Im vorherigen Blogbeitrag habe ich am Ende von deutlich flacherem Gelände ab der Grenze zur Republik Kongo geschrieben. Als wir in aller Früh am nächsten Morgen wieder aufbrachen, sollte sich das rasch als klare Finte herausstellen.
Omar als ein noch geborenerer Frühaufsteher als ich machte sich direkt auf den Weg, als er fertig zusammengepackt hatte. Auch ich war alsbald fertig, ehe Jannick kurz hinter mir folgte.
Nach einigen ersten knackigen Anstiegen habe ich Omar nach 20 Kilometern wieder eingeholt, als dieser in einem kleinen Dorf Frühstück orderte – natürlich Omelette.
Auffällig auf den Dörfern ist, dass man merkt, dass Touristen hier anscheinend wirklich komplett unüblich sind und fast schon eine kleine Sensation darstellen. Wenn man durch eine Siedlung radelt, kann man eigentlich die Sekunden stoppen, bis laut „TOURIST! TOURIST!“, skandiert wird – insbesondere von den Kindern.
Als wir in dem Dorf bei dem kleinen Restaurant unser Omelette verdrückten, mussten wir den Chef des Restaurants letztlich anweisen, die neugierigen Kinder zu „verscheuchen“ – in dem Moment war es Omar und mir leider doch etwas zu viel.
Dazu kam, dass Jannick beim Nachkommen uns leider übersah, auch wenn ich aus voller Kehle versuchte, ihn anzuhalten. Leider hörte er Musik und war so in einer anderen Welt…na ja, Omar und ich haben ihn schnell wieder eingeholt bis zum nächsten kleinen Dorf 10 Kilometer weiter.
Hier fächerte sich die Gruppe wieder auf, jeder fuhr sein eigenes Tempo in dem hügeligen Terrain. Auch zwei größere Rampen von 100 Höhenmetern warteten, die einen bei der tropischen Luftfeuchtigkeit wahrlich an die Grenzen brachten. Omar und ich waren ein Tempo und bald haben wir nach fast 70 Kilometern einen netten Wasserfall erreicht, wo die einheimische Bevölkerung auch ihre Kleidung wusch.
Nach all der Anstrengung mit den vielen Höhenmetern musste es fast sein: Einmal Dusche unter dem herrlich erfrischenden Wasserfall – zumal ich seit Yaoundé, also fast zwei Wochen, eigentlich keine richtige Dusche mehr genommen habe. Man fühlt sich direkt wie neu geboren.

Schnell ging’s dann aber auch wieder aufs Rad, denn die nächste „Kleinstadt“ war nur noch wenige Kilometer entfernt, genauer deren fünf. Hier gab’s immerhin Internet und eine schattige Einkehrmöglichkeit, wo wir eine Stunde Pause machten und auf Jannick warteten, der bei dem hügeligen Terrain in seinem „Bergtempo“ etwas länger brauchte.
Eine wirkliche Mahlzeit hatten sie hier in dem Ort nicht im Angebot, doch immerhin gab’s kühle Getränke. Hinterher wurden in den paar Läden noch die notwendigen Dinge wie Wasser und Nudeln eingekauft. Im weiteren Verlauf des Ortes nach einem wiederum markanten Hügel fand ich sogar noch Haferflocken – damit war ich erstmal wunschlos glücklich. Anschließend ging es wieder raus aus der Stadt – und damit auch raus aus dem Internetempfang und wiederum rein in die endlose Dschungellandschaft in spärlicher Infrastruktur bei geringer Bevölkerungsdichte.
Auch die Hügel wurden nicht weniger, im Gegenteil – es ging ein paar Mal ordentlich zur Sache, ehe wir nach über 85 Kilometern ein Dorf fanden mit einer Schule. Diese Schulen mit ihrem Vordach und der ebenen Betonfläche sind hier mittlerweile eine etablierte Lösung, um die Nacht zu verbringen. Es war 17 Uhr, eine knappe Stunde hätten wir noch fahren können. Doch die Kräfte schwanden, weshalb wir uns wiederum an den Chef du Village wandten. Wiederum ohne Probleme durften wir an dem angepeilten Platz unser Lager aufschlagen.
Als wir nach Wasser für eine kleine Eimerdusche fragten, ging dies aufgrund der knappen Ressourcen in dem abgelegenen Ort jedoch nur gegen Entgeld. Wir hatten aber leider nur noch echt knappe Mittel bis Ouesso und es waren immer noch 180 Kilometer bis zum ersehnten ATM. So mussten wir aus Liquiditätsgründen auf unsere Hygiene verzichten. Essen gab’s in dem Ort sowieso nicht, wir mussten auf unsere Snacks zurückgreifen.
Da es hier sowieso auch keinen Internetempfang gab, gab’s eine Portion Haferflocken und danach wurde sich direkt schlafen gelegt. Der Plan für den nächsten Tag war ambitioniert: So weit kommen wie nur möglich durch das hügelige Gelände, und dann am nächsten Tag den Rest bis Ouesso bestreiten.



