Auf Wiedersehen, Küste!

Zuerst einmal begann der Abend, an dem wir in der Stadt Douala ankamen, mit einem kleinen Missgeschick. Daher bitte ich auch, die stellenweise recht langatmigen Passagen ohne Bilder im letzten Blog zu entschuldigen. Als wir uns am Abend noch eine SIM-Karte bei einem Straßenstand des Anbieters Orange holten, habe ich beim etwas grobmororischen Wechsel am Kartenschlitten wohl meine ebenfalls eingelegte SD-Karte beschädigt.

Auf jeden Fall konnte dieses Speichermedium, auf dem über 2.000 Fotos der letzten Monate drauf waren, anschließend nicht mehr gelesen werden. Ein Schock machte sich breit, ehe ich gemerkt habe, dass ich irgendwann in weiser Voraussicht die automatische Synchronisierung mit OneDrive aktiviert habe.

Mein Speicherplatz ist zwar ein paar Tage vorher voll geworden, so fehlten aber immerhin nur die Bilder der letzten fünf Tage. Ärgerlich, aber zu verkraften noch. So musste ich ein wenig mit Jannicks Bildern den Blog auffüllen – sowie mit Kamerafotos. Eine heilsame Schrecksekunde – sofort wurde der Cloud-Speicherplatz gegen kleines Geld aufgestockt, um unangenehme Überraschungen in Zukunft auszuschließen.

Viel Raum für Trübsaalblasen wäre so oder so nicht geblieben – das Reiseleben ging weiter. Nun waren wir also in Douala, dem wirtschaftlichen Zentrum von Kamerun. Insbesondere auch aufgrund der günstigen Lage an der Küste mit großem Hafen. Etwas enttäuscht waren wir jedoch, als wir erfuhren, dass oftmals groß angepriesenen Strände von Douala nicht direkt in der Stadt lagen, sondern einige Dutzend Kilometer außerhalb auf den der Bucht vorgelagerten Inseln und Halbinseln.

Douala war unser letzter Ort an der Küste, ehe wir für ca. 2.000 Kilometer ins afrikanische Inland weg von der Küste fahren sollten. Wir hätten also gerne noch einmal ein paar Strande besichtigt, hatten aber auch nicht die Muße, einen Tagestrip raus aus der Stadt zu unternehmen. So blieben wir in Douala und schauten uns am kommenden Tag, einem Sonntag, dort etwas um.

Von einem Taxifahrer ließen wir uns an der ansehnlichen Cathedrale de Peter et Paul, die den Heiligen Petrus und Paulus gewidmet ist, absetzen. Von dort ging es nach einer Besichtigung der in Kolonialzeiten errichteten Kirche auf einen kleinen Spaziergang durchs Zentrum von Douala.

Cathedrale de Peter et Paul.

Direkt gegenüber von der Kathedrale befand sich das Fußballstadion „Stade Mbappé Léppé“. Es ist benannt nach dem Fußballspieler Samuel Mbappé Léppé, von dem vor dem Stadion auf eine große Denkmal-Statue zu finden. Auch ich war erstaunt, selbst als leidenschaftlicher Fußballfan kannte ich bisher nur seinen Namensvetter Kylian, mit dem er jedoch in keiner Weise verwandt ist. Er galt als der erste richtige Star des afrikanischen Fußballs in den 1960er und 1970er Jahren – wieder etwas dazu gelernt.

Samuel Mbappé Leppé.

Weiter ging’s durchs Zentrum mit wiederum modernen Wolkenkratzern, eben das wirtschaftliche Zentrum Kameruns. Ein beeindruckender Ausblick, die Stimmung war jedoch aufgrund des Wochentages etwas seltsam.

Die Kameruner sind nämlich wieder merklich christlicher als die vorherigen westafrikanischen Länder. Hier war der Wochentag egal – es herrschte jederzeit Chaos, Hektik und allgemein Betrieb auf den Straßen. Nun war in Douala wirklich alles geschlossen und die Stadt wirkte fast wie ausgestorben, ein bisschen wie eine Geisterstadt.

Wir unternahmen einen Spaziergang, vorbei am Wohnsitz des ehemaligen Gouverneurs aus Kolonialzeiten hin zum Nachtigall-Denkmal, das den deutschen Reichskomissar Dr. Gustav Nachtigal ehrt. Er reiste Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag von Otto von Bismarck für die Gründung der damaligen deutschen Kolonien durch West- und Zentralafrika, unter anderem eben Kamerun.

