Was ein Sonntagabend am 23. März: Erstmals seit dem 2. März genossen wir eine komfortable Unterkunft, vielleicht sogar die modernste seit Marokko: Eine große Küche, geräumige Sofas, gemütliche Sitzgelegenheiten, das erste Mal seit Senegal WLAN, eine Waschmaschine – mittlerweile sind diese Dinge fast zur Rarität geworden!

Auf die faule Haut legen konnten wir uns aber an diesem Abend nicht sofort: Die Hausaufgabe der Erledigung des Online-Formulares für das Ghana-Visum wartete. Und diese war leider alles andere als ein Spaziergang. Die Vorzeichen waren bereits nicht optimal, da Jannick von seinem Einkauf verzögert zurückkam: An einer unübersichtlichen Kreuzung hat ihn ein Rollerfahrer gerammt. Das Ergebnis: Eine kaputte Schnalle der Gepäcktasche und ein Achter im Laufrad sowie ein kleiner Schockzustand…aber das nur als Randnotiz.
Zurück zum Formular: Insgesamt sechs Schritte besaß das dieses. Zuerst musste man alle seine üblichen Daten eingeben – so weit, so gut. Die Crux hierbei: Damit man das Formular überhaupt weiter ausfüllen konnte, musste man angeben, man sei Staatsbürger der Elfenbeinküste sowie eine einheimische Adresse vorweisen – praktischerweise hatten wir die von unserem Airbnb vorliegen.
Blöderweise kann man das Wort „County“ leicht mit „Country“ verwechseln. Dank eines Lese- sowie eines Anfängerfehlers tippte ich also zuerst „Germany“ ein – und aufgrund eines Bugs in dem Formular konnte ich dies leider nicht mehr rückgängig machen. So half nur eine große Entschuldigung sowie Aufklärung bei dem Punkt „weitere Informationen/Anmerkungen“ am Ende.
Man musste zudem zwei gebuchte Unterkünfte vorweisen, sodass wieder einmal auf den klassischen Buchungsseiten schnell welche mit kostenloser Stornierung gebucht wurden. Zudem musste man einen Host und seine Daten nennen, sodass bei einer Airbnb-Buchung noch der Gastgeber kontaktiert werden musste – immerhin kam sofort eine Antwort mit den benötigten Informationen.
Eine weitere Tücke ist die Eingabe der Adressen der Unterkünfte in Ghana. In dem Land gibt es nämlich ein eigenes Adresssystem, welches sich „digitale Adresse“ nennt. Man musste also googeln, um eine Karte zu finden für jene Adressen. Man muss sich nun den Standort von Google Maps genau einprägen und auf der Karte verorten. Anschließend erhält man einen Code, den man ins Formular kopieren muss: Der digitale Adresscode.
Nachdem man sich hier überall durchgewuselt hat, geht’s schließlich ans Eingemachte: Passfoto hochladen, Reisepassseite hochladen, Buchungsbestätigungen hochladen sowie eine Karte mit der geplanten Route durch Ghana („Travel Itenary“), sowie eine Route der besuchten Länder sowie die angepeilten Länder nach Ghana. Ich hielt es in diesem Fall einfach:


