Nach Ankunft in Lubango hieß es erst einmal: Ausspannen! Das geräumige Airbnb mit drei Schlafzimmern zum Schnäppchenpreis war hierfür der perfekte Ort. Unglaublich war im 5. Stock zudem die Aussicht über die Stadt hin zu dem Gebirgszug, wo ganz oben der Schriftzug „Lubango“ thronte. Das hatte etwas von Hollywood Hills…

Wir gingen klassisch einkaufen und flanierten etwas durch die Fußgängerzone im Zentrum. Ja, richtig gelesen – eine Fußgängerzone!! Wir können uns kaum erinnern, wann wir das letzte Mal so etwas gesehen haben…
Die Stadt selber hatte aufgrund der Höhe und auch aufgrund des Flairs in einem Hochtal von Bergen umgeben sowie mit einem kleinen Fluss fast etwas von einem Skiort. Nur dass die Temperaturen dafür doch etwas zu hoch waren. Zudem gibt’s hier in der Savannen-Gebirgsregion im Südwesten Angolas eh so gut wie keinen Niederschlag.
Beim ersten Spaziergang durch die Gebirgsstadt wird auch ersichtlich, dass Bildung hier in der Universitätsstadt einen nicht geringen Stellenwert besitzt, insbesondere auch in Bezug auf das Thema der Nachhaltigkeit. Es gibt einige Projekte, mit denen man die Naturschönheit der Region bewahren will, insbesondere in Hinblick auf die Themen der Abfallvermeidung und auch der Abholzung der Wälder. In den Straßen wird bei einer Bibliothek sogar mit den Sustainable Development Goals für das Thema sensibilisiert. Das Stadtbild bspw. wirkt, im großen Kontrast zu vielen anderen Regionen, auch sehr sauber und unvermüllt.

Nachdem der erste Tag also relativ ereignislos verstrich, machte ich mich am nächsten Morgen in aller Ruhe erst einmal an die Reparatur meines platten Reifens.

Die Ursache war schnell gefunden: Ein sauberer Cut im Mantel, wahrscheinlich verursacht durch eine Glasscherbe. Ich nahm den Mantel von der Felge – ja, genau darunter war auch das Loch. Ich überlegte kurz, doch entschied ich mich relativ bald für einen Wechsel. Dieser Schlauch hat mich über 16.000 Kilometer begleitet und zuverlässige Dienste geleistet. Angesichts des Überangebotes an Ersatzschläuchen in meinem Gepäck erlöste ich meinen treuen Begleiter. Hoffentlich handelte es sich hier um einen kurzen Spuk! Mantel wieder auf die Felge und der Eingriff war erledigt.

Zudem wurde beim Angebot einer Badewanne auch gleich nochmal das stark beanspruchte Zelt ausgewaschen. Allgemein stand dieser Tag ganz im Zeichen von Ruhe und Erholung. Unsere große Erkundungstour haben wir für den nächsten Tag geplant.

Unser alles andere als schüchterner Mitreisender hatte nämlich den Kontakt zu einigen Einheimischen geknüpft. Sie organisierten uns ein Taxi, das uns einen Tag rumfahren kann für umgerechnet sehr günstige ca. 13 Euro pro Person. Als Gegenleistung nehmen wir die Einheimischen mit im Taxi und bescheren ihnen kostenlos einen spannenden Tag im Umland ihrer Heimat.
Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Lubango ging es dann um 10 Uhr los. Wir fuhren aus dem Talkessel von Lubango westwärts raus in Richtung der Provinz Namibie (nicht zu verwechseln mit dem Land, das schon bald als nächstes auf unserer Liste steht).
Über das Hochplateau um Lubango fuhren wir mit unserem Chauffeur gute 30 Kilometer westwärts, ehe wir vor einer großen Abfahrt standen: Das ist die Serra da Leba. Klar, Norwegen bietet bspw. mit der Trollstingen-Passstraße ähnliche oder sogar noch spektakulärere landschaftliche Kaliber. Dennoch war diese Straße nicht von schlechten Eltern, wie sie sich vom Tal bis auf 1.800 Meter Seehöhe hochwindet in zahlreichen Serpentinen. Hierbei wird ein Höhenunterschied von ca. 1.400 Metern überwunden.


