen.

Bevor alle Stricke reißen, musste Lucas seine Notfall-Visakarte hervorholen und so mit Geld versorgen. Leider war das Limit schnell erreicht, aber so hatten wir wenigstens wieder ein paar Leones. Lucas hatte zumindest genug, um sich nach zähen Verhandlungen seine ersehnte Powerbank zu besorgen. Hiernach traten wir dann auch bereits den Rückweg an, wobei ich mir nochmal ein zweites Notfallmedikament für Malaria in der Apotheke holte – sicher ist sicher, sollte es mich doch auch irgendwie treffen.

Bo-Zentrum.

Weiters fanden wir dann sogar noch einen ATM, wo Lucas‘ normale Karte auch funktionierte. Nun hoben wir etwas mehr ab, sodass jeder wieder genug Bargeld hatte, inklusive des Wechselns an der Grenze zu Liberia. Einen Geldautomaten soll es nämlich erst wieder in Monrovia geben, der Hauptstadt von Liberia. Bis dahin muss das Gewechselte an der Grenze reichen…

Schließlich waren wir dann am frühen Abend wieder an der Luxusunterkunft – perfekt zum Abendessen, das Prince‘ Köchin wieder perfekt nach unseren Wünschen auftischte: Wir haben uns Kassava gewünscht, eine Reisspezialität hier in Sierra Leone. Und – wie ebenfalls üblich hier – auch ziemlich scharf. Jannick musste leider wieder passen und schaffte seine Portion nicht. Wer will es ihm verdenken mit Malaria…

Dinner.

Aufgrund von Jannicks noch nicht wesentlich besserem Zustand sprachen Lucas und ich auch gleich hinterher mit Prince, erklärten die Situation und fragten nach einer dritten Nacht. Die Situation war uns furchtbar unangenehm, weil wir schon so viel genommen haben, bzw. bekommen haben – und nun nach noch mehr fragten…aber es war schließlich auch eine kleine Notsituation.

Prince willigte jedoch ohne Probleme ein, jedoch mit dem Zusatz, dass er am morgigen Tag nicht da sei: Eine Dienstreise wartet. Erleichtert unterrichteten wir Jannick, dass er sich noch einen Extratag problemlos regenerieren kann.

Aus Solidarität zu Jannick (oder auch aus allgemeiner Müdigkeit 😉) lehnten Lucas und ich dann auch das Angebot zum erneuten Ausgehen in Bo ab. Auch auf das dritte Angebot, die Bestellung einer H***, verzichteten wir dann doch lieber dankend 😉

Wie es unter körperlich stark unter Strom stehenden Radfahrern nunmal üblich ist, wurde geschlafen, in froher Vorfreude wiederum auf das Frühstück am nächsten Tag in der Früh, das uns aufgetischt wurde.

Kurzum: Es war so reichhaltig, dass wir erstmal für lange Zeit zu nichts mehr zu gebrauchen waren. Auch Jannick schien auf dem Weg der Besserung und konnte zumindest wieder etwas mehr essen.

Aufgrund der weiteren Zeit wurde noch einmal Handwäsche gemacht. Später wollten Lucas und ich noch einmal los, um in einem Supermarkt Proviant zu besorgen für die Weiterfahrt. Die Frau von Prince, die da war, fuhr uns zuvorkommenderweise zum Supermarkt, an dem bereits am Abend zwei Tage zuvor unser Frühstück eingekauft wurde.

Der Supermarkt war zwar westlich und teuer, jedoch gab es auch richtige Schnapper, wie bspw. 1 Kilogramm Haferflocken für umgerechnet einen Euro. So deckten wir uns ein. Anschließend erfüllte ich noch Jannick den Wunsch, ein neues Notfallmedikament aus der Apotheke zu holen für den Fall der Fälle in der Zukunft…

Zurück zum wohl jetzt wirklich letzten Abendessen in Bo gab es noch einmal Kassava. Jannick konnte nun auch deutlich mehr verputzen und gab grünes Licht, dass wir es am nächsten Tag versuchen können, wieder loszufahren. Ich freute mich sehr, auch wenn du ja auf deinen Körper hören sollst! Experimente sind in dem Fall fehl am Platz…auf jeden Fall war das Fieber mal komplett weg, das sollte die Grundvoraussetzung sein.

Auch nach der Nacht änderte sich nichts am grünen Licht von Jannick, sodass wir den Tag mit gemischten Gefühlen begannen. Erstens voller Tatendrang, da wir nun endlich wieder rollen konnten nach zwei Tagen Zwangspause. Zweitens jedoch auch etwas traurig, da wir uns nun wieder aus der „Luxusbubble“ verabschieden müssen – waren schöne zwei Tage, aber jetzt besteht das Leben wieder aus Zelten, Fahrradfahren und Haferflocken!

Aufgrund dieses Abschieds ließen wir uns natürlich auch alle Zeit der Welt und bereiteten zudem noch ein paar warme Worte für Prince vor in Verbindung mit ein paar Muffins aus dem Supermarkt – zumindest eine kleine Geste, die zum Ausdruck bringen soll, wie dankbar wir sind für die vergangenen zwei Tage.

Abschiedsgruß.
Abschied vom Luxus.

Diese Begegnung an der Tankstelle war ein echter Gamechanger. Ich meine: Wie wäre es sonst gelaufen? Jannick wäre wohl ins Krankenhaus gegangen und Lucas und ich hätten uns irgendeine Unterkunft für die Zwischenzeit suchen müssen. Da stellte das doch eine sehr elegante Lösung dar!

Das dritte Gefühl waren jedoch auch leise Zweifel: War Jannick wirklich schon wieder fit genug? Hält er der Belastung stand? Hätte er doch noch Pause benötigt? Mit all diesen Fragen rollten wir schließlich um 13 Uhr los in Richtung liberische Grenze.

Wieder raus aus der Luxusanlage.

Das Gute daran: In all diesen Gedanken und bei all dem, was in der Zwischenzeit schon wieder passiert ist, war der Überfall aus dem vorherigen Blogbeitrag gefühlt schon wieder kein Thema mehr.

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