Ohne mediale Ablenkung aufgrund des Funklochs wurde ausreichend geschlafen und wir kamen bereits früh los auf unsere große Etappe nach wiederum Haferflocken zum Frühstück. Direkt auf den ersten Kilometern wartete ein 100-Höhenmeter-Anstieg im wunderschönen Morgenlicht, ehe es erst einmal wieder entspannt bergab ging.

Nach 20 Kilometern legten wir in einem kleinen Dorf eine Pause ein. Immerhin Maniok gab’s hier, die Konstante neben Omelette hier im Dschungel. Lange wollten wir uns hier jedoch gar nicht aufhalten – weiter ging’s. Der entspannte Teil war nun vorbei, es kamen immer wieder ordentliche Bergaufpassagen.

Wiederum gute 15 Kilometer später entdeckten wir ein Dorf mit Brunnen, um unser Trinkwasser nachzufüllen. Leider war ich gerade mit Auffüllen beschäftigt, als die anderen beiden einen LKW sichteten und sich von diesem etwas unterstützen/ziehen ließen. Das war eine kluge Wahl, da nach dem Dorf zwei Anstiege warteten, die es wahrhaft in sich hatten. Ich hechelte hierdurch hinterher und musste aus eigener Kraft hochtreten, unterbrochen nur durch eine kurze, rauschende Abfahrt zwischen den zwei Anstiegen.
Oben angekommen sichtete ich einen Funkmast – Internet!! Ich machte eine kurze Handypause, ehe ich mich in die rauschende Abfahrt und erneut die Remote-Welt stürzte. Bald traf ich dann auch wieder auf Omar und Jannick, die vor dem nächsten Anstieg auf den LKW warteten, der auf den Abwärtspassagen sehr langsam unterwegs war. Ich schloss mich nun an und nutzte in einigen Passagen die Unterstützung des LKWs. So schafften wir es schnell, in mehrern Hügeln bis auf Passhöhe auf über 700 Höhenmetern zu fahren. Bereits um 13 Uhr zeigte die Uhr 80 Kilometer und über 1.200 Höhenmeter an – geschätzt wurden so 300 Höhenmeter unter motorisierter Unterstützung zurückgelegt 😉