Leider lag diese Straße nicht auf unserer Route. Es wäre sicherlich ein Vergnügen und eine Herausforderung zugleich gewesen, diese Straße einmal hochzustrampeln. Allerdings kann man gut erkennen, dass die Serpentinenstraße, stellenweise direkt am Abgrund gebaut, kaum Leitplanken besitzt. Der Pass direkt an der Grenze der Provinzen Namibie und Huilà hätte also durchaus auch etwas Nervenkitzel bereitet…
Beeindruckend waren die Felsstrukturen, in welche die Passstraße eingebettet ist inmitten von üppiger, grüner Vegetation. In diesen Felswänden versteckt sich noch ein umwerfender Wasserfall, auf den man von unserem Aussichtspunkt einen ebenso spektakulären Blick hatte.


Anschließend ging es durch den Ort Humpata wieder zurück nach Lubango. Allerdings nur kurz per Durchfahrt, denn anschließend ging es in nordöstlicher Richtung wieder raus aus der Stadt zum nächsten landschaftlichen Highlight: Die Fenda de Tundavala, auf Deutsch den Tundavala-Graben.
Hierbei handelt es sich wiederum um ein Hochplateau in der Serra da Leba, wo auf 2.200 Höhenmetern das Gelände abrupt und klippenartig bis auf knapp 1.000 Höhenmeter abbricht. Man schaut also in einen atemberaubenden Abgrund von ca. 1.200 Metern, inklusive eines großen Risses im Berg in Form einer Schlucht.
Nur so viel: Schwindel sollte man definitiv nicht besitzen, wenn man sich der Abbruchkante nähert. Es bleibt einem im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg. Grandiose Eindrücke!



Hier oben in den Bergen leben auch Himbas. Der Stamm ist besonders in Namibia, aber auch bereits im Süden von Angola stark vertreten. Eine authentische Begegnung mit ihnen bekommt aber nur vornehmlich abseits der Touristenattraktionen. Hier sind es „Touristen-Himbas“, die vornehmlich ein Foto mit jemandem machen möchten, da sie an dem Kleingeld von einem interessiert sind. Es ist dringend anzuraten, vorher nach dem Preis für ein Foto zu fragen, bevor sie „eklig“ werden. Als Erinnerung investierte ich letztlich die paar Kröten.

Schließlich ging’s nach großer Auskundschaftung dieser Naturschönheit noch zu einem dritten Ausflugsziel im Südwesten Lubangos, welches diesmal jedoch einen vergleichsweise unspektakulären Wasserfall darstellte. Immerhin war er für eine Erfrischung gut genug – kaltes Gebirgswasser hier oben auf 1.700 Metern.

