Wieder im grünen Bereich

Nach einem erholsamen Abend voller Erleichterung, es geschafft zu haben, sowie einer ebenso erholsamen und regenerativen Nacht in dem ruhigen Hotel in Calabar wurde der Blick auch schnell wieder nach vorne gerichtet: Neue Aufgaben warten – die Überfahrt nach Kamerun. Einmal quer durch den Golf von Guinea – das Gewässer mit der wohl höchsten Entführungsrate weltweit. Da war also noch einmal ordentlich Nervenkitzel angesagt.

Zuerst einmal mussten wir uns jedoch beim kamerunischen Konsulat nebenan den Visa-Sticker holen – die Voraussetzung, überhaupt aufs Boot zu kommen. Nach seinem Kraftakt in gesundheitlich angeschlagenem Zustand am Vortag gönnte ich Jannick eine Nacht ausschlafen. Da ich wie immer früh wach war, kümmerte ich mich also um das Ausdrucken unserer eVisa-Bestätigungen. Ein zwingendes Dokument, welches im Konsulat vorgelegt werden muss. Die eVisas haben wir bereits im Voraus beantragt – das Bereisen von Kamerun hat mit 166 Euro durchaus seinen Preis 🤑.

Im Hotel war das Ausdrucken leider nicht möglich, doch eine hilfsbereite Mitarbeiterin begleitete mich zum nächsten Copyshop, um beide Bestätigungen für uns auszudrucken. Bei Rückkehr ins Hotel war dann auch Jannick wach und wir machten uns auf zum benachbarten Konsulat. Jannick steckte der gestrige Tag noch durchaus in den Knochen, er hatte klassische Symptome einer Überbelastung. Na gottseidank sind heute nicht viele Radkilometer geplant…

Im Konsulat wurden erst einmal Fingerabdrücke von uns beiden überprüft, ehe wir ein paar kurze Fragen zu unserem geplanten Aufenthalt in Kamerun beantworten mussten. Schließlich erhielten wir jedoch problemlos den Visasticker und waren bereit für die Bootsfahrt.

Diese war jedoch erst für den nächsten Tag geplant. Nun hieß es erst einmal, mit einer normalen Fähre wieder das Delta des Cross Rivers zu überqueren, um in den Ort Oron zu kommen. Von hier aus geht es dann weiter.

Aufgrund des anstrengenden Vortrages und unserer Ruhebedürftigkeit ließen wir es ruhig angehen. Die letzte Fähre nach Oron fuhr um 15:30 Uhr nachmittags, welche wir anpeilten. Zudem nutzten wir die Zeit bis zum Check-out um 12 Uhr voll aus.

Hiernach kundschafteten wir noch ein wenig den Ort Calabar aus inklusive einer Mittagspause, ehe wir uns in einer modernen Einkaufsmall inklusive Spar-Supermarkt mit Snacks für die mehrstündige Speedbootfahrt eindeckten am nächsten Tag.

Spar in Nigeria.

Pünktlich um 15 Uhr waren wir dann im Hafen von Calabar. Nachdem Kauf eines Tickets für die Überfahrt inklusive Fahrrad und Gepäck für 15.000 Naira (knapp 9 Euro) wurde unser Gepäck zügig aufs Boot geladen und unsere Fahrräder vorbildlich an der Rehling gesichert. Die Überfahrt zog sich jedoch. Statt der veranschlagten 45 Minuten waren wir über eine Stunde über das Delta unterwegs, ehe wir in Oron ankamen. Mittlerweile war es inklusive verspäteter Abfahrt 17 Uhr.

Die Räder waren gut gesichert.

Natürlich nahmen auch die Gepäckausgabe sowie die Wiederinstallation von selbigem am Fahrrad seine Zeit in Anspruch. Wir wollten noch Geld wechseln für Kamerun. Zudem mussten wir noch eine Unterkunft finden für die kommende Nacht, wodurch nach einem eigentlich entspannten Tag doch noch einmal so etwas wie Stress spürbar wurde.