Wir suchten nach einer Möglichkeit für Mittagspause. Das Problem: Hier gab’s einfach nichts. So fuhren wir munter weiter. Ein paar Gegenanstiege gab es immernoch, insgesamt ging es nun jedoch stetig wieder bergab. Bald hatten wir 100 Kilometer. Insbesondere Jannick, der logischerweise am frühesten den LKW entdeckt hatte und sich die meisten Steigungen hatte hochziehen lassen, bekam nun nochmal einen richtigen Energieschub und fuhr voraus. Omar und ich, die dringend eine Pause brauchten, konnten ihm nicht folgen. Unter Einfluss seiner Spotify-Playliste trat er mit Wucht in die Pedale.
Irgendwann gaben wir beide es auf und akzeptierten, dass wir Jannick so nicht mehr aufholen können. Wir setzten uns irgendwo in der Pampa an den Wegesrand und schnauften durch. Wasser hatten wir auch so gut wie keins mehr. Immerhin schafften wir es, ein Auto anzuhalten, dem wir erklären konnten, dass wir noch einen dritten Radfahrer im Bunde haben. Sie sollten ihn doch bitte informieren, dass wir platt sind und Pause brauchen und er langsamer machen soll…
Außerdem trafen wir noch ein französisches Paar, das mit seinem Camper durch ganz Afrika fährt. Sie erzählten uns ihre Pläne. Auch jenen, den Dzanga-Ndoki Nationalpark von der Stadt Ouesso aus zu besuchen im Dreiländereck mit Kamerun und der zentralafrikanischen Republik, wo man allerlei Schimpansen und Gorillas sehen kann – das müssen wir uns definitiv auch überlegen. Zudem gaben sie uns eine große Flasche Wasser – sie waren für uns gewissermaßen die Retter in der Not nach 100 Kilometern Fahrradfahren quasi ohne Pause.
Langsam fuhren wir weiter. Eventuell haben die anderen Autofahrer ja Jannick erwischt und er ist nicht zu weit weg. Nach ca. sieben Kilometern fanden wir ihn dann auch in einem kleinen Ort wieder. Hier gab’s dann wenigstens mal wieder Wasser, das wir nach Verhandlung auch zu einem günstigen Preis bekamen. Wir fragten den Ladenbesitzer nach der nächsten Schule, weil wir definitiv platt waren. „Quinze kilometre“, so die Auskunft des Herren. 15 Kilometer noch! Wir schluckten, aber schließlich nahmen wir die Strecke noch auf uns…
Wir sind nun von der Passhöhe eine Geländeebene tiefer angekommen. Hier ging es dann wieder im steten Auf und Ab weiter – wir sammelten immernoch oder wieder fleißig Höhenmeter. Insbesondere der ansonsten durchtrainierte Omar war nun platt.
Nach 123 Kilometern erreichten wir schließlich das Örtchen mit dem einprägsamen Namen „Paris“. Ici c’est Paris! Lustig war hierbei auch, wie die fußballbegeisterten Dorfbewohner sich aufgrund des Ortsnamens extrem mit dem aktuellen Champions-League-Sieger identifizierten.
Nachdem wir wieder beim Chef du Village vorstellig werden wollten wegen der Erlaubnis des Campierens an der Schule, war diesmal nur seine Ehefrau da. Sie gab uns in seinem Namen die Erlaubnis und schickte ihren Sohn, um uns den Platz an der Schule zu zeigen. Der Innenraum der Schule war sehr heruntergekommen und voller Schlaglöcher. Nur Omar fand noch ein Plätzchen für sein Zelt. Jannick und ich stellten unser Zelt einfach vor der Schule im Sand auf, das Vordach war diesmal unzureichend – es wird schon nicht regnen.
Wir hatten nun einen vom Chef du Village geschickten „Aufpasser“ an unserer Seite. Das ist der nächste Vorteil, wenn man sich bei der obersten Autorität die Erlaubnis einholt: Man ist dann gewissermaßen der Stolz des Dorfchefs bzw. wir sind dessen stolze Gäste, und es ist Ehrensache für ihn, diese zu beschützen. So fühlten wir uns in den Dörfern jederzeit sehr sicher – auch wenn es mal sehr neugierige Kinder gab.

In einem Kilometer Entfernung gab es einen Tümpel, wo wir uns erfrischen konnten und die Einheimischen ihre Kleidung wuschen. Ich hab bei sowas immer etwas Bauchschmerzen wegen Billharziose und Co. – aber wird schon gut gehen…

Unser Aufpasser begleitete uns und sang derweil natürlich ein Lobeslied über Kvaratskhelia, Doué, Dembélé und Co. – der Stolz dieses Dorfes, Paris St. Germain!

Die kleine Erfrischung in dem See tat auf jeden Fall sehr gut und weckte die Lebensgeister wieder. Kurios war, dass wir auf dem Rückweg vom See unseren tatkräftigen LKW-Fahrer trafen, der jetzt erst hier ankam. Abseits der Steigungen waren wir doch deutlich schneller als er. Wir bedankten uns per Handzeichen noch einmal inständig.
Bald nach Sonnenuntergang legten wir uns dann schlafen. Internet gab’s hier sowieso nicht. Wasser war ebenso Mangelware und zur Verpflegung gab’s immerhin noch Ananas am Straßenrand. Wir konnten die Armut hier auf dem Dschungelland von Kongo am eigenen Leibe miterleben. Die Sehnsucht nach etwas Stadt und Infrastruktur war sehr groß.

