Accra: Vorbereitung und Entschleunigung

Fünf Nächte bzw. auch fast fünf volle Tage blieben wir nun in der ghanaischen Hauptstadt. Genug Zeit, nicht nur für Sightseeing sondern auch für die weitere Planung. Nach dem Besuch meines Vaters in Togo steht nämlich schon – wie im letzten Beitrag bereits thematisiert – das Kapitel Nigeria an. Besonders so kurz vorher ist der Respekt auf jeden Fall groß und das erste Mal auf der Reise hat man so richtige Bedenken, wenn man die Berichte über Kidnapping und Co. hört und liest.

Jannick und ich diskutierten lebhaft über die Routenwahl, zwei Varianten stehen zur Auswahl: Nah an der Küste mit 800 Kilometer oder die Inlandroute mit der doppelten Anzahl. Das Ziel war, sich zeitnah auf eine Route festzulegen. Auch wenn die Tendenz ganz klar zur ersten Variante ging. Der Grund: Es ist wohl nicht wesentlich gefährlicher als die Inlandroute und bei nur 800 Kilometer hat man die Chance, dieses Land dann einfach schnell hinter sich bringen und dann gewissermaßen in Kamerun wieder „aufatmen“ zu können. Abgesehen von Lagos natürlich – diese Stadt, die zweitgrößte in ganz Afrika, man muss sich sich fast einen Tag mal angesehen haben und hierfür auch Zeit nehmen…

Die angepeilte Route. Quelle: Komoot.

Eins ist jedoch bereits klar: Das Zelt bleibt in Nigeria definitiv im Gepäck, in der Thematik zu dem sicheren Befahren haben wir uns bereits in einem Guide zu Nigeria schlau gemacht. Ausnahmsweise wird nun immer in Hotels oder Pensionen übernachtet und früh gestartet, dass man bereits nachmittags seine Kilometer gesammelt hat und eine sichere Unterkunft aufsuchen kann. Dunkelheit ist tunlichst zu vermeiden!

Damit ist das meiste zu den Plänen der nahen Zukunft eigentlich bereits geschrieben, Stand jetzt befinden wir uns noch im Kapitel Ghana. Im Hinblick auf eine andere Fragestellung möchte ich jedoch noch etwas „Licht ins Dunkel“ bringen: Häufig wurde ich bereits gefragt, warum ich denn so selten über Begegnungen mit Wildtieren berichte oder dies generell kaum thematisiert wird. Die Antwort ist naheliegend: Wir haben hier einfach noch nicht wirklich welche gesehen.

Hiermit wären wir bei einem weltweiten Problem angelangt, das nicht nur Westafrika betrifft. Laut einem Bericht des „World Wildlife Fund“ ist die Wildtierpopulation auf der Erde im Durchschnitt in den letzten 50 Jahren um 73 Prozent gesunken.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig, hängen aber insbesondere mit zahlreichen bewaffneten Konflikten in den betroffenen Gebieten zusammen. Wer sich hierfür interessiert, dem empfehle ich insbesondere eine Studie von Daskin und Pringle (2018), die sich genau mit der Thematik in Westafrika beschäftigt.

Auch in Fallstudien für einzelne Länder in Westafrika wurde diese Thematik untersucht, bspw. Lindsell, Klop und Siaka (2011) für Sierra Leone, Chase und Griffin (2011) für Angola oder auch von Beyers et al. (2011) für die demokratische Republik Kongo – Leseempfehlung!

Weg von akademischer Literatur zurück zu unserem Reisealltag, wo wir ebenfalls überlegten, einen Besuch im Zoo von Accra einzulegen. Letztlich entschieden wir uns jedoch dagegen, als wir gesehen haben, dass Wildtiere wie Löwen dort auf wenigen Quadratmetern gehalten werden. Nein danke, da geben wir unser Geld lieber mal für eine Safari in Namibia oder Südafrika aus!

Unser Ankunftstag war so erst einmal von einem Besuch der Accra-Mall geprägt, die man per Taxi für kleines Geld erreichen konnte. Hier fanden wir uns in einer wahren Menschenmenge wieder. Als man jedoch das Innere der Mall betrat, war es wahrlich beeindruckend. Hätte ich nicht gewusst, wo ich bin, so wäre ich mir beim Anblick des Inneren sicher gewesen, dass ich nicht in Afrika bin. Auch angesichts von allerhand Marken von Deichmann bis Samsung, die vertreten waren.