Da wir die in iOverlander hinterlegte Wechselbude einfach nicht fanden, erledigte sich ersteres Vorhaben jedoch schnell. War ja jetzt auch nicht zu dringend…

Dringend war dann schon eher die Hotelsuche. Wir verließen uns auf iOverlander und fuhren etwas von der Küste weg ins Innere des Ortes zu einer angepriesenen Unterkunft. Diese war schließlich mit 5.000 Naira für eine Nacht wohl der Inbegriff von „preiswert“. Pro Person zahlten wir so umgerechnet nicht einmal 1,50 Euro. Der Preis machte sich jedoch bemerkbar in einem durchaus gefängnisartigen Flair des Raumes. Licht kam kaum durch das spärliche Fenster, es war eng und die Matratze vom Bett komplett durchgelegen. Zudem war es allgemein „verranst“. Sagen wir es so: Einem Inhaftierten würde ich dieses Zimmer nicht wünschen…aber für eine Nacht konnte man es schon überleben.

Da wir noch 30 Kilometer in der Früh zum Speedboot in James Town fahren mussten und es empfohlen war, möglichst früh da zu sein, wollten wir das Hotel eh bereits um halb 7 wieder verlassen.

Man sollte insbesondere früh da sein, um seine Fahrräder optimal auf einem der Speedboote zu sichern. Sie sollten aufrecht stehen und gut gesichert sein, bspw, indem man das eigene Gepäck dazwischen einklemmt. Je nach Wellengang und Witterung kann das Speedboot nämlich geradezu über die Wellen schanzen. Wenn das Fahrrad nicht adäquat vorher auf dem Boot gesichert und stabilisiert wurde, kann das ernsthafte Schäden nach sich ziehen. Eine Gruppe an Vorausreisenden klagte bspw. über mehrere gebrochene Speichen und auch verzogene Schaltwerke aufgrund der heftigen Aufpralle des Speedbootes auf der Wasseroberfläche. Diesen Fehler wollten wir daher unbedingt vermeiden, zumal meine Speichen je eh bereits angeschlagen waren.

Mehr oder weniger pünktlich kamen wir dann nach kurzer Nacht auch los und strampelten im Morgengrauen die 30 Kilometer weg, ehe wir in dem doch etwas heruntergekommenen Hafenörtchen ankamen. Zumindest kein Vergleich zum beispielsweise doch sehr modernen Calabar.

Über eine verschlammte Piste durch den Hafen mussten wir erst einmal zur Immigration, um unseren Ausreisestempel zu erhalten. Dieses Unterfangen konnte nach einigen Nachfragen der Grenzbeamten schon einmal abgehakt werden, ehe wir in dem Chaos von Menschen und Hektik den Ort finden mussten, wo die Speedboote abfahren.

Natürlich waren hier auch die viel beschworenen „Zwangshelfenden“ nicht weit. Da ich aber noch zu viele Naira übrig hatte und wir allgemein etwas „lost“ waren, war es zumindest mir in diesem Moment gerade recht. Wir ließen uns von einem der Helfer zu dem etwas versteckten Ort bringen, der noch mehr geprägt war von Menschen und Hektik.

Erwartungsgemäß versammelten sich gleich zahlreiche Menschen um uns, die uns entweder helfen wollten oder unsere Papiere kontrollieren wollten. Nun hieß es in dem Stress erst einmal Ruhe bewahren. Wir holten unsere Reise- und Impfpässe hervor und mussten uns als Passagiere für die Überfahrt registrieren, ehe es an die Verhandlung des Preises ging.

Wir waren darauf vorbereitet, dass die Herrschaften mit 100.000 Naira (fast 60 Euro) erst einmal einen Mondpreis aufrufen. Dank unserer Vorausfahrer, mit denen wir in Kontakt standen, wussten wir jedoch, dass diese letztendlich für 35.000 Naira nach Kamerun kamen, also nur um die 20 Euro.

Natürlich unterbreiteten wir dies als Gegenangebot mit dem entsprechenden Hinweis, ehe wir uns bei 40.000 Naira einig wurden. Wir wurden auf ein bereits gut beladenes Boot gewiesen. Zwischen einigen Klamottensäcken war jedoch noch ein bisschen Platz. Perfekt, um hierdrin die Fahrräder aufrecht hinzustellen nebeneinander. Zur Stabilisierung verkeilten wir unsere Gepäcktaschen zwischen den Rädern. Ein Test ergab: Die Fahrräder waren stabil eingeklemmt, da bewegt sich gar nichts.

Die Fahrräder gut gesichert.