Das Nachtigal-Denkmal.

Man merkt in vielerlei Hinsicht, dass Deutschland als ehemalige Kolonialmacht durchaus seine Spuren in Kamerun hinterlassen hat. Viele Einheimische, mit denen wir Smalltalk führten, konnten im Vergleich zu den vorherigen Ländern doch ein paar Brocken Deutsch sprechen. Auch im Bezug auf die Präferenzen der Fußballclubs in diesem fußballbegeisterten Volk merkt man einen Unterschied zu den vorherigen Ländern – gefühlt laufen viel mehr Leute in Dortmund- oder Bayern-Jerseys durch die Straßen. Ein Fußballtrikot tragen hier eh 90 Prozent der Menschen, in jeder Nebenstraße wird einem Ball hinterhergejagt.

Kicker auf einem kleinen Nebenstraßen-Bolzplatz.

Es ging sogar so weit, dass ich bei einem Spaziergang am Straßenmarkt ein Werder-Bremen-Trikot aus der Saison 2006/2007 sichten konnte. Das erste Mal in Afrika, dass ich das Trikot eines anderen Fußballclubs außer Bayern oder Dortmund am Straßenmarkt entdeckte – und dann noch ein solches Unikat.

Ein seltener Fund hier.

Natürlich ließ ich mir am Straßenmarkt auch die Chance nicht nehmen, ein Trikot der kamerunischen Fußballnationalmannschaft meiner Sammlung hinzuzufügen.

Dass die Region mittlerweile auch wieder etwas touristischer ist, merkte ich, als am „Rond Point Deido“, dem Verkehrsknotenpunkt im Herzen von Douala in Form eines Kreisverkehrs mit dem Symbol der Stadt, der Statue „La nouvelle liberté“, mir Fotografen auflauerten und geschossene Bilder an mich verkaufen wollten.

Macht da etwa jemand Bilder von mir?!?!
Dann mach ich halt ein gestelltes Bild.

Ich winkte ab, als ich jedoch sah, dass die Aufnahmen gar nicht schlecht waren und ich die Fotos für umgerechnet 1,50 Euro (1.000 CFA) haben durfte, willigte ich doch ein, inklusive ein paar Fotos mit der berühmten, aus recycelten Materialien errichteten Statue im Hintergrund. Der Vater der Statue ist Joseph Francis-Sumegne.

Am Kreisverkehr im abendlichen Chaos.

Nach einigen Sightseeingaktivitäten an diesem Sonntag musste dann zum Wochenstart die Pflicht erledigt werden: Die Fahrradreparatur. Ich kämpfte mich in aller Früh durch den stauenden, chaotischen Verkehr rund um den angesprochenen Kreisverkehr sowie über die Wouri-Brücke in den Stadtteil Bonaberi, wo sich ein weiterempfohlener Fahrradladen befand.

Die Betreiber machten ihre Arbeit dann im Vergleich zu den vorherigen Erfahrungen in Westafrika auch hochprofessionell. Ja, meine Speichen wurden sogar auf einem Zentrierspeicher nachjustiert. In einem kurzen Check wurden auch andere Komponenten meines Fahrrades gecheckt. Ein Test der Kette, die zuletzt in Abidjan in der Elfenbeinküste getauscht wurde, ergab bereits einen hohen Verschleiß. 500 bis aller maximalst 1.000 Kilometer könne ich damit noch fahren, so das Feedback des Betreibers. So ließ ich die Kette auch gleich tauschen. Insgesamt war der Eingriff mit 10.000 CFA (15 Euro) natürlich auch enorm preiswert.

Dringende Reparatur.

Allgemein war das Preisniveau auch in Kamerun noch sehr überschaubar. Nachdem ich mich wieder durch den Stau zurück zur Unterkunft gekämpft habe, holte ich mir einen großen Fisch mit Maniok-Beilage am Straßenrand für umgerechnet drei Euro. Da wird es bei einer Rückkehr in ein paar Monaten definitiv eine Herausforderung, sich wieder an deutsches Preisniveau zu gewöhnen 😉.

Sehr preiswert.