Reges Treiben an der Mall – fast wie in Europa.

Zudem gab’s allerhand Restaurants. Zwar hier natürlich nicht unbedingt günstig, aber wenn man noch nichts gegessen hat und ein Angebot nutzt von sieben Euro für zwei Burger, zwei Pommes und zwei Eis, so lässt man natürlich wieder alle Ernährungsgrundsätze fallen und gibt sich dem Fastfood hin 😉

Da freut sich das Kalorienkonto.

Anschließend wurde bei einem Besuch im Decathlon erst einmal ein kleines Nickerchen eingelegt auf der bequemen Testmatratze. Interessant ist aber, dass die Preise in afrikanischen Decathlons jene in europäischen echt deutlich übersteigen. Manchmal frägt man sich da schon, wie man so bei der deutlich geringeren Kaufkraft hier und in anderen afrikanischen Ländern eine rentable Nachfrage generiert. Andererseits sind die Preise wohl auch auf den Import zurückzuführen…

Kurzes Nickerchen.

Die Supermarktpreise waren dann jedoch wieder in Ordnung und wir deckten uns mit Lebensmitteln ein für die nächsten paar Tage in der Hauptstadt Ghanas, ehe es mit dem Taxi wieder zurück zur Unterkunft ging. Hier merkten wir relativ rasch, wie es sich anfühlt, wenn man mal keine Klimaanlage hat – wirklich kaum zu vergleichen mit den paar Hitzetagen in Mitteleuropa. Immerhin gab’s eine Dusche, die direkt vor dem Schlafen gehen in Anspruch genommen wurde, um leichter ins Land der Träume zu fallen…

Da am Ostersonntag alle Touristenattraktionen geschlossen waren, widmeten wir uns der weiteren Vorbereitung für Nigeria. Ich wollte mich noch einmal auf der Seite des auswärtigen Amtes informieren, ließ aber sobald die Finger davon – da läuft es einem kalt den Rücken herunter, wenn man die Ausführungen liest. Lieber mal Erfahrungsberichte lesen und auch in der WhatsApp-Community mal Leute fragen, die schon durch Nigeria gefahren. Deren Auskünfte waren zumindest schonmal etwas versöhnlicher: Auf der Hauptstraße bei Tageslicht sei das berüchtigte Kidnapping mehr oder weniger ausgeschlossen…

Dennoch: Auch wenn die Inlandroute durch Nigeria mehr als das Doppelte an Kilometern bereit hält – das Gebirge an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun wäre auch sehr reizend. Andererseits fährt man am Ende der Küstenroute mit dem Boot rüber nach Kamerun, was auch noch einmal ein Abenteuer für sich verspricht. Zudem kommt man in Kamerun direkt am Kamerunbergmassiv raus, dem höchsten Berg des Landes mit knapp 5.000 Metern. Kurzum: Wir waren hin und hergerissen! Die endgültige Entscheidung wird wohl wirklich noch etwas auf sich warten lassen müssen…

Ansonsten genossen wir an diesem Ostersonntag einfach die Ruhe und arbeiteten an den Dingen die nebenher laufen – wie beispielsweise dieser Blog. Mehr als die Motivation für einen kleinen Spaziergang verschlang die unbarmherzige Hitze in Verbindung mit knallender Sonne…

Am Ostermontag hatten dann wenigstens die Touristenattraktionen wieder geöffnet, sodass nun ein erster Sightseeingspaziergang anstand. Vorher mussten wir uns aber noch um Jannicks Togo-Visum kümmern, das wohl eine Woche vor Einreise beantragt werden muss. Dieser Prozess zog sich mehrere Stunden, da das Online-Formular einfach dermaßen „verbuggt“ war…jaja, bei den ganzen eVisa-Anträgen macht man schon was mit. Die Kosten ganz zu schweigen, die jenseits von gut und böse liegen in manchen Fällen…

Erst mittags machten wir uns dann also auf zu einem Sightseeing-Spaziergang. Erster Stopp war das Nationalmuseum Ghanas. Hier trennten wir uns, da Jannick lieber eine andere Runde durch die Stadt spazieren wollte.