Beruhigt konnten es aus unserer Sicht eigentlich bald losgehen mit der Überfahrt. Wir mussten uns jedoch noch einige Zeit gedulden. Laut des Personals im Hafen wartete man auf weitere Mitfahrer, da sich die Überfahrt finanziell sonst nicht lohnen würde.

Sonstiges Treiben in dem Hafen.

Ganze zwei Stunden mussten wir auf dem Boot ausharren, ehe weitere Passagiere auftauchten, welche irgendwo zwischen all dem Gepäck auf dem Boot untergebracht wurden. Wir hatten mit den Klamottensäcken, zwischen denen unsere Fahrräder eingeklemmt waren, eine vergleichsweise komfortable Sitzposition. Zudem konnten wir so bei harten Turbulenzen unsere Fahrräder noch extra festhalten – wir waren also perfekt vorbereitet.

Nach einer Testfahrt für den Motor des Speedbootes ging es dann auch endlich los, wir verabschiedeten uns nun vom nigerianischen Festland, immer mit Kurs auf die Küste von Kamerun.

Am Anfang ging es jedoch erst einmal schleppend voran, da auf nigerianischer Küstenseite bestimmt ein Dutzend Polizeiboote unterwegs waren.

Nach der Aushändigung eines jeweils kleinen Geldbetrages durften wir weiterfahren. Korruption wird hier offensichtlich mal wieder groß geschrieben. Der Höhepunkt war, als ein Polizeiboot unsere Reisepässe kontrollierte und anschließend meckerte, weil Jannick und ich nicht unsere Fahrräder auf dem Boot angemeldet haben – natürlich komplett an den Haaren herbeigezogen. Nach der Aushändigung eines wiederum kleinen Schmiergeldes durch den Bootsführer war wiederum alles ok. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Richtung Küste von Kamerun ließ dann die Polizeipräsens deutlich nach und mit ein paar wenigen Stopps, um Passagiere aussteigen zu lassen, fuhren wir in hohem Tempo in Richtung Idenau, der Küstenort in Kamerun, der das Endziel der Fahrt darstellte. Die Bedingungen hätten besser kaum sein können: Stabiles Wetter, wenig Wind und kaum Wellengang. So machte die Fahrt sogar richtig Spaß.

Um ca. halb 3 Uhr waren wir schließlich nach über drei Stunden Speedbootfahrt durch den Golf von Guinea angekommen in Idenau. Fix wurden Fracht und Gepäck aus dem Boot ausgeräumt, und unser Gepäck wieder am heile gebliebenen Fahrrad angebracht. Hallo Kamerun, hallo Zentralafrika! Hinter gute 8.000 Kilometer durch Westafrika konnten wir einen Haken setzen, nun bleiben noch ca. 7.000 Kilometer durch durch Kamerun, die Republik Kongo, Angola, Namibia und schließlich Südafrika, ehe das Endziel auch schon erreicht ist. Manchmal muss man sich fast zwicken, wie schnell das alles geht…

Genug der Sentimentalitäten – anschließend ging es aus dem Hafen raus zur Immigration. Wir sollten auf den Bänken vor dem Polizeihäuschen warten, während die Beamten unsere Pässe checken. Wir warteten…und warteten…und warteten…

Als ein Ende nicht absehbar war, nutzten wir die Zeit schon einmal für den Tausch von Geld. Am Hafen gab es ein Schwarzmarktbüro für den Tausch. Ich probierte es zuerst mit einem 50-Euro-Schein, der Kurs war aber mit 550 CFA pro Euro sehr enttäuschend (Normalkurs sind 650 CFA). Immerhin hatte ich noch ca. 65.000 Naira übrig (knapp 38 Euro), für welche ich 28.000 CFA rausbekam (laut Kurs sogar um die 40 Euro). Sehr akzeptabel, sodass ich mein restliches nigeriansiches Geld ohne Probleme losbekam.