Zu gerne hätte ich auch noch ein Foto von der Wouri-Brücke mit imposantem Blick in den Hafen von Douala aufgenommen, doch der Verkehr ließ dies auf der Radfahrt wiederum nicht zu. Als ich später noch einmal zu Fuß losgehen wollte, kehrte ich doch bald um, weil es keine Fußwege gab und das Durchschlängeln bei diesem Verkehr doch schlicht zu gefährlich war…

So ließen wir die zwei Pausentage in Douala entspannt ausklingen. Zum Abschied spendierte uns ein aufklarender Himmel noch einem einen Blick aus der Ferne zum Mont Cameroun im Sonnenuntergangslicht – imposant.

Blick zum Mont Cameroun.

Mit wieder komplett hergestellten Fahrrad kehrten wir am nächsten Mittag nach gemächlichem Tagesstart schließlich der Küste den Rücken und verließen Douala in Richtung Landesinneres, immer mit Kurs auf unser nächstes Ziel: Die Hauptstadt Yaoundé.

An einem Werktag zeigte sich die Stadt nun wieder komplett gegensätzlich: Volle, chaotische Straßen und ausufernde Märkte. Inklusive des hügeligen Profils, kostete es einiges an Anstrengung, wieder aus der Stadt rauszufahren.

Hinzu kam, dass Jannick in seiner großen Kochleidenschaft natürlich bei der ersten Kochmöglichkeit seit langem in Form von dem Airbnb groß einkaufte (eventuell zu groß), und nun vor Abfahrt alle kühlungsbedürftigen Lebensmittel einmal aufbrauchen musste. Mit zu vollem Magen in Verbindung mit der anstrengenden Radfahrbelastung konnte das natürlich nicht lange gut gehen ohne Bauchweh und eine ausgiebige Pause.

Nachdem sich alles beruhigt hatte, konnten wir nun aber wirklich nachhaltig in die Pedale treten. Bald waren wir auch aus den Voroten von Douala raus und konnten die ruhige Fahrt durch die tropische Regenwaldlandschaft genießen. Lediglich die Sonne brannte unnachgiebig herunter und ließ uns ordentlich schwitzen.

Am späten Nachmittag erreichten wir noch die nächste größere Stadt nach Douala, Edéa. Highlight hierbei war die Überquerung des Sanaga-Flusses. Übrigens auf der Pont allemand, die im Jahr 1911 zu den deutschen Kolonialzeiten als einzige Überquerung des Sanaga erbaut wurde.

Nach einem anstrengenden Hügel waren wir dann auch schon wieder raus aus der Stadt und fuhren und die letzten Tageskilometer Überland zurücklegten.

Überquerung der deutschen Brücke.
Blick auf Fluss und Zugstrecke.

Als sich der Tag bereits dem Ende zuneigte, fragten wir in einer kleinen Siedlung nach dem Aufbau des Zeltes – da wir nun wieder auf laut verschiedener Quellen sicherem Boden waren, wurde nach über drei Wochen das erste Mal wieder gezeltet.

Der Platz war leider alles andere als optimal, die einzige Möglichkeit war unter dem Vordach einer kleinen Familienhütte direkt neben der ohrenbetäubenden Straße. Der Platz war hier zudem begrenzt, dass wir fast schon tetrismäßig unsere Zelte irgendwie platzieren mussten.

Die Bewohner waren immerhin sehr rücksichtsvoll und ließen uns in Ruhe erholen. Die Versorgungslage war jedoch angespannt: Es gab hier lediglich ungekühlte Softdrinks, Bier und Wasser. Da Jannick keine Vorräte im Gepäck mitnahm, musste er leider fasten an diesem Abend. Meine Süßigkeiten waren auch keine Option für ihn als Snack😉

Für Glücksmomente sorgte immerhin ein farbenprächtiger Regenbogen direkt nach Ankunft abends in dem Dorf aufgrund des wechselhaften Regenzeitwetters. Zudem zeigten doch viele Kleinigkeiten, wie spirituell-christlich das kamerunische Volk eigentlich ist…

Farbenprächtig.
„Die Hand Gottes“ – Diego Maradonas Erbe in Kamerun 😉

Aufgrund der Notwendigkeit einer echten Mahlzeit, insbesondere für Jannick, waren wir nach einer nur teilweise erholsamen Nacht aufgrund der lauten Straße schnell wieder auf dem Rad am nächsten Morgen. Wobei – vielleicht sogar zu schnell. Ich ließ jedenfalls achtlos mein Fahrradschloss und meine Zeltstangen liegen. Ein fataler Aussetzer von mir – wenn unser Gastgeber nicht über eine halbe Stunde und 10 Kilometer später uns per Motorroller eingeholt hätte und mir meine verloren geglaubten Utensilien wieder ausgehändigt hätte.