Das Museum gab einen Einblick in verschiedene Traditionen,  der ghanaischen Kultur, prägende Persönlichkeiten in der ghanaischen Geschichte sowie auch traditionelle Bauweisen von Wohnhäusern und Moscheen und Sportgeschichte.

Rituale in Ghana zu jeder Lebensphase.

Die wohl prägendste Figur Ghanas ist der erste Präsident Kwame Nkrumah nach der Unabhängigkeit im Jahre 1957. Später besuchte ich noch einen ganzen Park, der sich nur um seine Biografie dreht.

Sportlich dreht sich in Nigeria natürlich alles um den Fußball (hiermit teile ich durchaus eine Leidenschaft mit den Einwohnern). Die Sportart wurde in Ghana Ende des 19. Jahrhunderts bekannt gemacht und ist seitdem die absolute Leidenschaft der gesamten Bevölkerung. Detailliert wurden Meilensteine der in der Fußballgeschichte Ghanas aufgezeigt, unter anderem auch ein „vergessenes Fußballspiel“ im Jahr 1962 gegen das damals die Fußballwelt dominierende Team von Real Madrid, wo die ghanaische Nationalmannschaft ein achtbares 3:3 erkämpfte. Die Namen der Torschützen sind auch genannt, jene der ghanischen Spieler sagen jedoch wohl kaum einem Leser inklusive mir irgendwas. Da ist der Name Ferenc Puskàs auf Seiten von Madrid wohl zumindest den eingefleischteren Fußballfans deutlich vertrauter – ebenso der Name Luis Suarez, der Ghana 2010 den Einzug ins WM-Halbfinale verwehrte durch ein Handspiel auf der Torlinie: Die „Suarez-Robbery“.

Egal – ich schweife ab in meinem Lieblingsthema. Nach einer Stunde Besichtigung machte ich mich weiter auf den Weg zum angesprochenen „Kwame Mkrumah Memorial Park & Mausoleum“, wo ich mich wieder mit Jannick treffen sollte. 

Auf dem Weg sprach mich ein Einheimischer an, der mir etwas verkaufen wollte. Ich wollte ihn natürlich abwimmeln, was jedoch nicAuf dem Weg sprach mich ein Einheimischer an, der mir etwas verkaufen wollte. Ich wollte ihn natürlich abwimmeln, was jedoch nicht so einfach war, weshalb wir ins Gespräch kamen. Nachdem ich ihm von der Fahrradtour erzählte, war er auf einmal auch darin interessiert, mich persönlich besser kennenzulernen. Gemeinsam gingen wir zu dem sehr touristischen Park, wo er mir fast eine Art Privatführung gab.

Das Mausoleum gab einen wahrhaft detaillierten Einblick über das Leben von Kwame Nkrumah. Auch seine Privatgegenstände waren allesamt ausgestellt, von seiner Schreibmaschine bis hin zu seiner Matratze zu Studiumszeiten in den USA in Pencilvania. Mein „Privatguide“ zeigte sich fast traurig darüber, dass Nkrumah 1966 durch einen militärischen Putsch gestürzt wurde.

Ohne seinen Sturz als Präsident wäre die Geschichte Ghanas womöglich anders gelaufen, da er sein großer Verfechter des „Panafrikanismus“ war. Eine politische Strömung, die auf das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Gleichberechtigung von Afrikanern im engeren Sinne sowie auch Afro-Amerikanern und allgemein Menschen mit afrikanischem Hintergrund abzielen – quasi eine Art Gleichberechtigung aller Afrikaner im weiteren Sinne, unabhängig ihrer Herkunft oder Rasse. Unter ihm war Ghana im Begriff Brücken zu Amerika und auch Europa aufzubauen. Zudem war er generell ein sehr international vernetzter Politiker, Fotos zeigen ihn unter anderem beim Tanzen mit Elizabeth II in den Jahren, als Ghana zwar unabhängig, aber noch eine Monarchie unter dem Staatsoberhaupt der Queen war. Auch ein Foto mit dem bekannten Mao Zedong war ausgestellt.

Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde dieser weltoffenen Politik der Rassensolidarität ein Ende gesetzt, beispielsweise wurden hellhäutige Einwohner wieder aus Ghana ausgewiesen. Seinen Lebensabend verbrachte Nkrumah schließlich in Conakry in Guinea – aus eigener Erfahrung kein schöner Ort für seine letzten Jahre 😉

Nach einem obligatorischen Foto vor dem Denkmal von ihm, wo im Inneren auch sein Sarg ausgestellt ist, gab ich meinem einheimischen Privatguide ein kleines Trinkgeld und traf schließlich wieder auf Jannick. Insgesamt ein toller Park mit sehr informativer Ausstellung, auch wenn der Eintritt mit 100 Cedi nach unserem Geschmack etwas überzogen ist.