Schließlich hatten wir Eile, da wir noch zum Sonnenuntergang oben bei dem „Lubango“-Schriftzug sein wollten. Hier thront, ähnlich wie in Rio de Janeiro auf dem Zuckerhut, auch eine Christus-Statue, die „Cristo Rei“.
Vorher gab es jedoch noch eine Verzögerung, da wir uns vorher von der einheimischen, weiblichen Freundesgruppe trennten, die wir vorher zu der Fahrt eingeladen haben, da sie uns den guten Preis vermittelt haben.
Leider gibt es in Angola jedoch so einige kulturelle Differenzen zu Europa, die wir nicht wirklich auf dem Schirm hatten. Das Hauptkonfliktthema war, dass es wohl üblich ist, dass bei einem gemeinsamen Unternehmen die männlichen Teilnehmer den weiblichen alles zahlen.
So kam es dazu, dass bspw. an der Tanke beim Bezahlen die Mädels vor mir wie selbstverständlich alle Kosten für ihre Snacks und Drinks auf mich übertrugen, ehe ich anschließend verwundert guckte ob meiner hohen Rechnung trotz eines Drinks und eines Snacks und natürlich reklamierte.
Schließlich klärte sich die Situation auf und unsere Bekanntschaften zahlten ihre Verpflegung selber, doch die Stimmung war natürlich ob dieser Missverständnisse aufgrund der kulturellen Hintergründe seitdem etwas angespannt. In Deutschland ist es eben nicht selbstverständlich, dass man wildfremden Personen (egal ob Frau oder Mann) bei der ersten Begegnung oder dem ersten gemeinsamen Unternehmen alles zahlt.
Schließlich hatten wir nach so mancher Konfliktsituation genug und machten den dritten Programmpunkt nur noch für uns. Nachdem die Begleitungen in Lubango ausgestiegen sind, machten wir uns auf zur „Cristo Rei“, um Zeuge eines spektakulären, afrikanischen Sonnenuntergangs zu werden, mit Weitblick über den Talkessel von Lubango und die umliegenden Berge – umwerfend!



Lange genießen konnte man das Spektakel jedoch nicht, denn es wurde zügig richtig frisch ohne Jacke. Hier oben heizt die Sonne zwar nachmittags ordentlich ein, die Nächte haben aber oftmals unter 10 Grad – es ist halt „Winter“ hier.
Nach kurzem Einkauf in der Stadt gaben wir dem Taxifahrer sein redlich verdientes Geld, als er uns wieder an der Unterkunft rausließ. Schließlich ließen wir den wundervollen Tag im Apartment ausklingen.
Der letzte volle Tag in Lubango war dann wieder geprägt von der Vorbereitung auf die Weiterfahrt. Von einem anderen auf der Reise getroffenen Radfahrerduo, das längst in Kapstadt angekommen ist, bekam ich die Empfehlung für ein günstiges Sportgeschäft in Lubango.
Meine Schuhe waren nach über einem Jahr Fahrradreise durch Matsch und Sand ziemlich am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Daher schaute ich mich nach Ersatz um. Tatsächlich gab es (natürlich als Fake von Nike) günstige Sportschuhe für umgerechnet weniger als 25 Euro, weshalb ich direkt zuschlug. Ob weiß hierbei die passende Farbwahl war, wird sich natürlich noch zeigen 😉
Ansonsten ist die Gebirgsstadt aber nicht zu vergleichen mit einer klassischen mitteleuropäischen Stadt, wo man so gut wie alles bekommt, was man braucht. Unser Mitreisender wollte sich beispielsweise noch eine gute Powerbank holen, da wir in Namibia auf unserer geplanten Route eventuell einige Tage ohne Strom und Internet überbrücken müssen. Seine einzige, zugegebenermaßen sehr leistungsstarke Powerbank war nämlich auch am Ende ihrer Lebensdauer angekommen.
Hier gab es zwar ein paar Elektronikläden, Angebote von vertrauenswürdigen Marken waren jedoch Mangelware. Nicht ausreichend für etwas, worauf man sich verlassen muss im Ernstfall in der Pampa.
Immerhin fanden wir noch einen guten Reiniger für das Fahrrad, wodurch am Nachmittag bei Rückkehr vom Stadtbummel die Fahrräder in die Badewanne der Unterkunft manövriert und dann ordentlich gewaschen wurden. Besonders beim Antrieb war das mal wieder bitter notwendig. Letztendlich schien jedoch alles perfekt: Das Zelt war gewaschen, der Fahrradschlauch ausgetauscht und die Kette wieder sauber – nichts steht einer Weiterfahrt am nächsten Tag mehr im Wege!