Durch die große Tour mit letztendlich mehr als 1.600 Höhenmetern (in Wahrheit wahrscheinlich so 1.200 Höhenmeter) waren wir immerhin nur noch 60 Kilometer von Ouesso entfernt – und es sollte auch tendenziell nun mehr bergab gehen.
So standen wir am nächsten Morgen wiederum früh auf und nahmen ziemlich schnell die verbleibenden Kilometer in Angriff. Ouesso ruft mit Internet, Infrastruktur – und einem ATM! Unser Bargeld war quasi aufgebraucht, doch die finanzielle Erlösung war endlich greifbar.
Aber was heißt „ziemlich schnell die verbleibenden Kilometer in Angriff nehmen“? Insbesondere der am Tag vorher noch voller Elan strampelnde Jannick war platt, ihm steckte die Etappe in den Knochen. Zudem breitete sich auf seinem Unterkörper ein ekeliger, pickeliger Ausschlag aus. Ein Pickel war direkt an seinem Allerwertesten, wodurch das Fahrradfahren ohne Einfluss von Ibuprofen zu einer wahren Tortur wurde.
Hinzu kam, dass sich der erste Teil der 60 Kilometer durchaus zog. Es glich weiterhin einer Achterbahnfahrt: Auf, Ab, Auf, Ab. Bis auf wenige, verarmte Dörfer gab’s nichts. Keine Verpflegung, gar nichts. Nur Dschungellandschaft – die grüne Hölle!
Jeder fuhr sein eigenes Tempo und wir trafen uns wieder im Ort Keta. Hier haben wir die lange Strecke nach Osten im ersten Teil von Kongo endlich geschafft. Von hier aus geht es knapp 800 Kilometer südlich nach Brazzaville, die Hauptstadt Kongos. Ouesso liegt jedoch nördlich, weshalb wir insgesamt 2×25 Kilometer Umweg fahren mussten. Aber es war eben die einzige Möglichkeit bis Brazzaville, an Geld zu kommen…
In dem Örtchen Keta gab’s wenigstens wieder das berühmte Omelette, wo wir auf Jannick warteten. Als er eintraf, kam dann noch eine große Unwetterfront auf, weshalb wir in dem kleinen Restaurant mehr Zeit verbrachten. Aber wir hatten ja keinen Stress, schließlich waren es nun nur noch 25 Kilometer bis Ouesso.