Der Park mit dem Denkmal im Hintergrund.

Anschließend machten wir uns mit frischen Mangos und Papayas von einem großen Straßenmarkt (nein, diesmal keine gekochten Eier) wieder auf den ruhigen Rückweg zum Airbnb. Die Feiertagsstimmung aufgrund des Ostermontags war deutlich zu spüren auf den sonst überfüllten Straßen.

Zwei von fünf vollen Tagen in der Hauptstadt waren so bereits gefüllt und am Dienstag waren weitere Sightseeingaktivitäten geplant. Diese Pläne wurden jedoch jäh durch die Benachrichtigung eines privaten Trauerfalls zerstört.

Statt weiterer Besichtigungen war der restliche Tag nun von vielen Telefongesprächen und persönlicher Verarbeitung dieser Neuigkeiten geprägt. Natürlich steht bei einem solchen Zwischenfall auch kurz der komplette Abbruch oder eine Unterbrechung dieses Traumes der Afrikadurchquerung im Raum. Die vielen Gespräche mit Angehörigen gaben mir jedoch mit etwas Abstand bei rationaler Denkweise das Gefühl, dass weitermachen die richtige Entscheidung ist.

Ausschlaggebend für mich war, dass die betroffene Person, die selber einer der größten Fans meines Vorhabens war und mich dabei immer bedingungslos unterstützt hatte, wohl selbst kaum wollen würde, dass ich deswegen jetzt meinen Traum aufgebe. Auch für dich werde ich weitermachen und bei Erreichung meines Ziels diesen Moment auch dir widmen! Zudem fällt es mir wohl auch mit Fortsetzung der Reise und neuen Eindrücken sowie dem Alltag der Fahrradreise leichter, Abstand von dieser Tragik zu bekommen…

Jedoch gab einem dieser Zwischenfall auch mal wieder einen Moment, um innezuhalten, was wirklich wichtig ist im Leben. Es spielt keine Rolle, wieviel Geld man besitzt, welchen prestigeträchtigen Job man hat, ob man mal im Leben scheitert oder man mal Streit mit seinen Freunden und Angehörigen hat – am Ende ist Gesundheit das A und O, sowohl physisisch als auch psychisch, mit sich selbst im Reinen zu sein und sich selbst zu lieben – mit allen Ecken und Kanten, Erfolgen und auch bitteren Niederlagen. All das ist eben Teil der individuellen Persönlichkeit und des eigenen Lebensweges – das sollte man sich bewusst in jeder Lebenssituation vor Augen führen. Vor allem, wenn mal nicht  „eitel Sonnenschein“ herrscht. Im Endeffekt geht es immer irgendwie weiter und man hat letztendlich nur dieses eine Leben, man sollte jeden Moment davon genießen.

Ok, genug meiner Gedanken zu dieser Thematik. Wertvoll war natürlich in diesem Moment auch, dass ich in diesem Moment nicht alleine irgendwo in Afrika saß, sondern mit Jannick jemanden zum reden hatte, was die Situation ungemein erleichterte.

Außerdem kam man fast zwangsläufig schnell auf andere Gedanken, da Geld zwar wie angesprochen nicht alles ist im Leben, dieses jedoch ohne schnell problematisch werden kann. Wie auch, als meine Bargeldvorräte aufgebraucht waren, weil ich mich darauf verließ, dass man das Geoblocking unserer Kreditkarte auf Anfrage für kurze Zeit aufheben kann – zumindest erhielt Jannick dieses Feedback auf eine Anfrage im Kundenservice. Rund um unser Airbnb waren fünf Geldautomaten, es wäre also ein Leichtes gewesen.

Als ich die Anfrage stellte, wurde mir jedoch formlos abgesagt – das wäre schlicht nicht möglich. Auch ein Nachhaken und das Kommunizieren einer Notsituation brachten keine Besserung, mir wurde in einer kurzen Nachricht beigebracht, dass nichts zu machen sei. Welch Ironie, dass das bei Jannick anschließend ohne Probleme klappte – kopfschüttelnd ließ ich mir von Jannick Bargeld mit abheben.