Am letzten Abend hieß es eigentlich für mich, den Aufenthalt hier in den paradiesischen Bergen Angolas entspannt ausklingen zu lassen, er endete jedoch mit einer wahren Schrecksekunde für mich, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
In einem der vorherigen Blogs habe ich erwähnt, dass ich ein Motorradfahrerpärchen am Straßenrand getroffen und Nummern ausgetauscht habe, als ich gerade alleine gefahren bin. Erst meldete sich die Frau des Pärchens scheinbar unter einer angolanischen Nummer, ob ich denn der „Cyclist aus Germany“ bin. Als ich bejahend antwortete, kamen aber einige zum Teil dubiose Nachrichten zurück, weshalb ich den Chat ignorierte.
Schließlich kam nach mehreren Tagen eine komplett wirre Nachricht, dass ihr Mann meinen würde, sie wäre von mir schwanger und sie würde das der Botschaft melden, um mich zu erpressen, Asyl für Deutschland zu bekommen. Wie bitte?! Nummer blockiert und fertig!
An dem eigentlich bis dahin entspannten Abend kam Omar, der vorher etwas nervös telefonierte, auf einmal auf mich zu: „Sag mal, ich hab hier nen komischen Anruf von der deutschen Botschaft in Angola. Ich bin ja registriert auf der Krisenvorsorgeliste und denen bekannt als Fahrradreisender in Angola. Die fragen mich, ob du bei mir bist. Weißt du da irgendwas?“ „Hä? Ich habe keine Ahnung. Warte, Moment mal, ich habe vorhin so eine dubiose WhatsApp-Nachricht bekommen…“ „Sie können in 10 Minuten nochmals rückrufen, ich kläre das eben schnell ab…“, sprach Omar in den Hörer und legte auf.
Anschließend trat er an mich heran, ich zeigte ihm die dubiose WhatsApp-Nachricht. „Ja das ist ja Wahnsinn, oder?“, reagierte Omar erstaunt. „Kompletter Quatsch!“, antwortete ich. „Mach dir keine Sorgen. Wir reisen zusammen und stehen hinter dir. Nur damit wir uns gegenseitig vertrauen können: Du hast also ganz sicher nichts gemacht, oder?“, fragte Omar nach. Allein diese Frage brachte mich schon fast zur Weißglut. Ich musste an mich halten, um die Contenance zu bewahren: „Was denkst du von mir?! Glaubst du ich vögel mit irgendeiner dahergelaufenen Angolanerin?! Absoluter Quatsch! Schwachsinn!“
„Ja dann wird alles gut. Die rufen bestimmt gleich zurück bei mir. Dann kannst du ja gleich das Telefonat führen und das aufklären bei der Botschaft, du musst dir keine Sorgen machen…“ Nach wenigen Minuten klingelte Omars Handy in der Küche, er war unauffindbar. Als ich nachschaute, war es tatsächlich der Anruf von „Notfallkontakt Botschaft Angola“.
Nach kurzer Begrüßung konfrontierte mich das Gegenüber mit dem Vorwurf der Vergewaltigung. „Ich schwöre: Da ist absolut nichts dran. Ich bin unschuldig!“ „Das bestreite ich auch gar nicht, Herr Völker“, kam als Reaktion. „Nur ändert das nichts daran, dass gegen Sie Strafanzeige gestellt wurde wegen Vergewaltigung und wir Ihre Unschuld auch irgendwie beweisen bzw. Sie sich verteidigen müssen…“ „Ja, aber meine Unschuld ist zweifellos. Wie soll ich sie belegen? Mit einem DNA-Test? Soll ich Gegenanzeige bei der Polizei erstatten wegen Verleumdung? Soll ich mir einen Anwalt nehmen?“