Nach dem Abzug der Regenfront machten wir uns auf. Je näher wir an Ouesso herankamen, desto lebendiger wurde es. Weniger „Dschungelpampa“, mehr Restaurants und Infrastruktur. Schließlich kamen Omar und ich relativ entspannt im abwärts geneigten Gelände an. Nun waren wir an einem der östlichsten Punkte der Tour angekommen, mit ca. 16 Grad östliche Länge. Als Referenz entspricht das ungefähr der Lage von Wien.
Jannick brauchte etwas mehr Zeit, da nun auch noch seine Vorderradschaltung kaputt gegangen ist: Die Hülle des Schaltzuges ist gerissen. Da es nicht komplett flach war, musste er die Kette auf dem mittleren Blatt fixieren. So bekam er natürlich auch nicht richtig Power in die Pedale bei den flachen Abschnitten…
Auf iOverlander gab’s einige Unterkünfte. Eine vielversprechende lag etwas entfernt von der Hauptstraße. So gab es eine Art Aufgabenteilung: Omar checkte die Unterkunft, ich fing Jannick an der Hauptstraße ab. Hierzu setzte ich mich in eine kleine Bar an der Straße. Hier gab es weder Wasser noch Softdrinks – nur Bier. So musste ich natürlich aus Höflichkeit eins bestellen, wenn ich die Räumlichkeiten in Anspruch nehme 😉
Alsbald war dann auch Jannick da, mein Bier jedoch noch nicht leer. So schickte ich ihn erstmal zum Geld abheben beim ATM ein paar hundert Meter weiter – er könne ja für mich mit abheben. Das klappte dann auch im zweiten, erlösenden Versuch, nachdem das Limit erst einmal höher eingestellt werden musste wegen Abhebung für zwei Personen 😉
Derweil klärte Omar die Unterkunft ab, die wohl in Ordnung war. Wir folgten und holten uns ebenso ein Zimmer für zwei Nächte, um einen Erholungstag in Ouesso zu haben. Ein Ausflug in den vorher angesprochenen Nationalpark fiel flach, da man wohl ein Visum für die zentralafrikanische Republik benötigte. Na ja, halb so wild. Es hieß, dass man südlich von Ouesso auf dem Weg nach Brazzaville noch genügend viele Möglichkeiten zur Wildtierbeobachtung hätte…
Ein entspanntes Ankommen war jedoch erst einmal nicht möglich, da ja Jannick und ich aus Kostengründen immer ein Zimmer teilen. Das war bisher auch ohne Probleme möglich. In Kongo jedoch ist der christliche Glaube sehr stark verankert, mögliche Homosexualität gilt als Sünde und wird stark abgelehnt. So wollte man uns auch zuerst das Doppelzimmer verweigern, aus Sorge, wir würden uns dort „vergnügen“. Jannick und ich mussten glaubhaft machen, dass wir in keinerlei Liebesbeziehung zueinander stehen, ehe uns die Hotelbesitzer das Teilen des Zimmers mit mehr als nur hochgezogener Augenbraue erlaubten.
Ansonsten war man froh, wenigstens mal wieder fließendes Wasser für die Handwäsche und ein Bett zu haben. Die Ansprüche haben sich im Kongo gefühlt nochmal weiter heruntergeschraubt im Vergleich zu anderen, vorherigen Ländern in Westafrika. Bereits die kleinen Dinge machen einen glücklich, ebenso wie eine Mahlzeit, die nichts mit Süßigkeiten, Brot oder Omelette zutun hat. Wie die Hähnchenschenkel, die wir am Abend an einem Straßenstand verspeisten. Bezüglich wirklich hochwertiger Ernährung in Form von Obst oder gar Gemüse herrschte jedoch auch hier absolute Mangelware, was langsam auch unsere Körper zu spüren bekamen.
Jannick wollte trotz seines Hautausschlages noch auf einen Besuch im Krankenhaus verzichten, erstmal abwarten. Auch ich war irgendwie etwas müde und hätte mir gerne zwei Erholungstage gewünscht, akzeptierte jedoch den Plan, nach einem Tag weiterzufahren – ich werde es schon irgendwie aushalten.

Den Pausentag konnte man zudem kaum als einen solchen bezeichnen, zu viele Dinge waren zu erledigen. Von Wäsche waschen über Reparaturen am Fahrrad. Insbesondere Pechvogel Jannick hatte einen vollen Tag, musste er doch irgendwie schauen, wie er seine Schaltung repariert bekommt. Und als ob das nicht genug wäre, rollte er sein Fahrrad bei der Einfahrt in den Hotel-Innenhof auch noch genau über eine Glasscherbe. Ein lautes Zischen zeigte unmissverständlich: Das ist der nächste platte Reifen. Es steht nun 18:0 für Jannick in Bezug auf platte Reifen…

Immerhin konnte Jannick sich eine neue Schutzhülle bei einem Mechaniker in dem Örtchen beschaffen. Anschließend kam er etwas angetrunken zurück zum Hotel, weil dieser ihn anscheinend nach nettem Gespräch noch zu ein oder zwei Bier eingeladen hat. Ja, die Leute hier in Kongo haben nicht viel, aber Alkohol steht auch hier definitiv hoch im Kurs.
Nur der Einbau dieser Schutzhülle um den Schaltzug, das fraß Zeit. Ich war allgemein etwas müde und legte mich bereits schlafen, helfen konnte ich hier als Grobmotoriker eh nur bedingt. Nach wohl einem Dutzend Probefahrten und vielen Telefonaten mit seinem Vater, der ja Fahrradmechaniker war, funktionierte die Schaltung schließlich doch endlich. Es war wohl jedoch schon sehr spät abends…
Dementsprechend wenig erholt aufgrund dieses vielen Stress waren wir im Allgemeinen nach dem Pausentag. Und es sollten 800 Kilometer durch den Dschungel ohne große Infrastruktur oder Annehmlichkeiten folgen bis Brazzaville. Ob trotzdem alles gut wird und wir ohne Probleme durchkommen? Im nächsten Blog wird es beschrieben sein. Nur so viel: Kongo stellt sich definitiv, wie im vorherigen Blog bereits beschrieben, als harter Brocken dar. Die Gesamtsituation war herausfordernd in vielerlei Hinsicht…


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