In diesem Sinne möchte ich mich auch auf diese Weise bei einem engen Freund entschuldigen, dessen arbeitgebenden Bank ich vor der Reise den Rücken gekehrt habe. In diesen Situationen, das sehe ich ein, wäre es doch einfach besser gewesen, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben. Stattdessen schlägt man sich mit unterschiedlichen Mitarbeitern im Kundenservice rum, die wohl alle unterschiedliche Informationen vorliegen haben. Bis die erlösende Abhebung für Jannick schließlich funktionierte, reichte das Restgeld immerhin noch für zwei Pizzen im in Ghana allgemein sehr stark vertretenen „Pizzahut“ dank des „2 für 1“-Angebotes. Eine zum Abendessen, eine zum Frühstück – Verpflegungsproblem gelöst! Ok, Ernährungsberater werde ich wohl in diesem Blog nicht mehr…

Als wir wieder flüssig waren, konnte ich mich am Tag drauf bei aller Niedergeschlagenheit immerhin wieder zu dem Besuch einer Shoppingmeile aufraffen, um ein paar Lebensmittel für die nahende Weiterfahrt zu besorgen. Dieses Einkaufszentum war mal wieder ausgesprochen modern und der Lebensmittelmarkt hatte sogar ein waschechtes Café, wie man es beispielsweise aus dem V-Markt in Bayern. Hier gab’s sogar Cappuccino – mein erster richtiger Cappuccino seit Europa!!

Kaffee und Kuchen – was ein Erlebnis!

Er schmeckte original wie in einem Café in Europa, eine wahre Geschmacksexplosion, ein Cappuccion-Orgasmus inmitten von langen Zeiten des Instantkaffees! Wie ich es gesagt habe, genieße jeden Moment deines Lebens, insbesondere die kleinen Dinge und Freuden!

Weitere Sightseeing-Aktivitäten mussten dann aber noch einmal auf den nächsten Tag verschoben werden. Stattdessen widmeten wir uns wieder im Airbnb noch einmal Tätigkeiten wie dem Wäschewaschen bei der Möglichkeit einer Waschmaschine, nachdem unsere Fahrradtaschen gottseidank wieder einigermaßen trocken waren. In der vorherigen Nacht suchte uns nämlich ein tropischer Regenschauer heim, der sich im wahrsten Sinne des Wortes „gewaschen“ hatte. Hierdurch wachten wir sogar auf. Jaja, mit Beginn der Regenzeit werden wir damit bald noch öfter Bekanntschaft machen. Immerhin wurden unsere Fahrräder einmal hochdruckgereinigt.

Natürliche Reinigung der Fahrräder.

An diesem Abend neigte sich dann bereits unsere Zeit in Accra dem Ende zu, die letztendlich aufgrund der Vorkommnisse nur bedingt von klassischen Touristenaktivitäten geprägt war, sondern mehr als eine Zeit des Innehaltens und der Entschleunigung inmitten des doch schnelllebigen Reisealltags in Erinnerung bleiben wird. Auch eben begünstigt durch den wenig straffen Zeitplan.

Am Donnerstag – seit Ankunft in Accra sind schon wieder stolze fünf Tage vergangen – hatten wir so auch alle Zeit der Welt, unsere Sachen zusammenzupacken. Der Plan war nämlich, an einer nur fünf Kilometer entfernten Strandbar die Nacht zu verbringen – wiedermal mit freundlicher Empfehlung von Leon 😉

Unser Gastgeber Jonathan erlaubte uns auch, etwas später auszuchecken, da wir wahrlich keinen Stress hatten. So war der Vormittag noch von Telefonaten mit der nun auch gottseidank wieder deutlich gefassteren Familie geprägt, ehe in aller Ruhe die endlich wieder frische Wäsche eingeräumt und alle sonstigen Sachen gepackt wurden.

Letztlich war es 15 Uhr und wir konnten auch noch der unbarmherzigen Mittagssonne etwas ausweichen, ehe wir uns aufmachten. Auf dem Weg wurden dann noch schnell alle Sightseeing-Highlights mitgenommen, für die ich die letzten Tage einfach nicht die Energie hatte. Angefangen mit dem von spektakulärer Architektur geprägten Nationaltheater mitten im modernen Bankenviertel von Accra.