Voller Dankbarkeit öffnete ich natürlich gebührend meinen Geldbeutel, wenn jemand durch sein Mitdenken mir wahrscheinlich sprichwörtlich den A**** rettet. Wiedermal glimpflich davongekommen!

Erleichtert machten wir kurz darauf Essenspause im tiefsten Dschungel – selbst hier fand man immerhin Bohnen im Brötchen sowie Wasser. Dank dieser Zwischenmahlzeit schafften wir es bis zu einem Busbahnhof im nächstgrößeren Ort, um nach 30 gefahrenen Kilometern ausgiebigere Mittagspause zu machen.

Die Hitze war an diesem Tag wirklich besonders spürbar. Fast wirkte es, als wenn bei unserem Abzweig ins Landesinnere nun die mäßigende Meeresbrise fehlt und dadurch die hohen Temperaturen noch unerträglicher werden. Die zunehmend wieder hügeliger werdende Landschaft verstärkte das Schweißbad, welches uns überdurchschnittlich viele Pausen einlegen ließ.

Ein Traum war dagegen die sattgrüne Regenwaldlandschaft links und rechts der Straße. Insbesondere die imposanten Waldformationen an den steilen Hügeln in der Landschaft ließen uns staunen.

Überwältigende Landschaft.

Nach etwas über 60 Kilometern im Auf und Ab durch die noch flache Landschaft wurde dann am Nachmittag mit einem Anstieg über 150 Höhenmeter auch die nächsthöhere Geländeebene erreicht. Jannick konnte sich den Großteil des kleinen Passes vom LKW hochziehen lassen, mir war dies leider nicht vergönnt.

Schummelei.

Die Sonne brutzelte weiter unaufhörlich hernieder, sodass wir oben in einem kleinen Örtchen nochmals eine Softdrinkpause einlegten, ehe wir noch einmal den letzten Teilabschnitt angingen. Nun ging es kontinuierlich leicht bergauf, unterbrochen von einem nochmals etwas über 100 Höhenmeter langen Anstieg, der nun beidseitig zumindest teilweise per LKW entschärft wurde. Dennoch fühlte man: In Verbindung mit dem anstrengenden Wetter war die Kraft langsam leer, der Akku alle.

Auch weiter ging’s bergauf. Wir fuhren noch ca. fünf bis zehn weitere Kilometer, ehe wir wieder ein paar kleine Häuser am Straßenrand erblickten, mitten im Regenwald. Nach kurzem Zögern ließ man uns freie Platzwahl für unsere Zelte. Ich bevorzugte den Platz unter dem Vordach eines Hauses aufgrund von möglichem Regen. Jannick bevorzugte die Glasfläche zwischen Häusern und Straße, da ja seine Luftmatratze kaputt gegangen ist und er deshalb auf dem Boden schlafen musste…

Direkt neben der Straße inmitten von Dschungel.

Na ja, nicht nur er, auch meine Luftmatratze hatte ein nerviges Loch, weshalb ich auch zusätzlich meinen Schlafsack aus dem Gepäck holte. Diesmal hatte er aber keine Wärme-, sondern eine Polsterungsfunktion.

Praktisch war, dass es hier auch ein kleines Restaurant gab, wo zumindest der hier beliebte Klassiker von Spaghetti mit eingekochtem Spiegelei erhältlich war. Wichtige Carbs!

Beliebtes, einfaches Essen hier.

Ansonsten legten wir uns auch bald früh schlafen, wenn denn unter den Voraussetzungen erholsamer Schlaf möglich war. Nötig war er auf jeden Fall: Bevor in Yaoundé aufgrund von im weiteren Verlauf zu erläuternden Punkten eine längere Pause fällig war, mussten noch einmal knapp 80 Kilometer zurückgelegt werden. Allerdings auch mit über 1.000 Höhenmetern – eine bergige Angelegenheit!

Früh genug wach hierfür waren wir – die Morgensonne holte uns schnell aus dem Schlaf, auch Jannick war bald munter. Praktischerweise konnten wir in dem kleinen Restaurant nebenan noch Frühstück und Kaffee genießen, ehe wir um halb 10 auf der Strecke waren.