Bei dem attraktiven Kurs nutzte auch Jannick die Chance, sein restliches nigerianisches Geld loszuwerden. Als anschließend nach 50 Minuten Wartezeit immer noch nichts passierte, wollten wir einmal vorsichtig bei den Polizisten nachfragen. Diese reagierten jedoch leicht verärgert, meinten, sie hätten doch gesagt wir sollen warten und würden uns schon die Pässe gleich geben. Alles gut Leute, entspannt euch mal…nach 50 Minuten Wartezeit wird man ja mal vorsichtig nachfragen können, ob alles in Ordnung ist…

Wir nutzten die weitere Zeit, um Jannicks Hinterreifen noch einmal aufzupumpen, der nach langer Zeit mal wieder schleichend Luft verlor…als ob das jetzt schon wieder losgeht…

Nach über einer Stunde Wartezeit hatten wir schließlich unseren Einreisestempel. Es war aber schon nach 16 Uhr, ca. 2 1/2 Stunden hatten wir noch bis zur Dunkelheit. Laut einer Karte vom auswärtigen Amt war der Küstenstreifen von Kamerun noch rot eingezeichnet bezüglich der Sicherheit, aufgrund von Entführungsrisiko und Piraterie im Golf von Guinea.

Die nächste größere Stadt mit Hotelmöglichkeiten war Limbe, ca. 40 Kilometer entfernt. Wir mussten also wiedermal Gas geben, wenn wir die Nacht sicher verbringen wollen.

Sofort machten wir uns auf den Weg – und bekamen nach einigen Wellenduschen auf dem Speedboot gleich die nächste Dusche. Die Gegend am südwestlichen Hang des Mount Cameroon, dem höchsten Berg Kameruns mit über 4000 Metern Höhe, zählt nämlich nicht umsonst zu einer der regenreichsten Regionen der Erde.

Der Ort Debundscha, welchen wir auch durchquert haben, ist mit über 10.000 Litern pro Quadratmeter durchschnittlicher Jahresniederschlagsmenge sogar der fünft regenreichste Ort der Erde.

Insbesondere in der Regenzeit, wenn der Wind häufig vom hier warmen Atlantik kommt und sich die Wolken am Massiv des Mont Cameroun stauen, kann der Himmel hier ordentlich die Schleusen öffnen. Das mussten auch wir erfahren, als wir nach einem kräftigen Schauer einmal ordentlich geduscht waren.

Kurz vor der Regenklatsche.

Hinterher klarte es aber auf, und der weite Regenwald mit dem Mont Cameroun im Hintergrund, übrigens dem höchsten Berg Westafrikas, bot eine beeindruckende Kulisse. Inklusive eines Regenbogens war der Zeitstress kurz vergessen – diese Momente mussten festgehalten werden. Die Spitze des Berges war zwar noch in den Wolken, das tat dem faszinierenden Ausblick jedoch kaum einen Abbruch. Zudem ist die Landschaft aufgrund des vielen Regens so saftig grün – gefühlt noch einmal etwas grüner als die tropischen Vorgängerländer in Westafrika, durch die wir ja alle gefahren sind.

Regenbogen.
Der Mont Cameroun in den Wolken.
Saftig grüne Kulisse.

Nach diesen traumhaften Eindrücken holte uns die immer tiefer stehende Sonne aber schnell wieder in die Realität. Nun war wirklich Beeilung angesagt – was aber gar nicht so einfach war in dieser hügeligen Landschaft. Wir schrubbten ordentlich Höhenmeter, ehe wir bereits im letzten Tageslicht im belebten Limbe ankamen. Die letzten paar Kilometer zum angepeilten Hotel mussten wir schließlich im Dunkeln zurücklegen, letztlich schafften wir es jedoch gut ins Ziel.

Nach Bezug unseres Zimmers ging es noch einmal los, um nach einem vollen, mahlzeitfreien Tag noch dringend benötigte Nahrung zu sich zu nehmen. Zudem mussten wir Bargeld holen, was hier auch ganz einfach ging. Und es vereinfacht die Sache doch enorm, wenn man wieder mehr Geld als umgerechnet 11,50 Euro abheben kann wie in Nigeria.

Ein riesiger gerillter Fisch mit Kartoffeln sorgte schließlich für den dringend benötigten Kaloriennachschub, ehe wir uns auch schon Schlafen legten in einem nach diesem spannenden und ereignisreichen Tag doch sehr müden Zustand.

Abendessen, fast Sportlernahrung 😁

Am nächsten Tag standen dann nochmals 70 Kilometer bis zur Stadt Douala an. Laut der Karte vom auswärtigen Amt waren wir hier wieder im „grünen Bereich“. Noch 70 Kilometer trennten uns also von „sicherem“ Boden unter den Füßen.