Letztlich war es 2 Uhr nachts, bis wir alle Formulare abgeschickt haben und es soweit gepasst hat. Danke auch an Leon, dem wir auf seiner Durchreise nach Ghana für zwei Nächte Asyl gaben in unserem Airbnb. Er half uns im Gegenzug tatkräftig und verriet uns so manchen Trick, da er das Visum bereits vorher bearbeitet hatte. Unter anderem auch, dass man für den Download des abgeschickten Formulars den Mozilla Firefox Browser installieren muss, da es mit Chrome nicht funktioniert…
Am nächsten Tag stand nun der Gang zur ghanaischen Botschaft an. Wir haben den Zeitslot 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr ausgewählt, um ohne Stress ausschlafen zu können.
Für mich wurde hieraus jedoch nichts, da ich allgemein nicht gut geschlafen habe und nach fünf Stunden Schlaf um 7 Uhr bereits wach war. Ich machte mir einfach zu viele Sorgen wegen diesem doch sehr aufwendigen und komplizierten Visum. Zudem kamen meine offenen Wunden an den Beinen. Einmal auf die falsche Stelle gedreht im Schlaf, und ein schmerzhaftes Erwachen war die Folge.
Ich war zwar unausgeschlafen, aber immerhin konnte ich so in der Früh mit Leon noch kurz quatschen, ehe dieser bereits zur Botschaft musste: Sein gewählter Zeitslot im Formular war bereits um 9:30 Uhr an jenem Tag.
Am späten Vormittag nach einem halbwegs entspannten Start in den Tag machten auch wir uns auf den Weg. Erst einmal zu Fuß zu einem einen Kilometet entfernten Copyshop, den Leon vorher bereits gescoutet hatte. Man musste nämlich alle Anlagen inklusive des heruntergeladenen Formulares noch einmal ausgedruckt mitbringen zur Botschaft.
Nachdem jeder ungefähr 10 Blatt Papier mit sich umhertrug, hielten wir das nächste Taxi an der Straße an. Für die sechs Kilometer zur Botschaft wollte der Fahrer zuerst 4.000 CFA (ca. 6 Euro), schließlich konnten wir uns jedoch auf 3.000 CFA und somit ca. 4,50 Euro einigen, beim Aufteilen auf drei Personen sehr erschwinglich.
Gottseidank nahm sich der hektische Verkehr durch Abidjan eine kurze Pause, sodass wir schnell in der Nähe von der Botschaft waren. Jetzt mussten wir nur noch wiederum Geld holen, um das Visum bezahlen zu können, was wiederum im dritten Anlauf gelang.
Lucas nahm sich das 72-Stunden-Visum für 60.000 CFA (90 Euro), da er plante, vor Jannick und mir weiterzufahren und wieder alleine weiterzumachen. Jannick und ich peilten wie geplant das Standardvisum mit fünf Werktagen Bearbeitungszeit an für 40.000 CFA, um die Zeit für Erholung und andere Erledigungen zu nutzen.
In der Botschaft dann jedoch eine kleine Hiobsbotschaft: In dieser Woche ist bereits ein regulärer Feiertag in der Elfenbeinküste, während Anfang der nächsten Woche noch zwei Feiertage aufgrund des Endes vom Ramadan folgen – puuh, einen hatten wir auf dem Schirm, weshalb wir das ursprünglich bis Montag gebuchte Airbnb bis Dienstag verlängerten. Aber drei?!
Hinzu kam, dass Lucas als Expresskunde natürlich bei der Eingabe seiner Daten in das System uns vorgezogen werde. Die Zeit der Werktage startet erst, nachdem alle unsere Daten in das System eingegeben und bestätigt wurden. Wenn das erst nach 14 Uhr passiert, so startet die Zeit erst einen Tag später. Bedeutete konkret: Statt des ursprünglich angedachten Montags eine Woche später konnten wir das Visum erst Freitag in über 1,5 Wochen abholen. Man bot uns aber an, spontan zum Express-Visum zu wechseln und 20.000 CFA mehr zu zahlen.
Jannick und ich waren etwas hin- und hergerissen. Weil wir jedoch eh das Airbnb bereits für über eine Woche gebucht haben und reichlich Optionen vorhanden waren, dass man für drei zusätzliche Nächte nicht mehr Aufpreis pro Person zahlt als die 30 Euro vom Visa, blieben wir bei der Standardvariante. Bestärkt wurde diese Entscheidung dadurch, dass wir aufgrund anderer Faktoren, die zu geeignetem Zeitpunkt offengelegt werden, eh mehr als genug Zeit hatten – drei zusätzliche Tage spielten also keine Rolle, und in unserem Zustand konnten wir die zusätzliche Erholung eventuell auch ganz gut gebrauchen…
Leon holte sich im Gegenzug zu uns das 24-Stunden-Visa für 120 Euro. Er hatte Zeitdruck, da sein Abenteuer in Ghana enden sollte und sein Rückflug schon bald auf dem Programm stand.
Immerhin konnten wir so einen schönen letzten Abend verbringen, auch wenn es mir nicht so gut ging. Meine physische Gesundheit ist nämlich untrennbar mit meiner psychischen verknüpft. Als ich drei Tage zuvor abends Fieber bekam, wir aber am nächsten Tag 100 Kilometer geplant haben und ich vom Kopf her darauf vorbereitet war, ging alles gut und mein Körper funktionierte. Nun wusste ich, dass ich fast zwei Wochen zur Regeneration habe – und sofort ging es mir signifikant schlechter und ich hatte einen wahren Fieberschub, sodass ich beim anschließenden Supermarktbummel gegenüber schnell im Café verschwand, meinen Kopf in meinen Armen verschränkte und nur wartete, dass die anderen beiden fertig sind, um mit dem nächsten Taxi heimzufahren.
So war dann der Dienstag auch der erste Tag seit meiner Malariaerkrankung, wo ich quasi nichts tat außer Liegen und Regenerieren – Sightseeingaktivitäten wurden aufgrund unserer vielen Zeit nach hinten verschoben. Ich deckte mich am Vortag noch mit Allerhand Verbandsmittel aus der Apotheke ein, um meine Wunden zu behandeln. Allein: Abhilfe brachte es kaum, irgendwie will das einfach nicht richtig heilen…
Na ja, vielleicht half ja eben nun die Ruhe, die nur durch Leons Abschied unterbrochen wurde, als dieser mittags sein Visum abholen konnte. Mach’s gut mein Freund, man sieht sich immer zweimal im Leben! 😉