Nationaltheater von Ghana.

Direkt nebenan gab’s ein modernes Café, wo wieder richtiger Cappuccino im Angebot war. Die Preise waren zwar dem modernen Stil entsprechend, doch meine Cappuccino-Sehnsucht ließ mich schließlich wenigstens einen konsumieren – lohnenswert!

Modernes Café.

Nach nochmal kurzer Pause im Zentrum von Accra fuhren wir weiter an die Küste, wo noch der Black Star Square sowie der Independence Arche als Sehenswürdigkeit warteten.

Independence Arche.
Black Star Square direkt am Meer.

Dahinter schloss sich das Fußballstadion an, wo die ghanaische Fußballnationalmannschaft auch ihre Länderspiele austrägt. Nach kurzer Fotopause fuhren wir die letzten zwei Kilometer zum Strandrestaurant mit Ausblick.

Das Fußballstadion von Accra.

Erstmal ging’s dann ab rein ins Meer zur Erfrischung. Leider ist das Badevergnügen nicht von langer Dauer, wenn man merkt, dass man quasi inmitten von Plastikmüll schwimmt.

Der Eigentümer Rudi erlaubte uns dann auch, dass wir uns wo auch immer auf dem Gelände niederlassen können, um die Nacht zu verbringen.

Irgendwie war mir bei der frischen Meeresbrise nicht nach Zelten, weshalb ich mein Lager mit Luftmatratze und Schlafsack einfach auf einer der Bänke mit Ausblick aufs Meer aufschlug – die erste Freiluftnacht seit dem Engadin in der Schweiz!

Nachdem bald die Musik leiser wurde, der Marihuana-Geruch der Restaurantgäste verschwand und (gottseidank nicht im sprichwörtlichen Sinne) die Lichter ausgingen, erlebten wir eine ruhige Nacht, begleitet von Meeresrauschen und nur wenigen Moskitos.

Pünktlich zum Sonnenaufgang wurde ich dann wach und durfte den Blick über das Meer schweifen lassen von meinem Schlafplatz aus. Genau solche Momente meinte ich bei meinem Argument des Abstandgewinnens von Schicksalsschlägen wie dem angesprochenen auf der Reise. Momente, in denen man sich wieder einmal vor Augen führen kann: Das Leben ist schön!

Fabelhaft.

In dieser Stimmung ging ich runter zum Strand und konnte das Osu Castle in der Ferne im Morgenlicht der Sonne bewundern, nachdem ich es leider nicht mehr von nahem besichtigen konnte. Es war der Sitz des Präsidenten und sogar die Queen hat hier wohl mal übernachtet – königlich!

Blick zum Schloss im Morgengrauen.

Literatur:

Beyers, R. L., Hart, J. A., Sinclair, A. R. E., Grossmann, F., Klinkenberg, B., & Dino, S. (2011). Resource Wars and Conflict Ivory: The impact of civil conflict on elephants in the Democratic Republic of Congo – the case of the Okapi Reserve. PLOS ONE, 6(11), e27129. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0027129

Chase, M. J., & Griffin, C. R. (2011). Elephants of south‐east Angola in war and peace: their decline, re‐colonization and recent status. African Journal of Ecology, 49(3), 353–361. https://doi.org/10.1111/j.1365-2028.2011.01272.x

Daskin, H., Pringle, M., Archbold Biological Station, & Princeton University. (2018). Warfare and wildlife declines in Africa’s protected areas. Nature. https://doi.org/10.1038/nature25194

Lindsell, J. A., Klop, E., & Siaka, A. M. (2011). The impact of civil war on forest wildlife in West Africa: mammals in Gola Forest, Sierra Leone. Oryx, 45(1), 69–77. https://doi.org/10.1017/s0030605310000347

Ogao, E. (2024). Wildlife populations decline by 73% in 50 years: Study. ABC News. https://abcnews.go.com/amp/International/wildlife-populations-decline-73-50-years-study/story?id=114673038&fbclid=PAY2xjawJy1tFleHRuA2FlbQIxMQABp-X3sqwqVplXO-sVAFIsYcoT-5czr5Mr66dsdaQOpLj-YnB8eG5lX2UPtoMM_aem_VSMVGeVb-XAD5H2HFsGT7w (Abgerufen 25. April 2025).

Hinterlasse einen Kommentar