Diesen Boden mussten wir uns aber noch einmal hart erkämpfen. Zunächst lag unser Hotel in Limbe direkt auf Meereshöhe in der Nähe von der Bucht von Limbe (welcher wir noch einen kleinen Besuch abstatteten).

Bucht von Limbé: Idyllisch, aber auch viel Müll…

Das hieß, dass man in der hügeligen Region rund um den höchsten Berg Kameruns erst einmal einen 250-Höhenmeter-Anstieg erklimmen musste. Auf „Passhöhe“ angekommen, war der Blick leider eingeschränkt. Denn es wurde dunkel und wenig später fing es wieder einmal sintflutartig an zu regnen, die Straße war in Windeseile geflutet.

Obendrauf kam, dass Jannick auf der frisch asphaltierten und durch den vielen Regen daher glitschigen Straße den Halt verlor und stürzte – gottseidank sind wir hier mit dem Schrecken davongekommen. In einer leichten Bergaufpassage war die Geschwindigkeit gottseidank nicht zu hoch.

Bald wurde jedoch das Wetter besser. Zudem konnten wir eine rauschhafte Abfahrt genießen, weg vom Mont Cameroun in die kamerunische Tiefebene. Ab hier war dann wieder bis auf ein paar kleine Hügel soweit alles flach.

Einziger Wermutstropfen: Obwohl wir Jannicks Reifen vor der Fahrt noch einmal bis aufs äußerste aufgepumpt haben, verlor dieser nun schneller Luft und war bald platt – es war mal wieder Zwangspause angesagt. Nach Platten stand es nun 16:0 für Jannick (wenn man jenen durch den Bikeshop verursachten in Abidjan abseits jeglicher Radfahrt mal außen vor lässt bei mir). „Ach komm, langsam ist das bei dir auch nur noch pures Glück bei den Straßen hier – der Tag wird kommen, glaub mir!“, antwortete Jannick fast leicht grimmig-verbittert, als ich ihn ein wenig damit aufzog. Tja Kollege, vielleicht hast du auch einfach nur unsägliches Pech! Ursächlich war übrigens mal wieder ein winziges aber spitzes Drahtstück, dass sich wohl durch den Mantel in den Schlauch gepieckst hat und dort drin steckte. So war immerhin die beschädigte Stelle schnell gefunden…

Nach diesem unfreiwilligen Zeitverlust ging’s dann über die flache Straße mit leichtem Rückenwind relativ zügig in Richtung der Hafenstadt Douala, die auch das wichtigste Wirtschaftszentrum Kameruns darstellt, auch wenn die politische Hauptstadt Yaoundé ist.

Dass in dieser Stadt tatsächlich viel Betrieb herrscht, wurde uns bereits auf den letzten 15 Kilometern zur Unterkunft bewusst, als der Verkehr sehr stark zunahm. Stellenweise herrschte bald pures Chaos, fast schlimmer als im rückblickend recht geordneten Lagos. Aufgrund dieser Stresssituation entschlossen wir uns, bei einem Carrefour mit Restaurant nebendran noch einmal Pause einzulegen.

Nach einer Stunde Nachmittagssnack und Einkaufsbummel brachten wir schließlich die letzten acht Kilometer in brutalem Verkehrschaos hinter uns inklusive der kilometerlangen Überquerung des Wouri-Flusses zum Schluss. Der Ausblick in Richtung Hafen und der Bucht von Douala war imposant, doch leider ließ die Verkehrssituation kein entsprechendes Bild zu…

Die Ankunft verlief leider auch nicht ganz reibungslos, da der auf Airbnb hinterlegte Standort mal wieder nicht mit der tatsächlichen Lage übereinstimmte. Nach der Hilfe der Einheimischen und Kontaktaufnahme mit dem Host betrug der Umweg aber immerhin nur 1,5 Kilometer.

Nach dem Kraftakt der vergangenen Tage inklusive der Speedboot-Überfahrt nach Kamerun haben wir uns zwei Ruhetage in Douala redlich verdient. Nun hieß es, die Akkus wieder aufzuladen und das erste Mal das Land Kamerun so wirklich zu erleben, nachdem die ersten 1,5 Tage doch eher von Stress geprägt waren…und natürlich meinem Fahrrad, das seit der Speichenpanne tapfer durchgehalten hatte, endlich die dringend benötigte Reparatur zu geben.

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