Auch der nächste Tag war vom Ausruhen dominiert, lediglich ein tropischer Starkregenschauer zog uns kurz aus der Lethargie. Gut, dass wir nicht auf dem Fahrrad saßen – auch wenn es uns früher oder später erwischen wird, die Regenzeit rückt näher! 😉

Erst am späten Nachmittag konnten wir uns aufraffen, einen kleinen Spaziergang zu einem Einkaufszentrum im benachbarten Viertel zu machen. Dort angekommen, bekam man wieder den Eindruck einer europäischen Großstadt: Moderne Geschäfte, ein großer Supermarkt und sogar Luxusmarken waren vertreten – da reibt man sich die Augen nach den Eindrücken der letzten Wochen und Monate. Leider hatte das Geschäft, weshalb wir einigentlich gekommen sind, bereits zu: Der Decathlon. So nahmen wir nach einem großen Lebensmittelbummel bereits im Dunkeln ein Taxi zurück zur Unterkunft.

Tags darauf war es bereits Donnerstag, und nach zwei mehr oder weniger großen Entspannungstagen wollten wir nun endlich unsere To Do’s abarbeiten: Das Fahrrad brauchte eine grundlegende Wartung. Ca. sechs Kilometer von der Wohnung gab’s einen vielversprechenden Bikeshop – also nichts wie ab in den Sattel und einmal durch den Stadtverkehr fahren nach einem wiederum entspannten Morgen.
Lucas fuhr bereits etwas früher los, da sein Visum nun fertig sein sollte. Wir trafen uns dann wieder am Bikeshop – Lucas ohne Visum in der Tasche. Die Botschaft hat nämlich die ganze Zeit vom Freitag als Feiertag gesprochen, anscheinend war es aber doch der Donnerstag. Blöd gelaufen…
Da ich beim Bikeshop aufgrund der vielen Zeit eh einen großen Wartungsservice plante, brachte ich auch meine Ersatz-Bremsscheiben sowie Mäntel mit. Dann kann man diese gleich mitwechseln und ich spare endlich Gewicht. Jannick brachte sein Fahrrad auch vorbei, um seinen durch den Unfall verursachten Achter im Vorderrad zu beseitigen bzw. dieses zu zentrieren. Lucas wollte nur das Fahrrad generell kontrollieren sowie seine Taschenhalterung reparieren, die abgebrochen ist.

So weit, so gut. Es hieß, dass wir die Fahrräder am Montag wieder abholen können. So verblieben wir und nutzten gleich die Zeit, wenn wir schonmal gemeinsam im Zentrum waren: Wir nahmen uns das nächste Taxi, um zum Plateau-Viertel zu fahren. Es ist quasi das moderne Viertel von Abidjan. Schon bei der Anfahrt beeindruckte die Brücke, über welche die Straße in das Viertel führt.
Der Taxifahrer ließ uns am Beginn des Viertels bei der Cathedrale de St. Paul raus, eines der Wahrzeichen von Abidjan. Unglücklicherweise war diese zugesperrt aufgrund des Feiertages, wodurch wir lediglich durch den Türspalt einen Blick ins Innere erhaschen konnten.


So spazierten wir weiter vor einer imposanten Kulisse von Wolkenkratzern, wie man sie selbst in Deutschland lediglich in Frankfurt bewundern kann. Der höchste war zwar noch im Bau, dennoch bereits ein wahrer Blickfang.