Guten Morgen.

Der Himmel zog sich alsbald zu und öffnete seine Schleusen – der Anfang der Tour wurde mal wieder zu einer kleinen Wasserschlacht. Anschließend blieb es herrlich bewölkt, perfekte Voraussetzungen für diese anstrengende Tour. Die atemberaubende Regenwaldlandschaft links und rechts der Straße entschädigte jedoch für so manchen Schweißtropfen.

Regen.
Flach war es definitiv nicht.
Herrliche Regenwaldkulisse.

Im steten Auf und Ab mit einigen größeren Anstiegen dazwischen, sammelten wir fleißig Höhenmeter. Die Straße war ruhig, nur wenige Autos fuhren an diesem Feiertag (Christi Himmelfahrt) – eine herrliche Ruhe und eine herrliche Luft hier einige hundert Höhenmeter über dem Meeresspiegel.

Immer weiter leicht bergauf.

Nur noch knappe 40 Kilometer vom Ziel in Yaoundé entfernt, machten wir eine Mittagspause. Spaghetti mit Eiern gaben nochmals die nötige Energie, ehe der zweite Etappenteil begann.

Mittagspause.

Es wurde nun belebter in den Vororten von Yaoundé, zudem kam die Sonne leicht raus zwischen den Wolken und heizte direkt ordentlich ein – etwas anstrengend nach diesem genussvollen ersten Tourabschnitt.

Die Sonne kommt leicht heraus.

Viele steile Hügel blieben die Konstante dieser Tour, auf den anschließend Abfahrten konnte man sich jedoch immer wieder adäquat erholen.

Einer der letzten Eindrücke vor Yaoundé.

Die letzten 20 Kilometer begann dann bereits die Hauptstadt Yaoundé, der Verkehr nahm mal wieder chaotische Ausmaße an. Für Fotostopps war nun keine Zeit mehr, die volle Aufmerksamkeit galt der Straße und den wilden Verkehrsteilnehmern.

Der Höhepunkt war im Zentrum ein großer, vierspuriger Kreisverkehr, wo wir dann doch lieber abstiegen und schoben. Der erste Eindruck von Yaoundé war sehr bergig, aber auch sehr modern, inklusive Bahnlinie.

Ich mag mein Land: Kamerun!

Zwei Kilometer vor dem Ziel ging nach zahlreichen, ekligen Anstiegen durch die Stadt noch einmal 50 Höhenmeter einen steilen Hügel hinauf, auf dem unser Ziel lag. Dann war es jedoch geschafft und die letzten paar hundert Meter konnten wir entspannt ausrollen.

Hier wartete nun auch eine für eine größere Pause, da wir in Yaoundé bei der kongolesischen Botschaft unser Visum für die Republik Kongo beantragen mussten. Insgesamt sieben Werktage sollte es dauern. Man kann zwar die Option innerhalb von 72 Stunden wählen, diese kostete jedoch umgerechnet 85 Euro mehr.

Aufgrund einiger Nachfragen, warum wir denn nicht über Gabun fahren würden: Diese Strecke hätte uns definitiv auch gereizt, doch leider herrschen aktuell immer noch Konflikte zwischen Kamerun und Gabun vor. Aufgrund von Spionagebefürchtungen lässt Gabun aktuell auf dem Landweg noch immer niemanden aus Kamerun einreisen, auch wenn es sich wie bei uns sehr offensichtlich um unschuldige Touristen handelt 😉

Wir wägten unsere Optionen ab. Da wir aber bis hierher seit dem Beginn von Nigeria mehr oder weniger durchgehetzt sind, kam eine längere Pause mehr als gelegen – zumal es hierfür anschließend bis voraussichtlich Namibia kaum mehr eine Möglichkeit geben wird. Außerdem kann man so die Gegend rund um die Hauptstadt Kameruns nun in Ruhe auskundschaften.

In diesem Sinne geht ein riesengroßer Dank auch an Robert aus unserer Heimat, der aktuell vorübergehend in Yaoundé lebt und uns dankenswerterweise die Möglichkeit gab, für diese Zeitspanne bei ihm unterzukommen. Ein nicht selbstverständliches Privileg, das wir sehr zu schätzen wissen!

Hier lässt es sich gut aus das Visum warten.

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