Weiter ging es zum südlichen Teil des Viertels vorbei am Fußballstadion von Abidjan, wo die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste hauptsächlich ihre Länderspiele austrug und unter anderem ein gewisser Didier Drogba in seiner Karriere oftmals aufgelaufen ist. Die moderne Bauweise fügt sich perfekt in das Viertel ein voller Bürobauten, Banken, Regierungsgebäuden und auch moderner Hotels sowie Einkaufszentren.




Es hatte zudem Flair, komplett ohne Hektik durch die Straßen zu flanieren, da man hier die Feiertage wohl sehr ernst nahm und wirklich alles zu hatte. Leider fielen so auch eventuelle Optionen für Lebensmittelversorgung flach. Egal – wir führten unseren Spaziergang weiter bis zur Mosquée Salam du Plateau, eine der größten Moscheen in Afrika und bereits von außen ein Blickfang.

Per Taxi fuhren wir anschließend wieder im letzten Abendlicht zurück zur Unterkunft und ließen den ersten Tag ausklingen, an dem wir wirklich aktiv waren.
Am Freitag konnte Lucas dann endlich sein Visum abholen. Zudem wollte er auch gleich sein Fahrrad wieder aufgabeln, um spontan entscheiden zu können, wann er weiterfährt. Ich begleitete ihn auf der Taxifahrt zur Botschaft und anschließend zum Fahrradladen, da in der Nähe von der Botschaft ein Burger King lag. Ich habe ernährungstechnisch zwei große Schwächen: Süßigkeiten sowie Fast-Food. Letzteres insbesondere, wenn die Möglichkeit lange nicht bestand. Hier gab’s sowas das erste Mal wieder seit Marokko, da musste ich dann fast schwach werden, obwohl das Preisniveau europäisch war. Fazit: Es hat sich gelohnt 😉

Anschließend fuhren wir weiter zum Fahrradladen, wo Lucas sein fertiges Rad abholte. Praktischerweise gab’s ums Eck eine Apotheke, nachdem ich am Vortag wegen Feiertag vergeblich gesucht hatte.
Dieser Besuch sollte sich im Nachhinein als wahrer Gamechanger herausstellen bei der Behandlung der Wunden. Die Apothekerin begutachtete meine mittlerweile stark brennenden und entzündeten Wunden und gab mir Antibiotika mit, die wohl im Frühstadium einer drohenden Sepsis zum Einsatz kommt. Es ergibt Sinn – meine Wunden wurden einfach nicht besser, egal was ich versuchte. Und der im vorherigen Blog angesprochene Fieberschub aus dem Nichts sowie der nach dem Gang zur Botschaft kamen dann wohl eher daher, dass sich mein Körper nicht mehr anders zu helfen wusste gegen die infizierten, offenen Wunden…in Deutschland wäre ein solches Medikamt wohl sicherlich verschreibungspflichtig gewesen.
Man gab mir zudem Wundpuder mit, welches in einem solchen Fall von nässenden und infizierten Wunden wohl deutlich effizienter sei als Salben. Ich investierte also insgesamt 20 Euro für meine Gesundheit und fuhr anschließend mit dem Taxi wieder zur Wohnung, während Lucas selbstverständlich radelte.
Das Wochenende verlief unspektakulär, wiederum zwei absolute Erholungstage mit etwas Fußballbundesliga-Konsum bei der Gelegenheit 😉 Meine Wunden freut es: Mit der Behandlung verschlossen die meisten sich nun schnell – geht doch!

Zudem fanden wir nun ein Anschluss-Airbnb für die Tage von Dienstag bis Freitag. Hierfür sollten wir umziehen auf die Insel, ein anderer Teil der doch weitläufigen Stadt, die Größte der Elfenbeinküste und auch das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die offizielle Hauptstadt ist jedoch Yamoussoukro. Diese Stadt ist im Vergleich mit seinen 360.000 Einwohnern gegenüber Abidjan mit 5 Millionen doch überschaubar. Jedoch entschied der erste Staatspräsident der Elfenbeinküste, Félix Houphouët-Boigny, der auch aus dieser Staat stammte, diese in den 1960er Jahren zur Großstadt umzubauen und zur Hauptstadt zu ernennen. Aufgrund dieses umfangreichen Ausbaus der Stadt und der geringen Einwohnerzahl wird die Stadt im Mund der Einheimischen auch häufig „Geisterstadt“ genannt (danke Leon für die Erklärungen 😉).
Wie dem auch sei – diesen zweiten Teil der Ruhetage in Abidjan sollten wir ohne Lucas verbringen. Er entschied schließlich, am Dienstag nach Ablauf des Airbnbs, uns zu verlassen und alleine weiterzufahren. Nach vier Monaten und knapp 5.000 gemeinsam gefahrenen Kilometern seit dem Beginn der Sahara – etwas Wehmut kam da fast zwangsläufig auf😪
Bevor wir getrennte Wege gehen und das Airbnb gewechselt wird, sollten die Kuriositäten jedoch noch kein Ende finden: Aus der Abholung der Räder am Montag wurde nichts. Der Betreiber entschuldigte sich, da er vergessen hatte, dass Montag der Hauptfeiertag des Fastenbrechens ist, einer der bzw. wenn nicht der wichtigste Feiertag in der muslimisch geprägten Elfenbeinküste. Er bat daher darum, nur im äußersten Notfall die Räder am Montag abzuholen. Wir respektierten jedoch selbstverständlich die Kultur und gaben uns mit der Abholung am Dienstag zufrieden.
Natürlich war es dann am Dienstag auch ein kleiner Akt, die Taschen wieder alle zu packen für den Umzug, wenn man sich so ausgebreitet hat für das Säubern der Taschen sowie das Wäsche waschen. Schließlich hielten wir ein Taxi an, in dem Jannick und ich alle unsere Taschen unterbekamen, um zum Fahrradladen zu fahren.
Lucas, der sein Fahrrad bereits wieder hatte, fuhr mit selbigem los. Da er die Stadt eh über die Insel verlassen musste, wollten wir uns dort noch einmal kurz treffen, ehe der Abschied kommen sollte.
Erst einmal sammelten Jannick und ich unsere Fahrräder ein. Der Achter aus Jannicks Felge war super herauszentriert, jedoch wurden einfach mal Jannicks Ersatzspeichen gewissermaßen verbaselt.
Der Wechsel von Reifen und Bremsscheiben sowie Bremsbelägen bei mir sah gut aus. Das Fahrrad war jedoch genauso dreckig wie vorher. Zudem habe ich noch geschrieben, dass eine Ersatzkette in meiner dagelassenen Tasche sei. Wenn sich die Aktuelle als komplett abgenutzt darstellen sollte im Rahmen der Prüfung (nicht unwahrscheinlich bei knapp 4.000 Kilometern seit Mauretanien), so bat ich darum, diese gleich zu tauschen. Als Antwort kam, dass man sie überprüft und bereits gewechselt habe. Beim Abholen sah die Kette jedoch verdächtig benutzt aus…

Na ja egal, die Eingriffe haben immerhin nicht mal 10 Euro gekostet. Da hat man wohl wirklich nur das Notwendigste gemacht und keinerlei davon, was ich eigentlich in Auftrag gegeben habe…egal, sagte ich mir wieder. Dann muss ich halt die kommenden Tage auf der Insel nochmal einen Bikeshop aufsuchen…
Wir nahmen unsere Fahrräder, spannten unser Gepäck ein und rollten los in Richtung Insel zu unserem Airbnb. Über den Highway und die äußerst ansehnliche Brücke ging es wieder ins Plateau-Viertel, wo wir uns zum Abschied noch einmal mit Lucas treffen wollten.

Blöd nur, dass dieser das missverstanden hatte und anders in Richtung der Insel gefahren ist. So fuhren Jannick und ich weiter über das Plateau-Viertel auf die Insel, ließen das Airbnb links liegen und kämpften uns durch chaotischen Verkehr in Richtung eines weiteren Einkaufszentrums, das dann auch halbwegs auf Lucas‘ eingeschlagenem Weg lag.
Nach einem weiteren, kleinen Bummel in dem hochmodernen Komplex war der Moment gekommen: Wir nahmen Abschied voneinander. Mittlerweile war es fast 17 Uhr, doch Lucas rollte nun noch raus aus der Stadt, auf der Suche nach einem Schlafplatz.
Zwei innige Umarmungen später waren Jannick und ich dann wieder auf dem Weg etwas über fünf Kilometer zurück zum Airbnb, um unsere Anschlussunterkunft für die letzten drei Tage zu beziehen. Die Zeit, sie rannte einfach nur weg bei diesem ersten Teil des Erholungsaufenthalts in Abidjan. Nun beginnt ein neuer Abschnitt: Jannick und ich sind das erste Mal seit Portugal wieder nur zu zweit unterwegs…


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