„Natürlich können Sie zur Polizei gehen und selber rechtliche Schritte einleiten, Herr Völker. Nur denken Sie daran: Sie sind der angolanischen Polizei bereits bekannt. Und die Frau hat dem DNA-Test bereits zugestimmt, das wird also nicht von ungefähr kommen. Und falls Ihre Unschuld nicht bewiesen werden kann, wird das potenziell alles gegen Sie verwendet werden. Ich würde hier höchste Vorsicht walten lassen.“ „Und was würden Sie mir raten?!“, fragte ich langsam immer panischer. „Ich würde Ihnen raten, einfach unseren Anweisungen zu folgen. Die lautet, so schnell wie möglich zur Botschaft nach Luanda zu kommen und das abzuklären.“
„Aber…das funktioniert nicht…ich bin mit dem Fahrrad unterwegs und befinde mich aktuell in Lubango…“, stammelte ich in den Hörer. „Alles gut, wir holen einen Sicherheitsbeauftragten, der Sie abholt und zur Botschaft bringt, wo wir das alles klären können. Wo wohnen Sie denn in Lubango? Welches Hotel?“ „Ja..aber…wie lang dauert das denn? Ich habe hier ein Fahrradprojekt…und mein Visum geht auch nur noch eine Woche…“, versuchte ich Worte zu finden, während ich nervös um den Tisch im Wohnzimmer tigerte.
„Herr Völker, machen Sie sich keine Sorgen. Wir kümmern uns um die Sache mit dem Visum. Die Klärung der Angelegenheit kann sich jedoch leider ziehen. Hier in Angola ticken die Uhren anders – das kann bis zu zwei Monate dauern. Am besten wäre, Sie bleiben in der Zeit einfach bei uns. Sie können natürlich auch mit einem von der Botschaft organisierten Flieger zurück nach Deutschland, nur müssten Sie die Kosten dafür selbst tragen. Wichtig ist, dass die Sache geklärt wird. Solche Vorfälle von Reisenden, die natürlich auch eine gewisse Verantwortung besitzen und Repräsentanten ihres Heimatlandes sind, würden sonst die diplomatischen Beziehungen zwischen Angola und Deutschland zutiefst gefährden.“
Mir stand mittlerweile der Mund speerangelweit offen. Ich war fassungslos – zwei Monate U-Haft wegen nichts?!? Ich bekam kaum mehr ein Wort heraus. Fassungslosigkeit, Verzweiflung und auch Wut machten sich breit. Ich fühlte mich wie in einem Albtraum. Wie soll ich meinen Mitreisenden das jetzt erklären? Die Reise wäre damit de facto vorbei…was eine Tragik!
„Mit wem sind Sie denn noch unterwegs?“, wurde nachgehakt. „Hmm ja also wir sind zu dritt, da ist ein Herr Akahare…“, stammelte ich in meiner Fasslungslosigkeit noch in den Hörer, ehe ich unterbrochen wurde: „Ah der Herr Akahare, der bekannte Journalist, das ist sehr gut! Geben Sie ihn mir bitte!“ „Ja klar, ich gebe ihn Ihnen sofort!!“, platzte es sogleich aus mir voller Hoffnung. Ich rannte zugleich zu seinem Zimmer im Airbnb, wobei ich den letzten Satz aus dem Hörer mitbekam: „Alles wird gut, Herr Völker! Sie müssen nur zwei Bier ausgeben!“ „Ja! Ja!“, schoss es in meinem paralisierten Zustand aus mir heraus…zwei Bier?! Moment mal, als ob?!
Im selben Moment öffnet sich die Tür von Omars Zimmer und er nimmt mit einem schelmischen Grinsen ganz langsam das Handy vom Ohr. Mit weit geöffneten Augen starre ich ihn an und nehme, immer noch paralisiert, ebenfalls ganz langsam das Handy vom Ohr. Ne oder?! Das kann jetzt nicht ernsthaft sein oder?!
Omar und Jannick lachen Tränen ob dieses perfekt eingefädelten ca. 15-minütigen Telefonstreiches, während ich meinen Kopf gegen die Wand lehnte und erst einmal alles verarbeiten musste, was gerade passiert ist. Ich war komplett überfordert, eher machte sich langsam ein Stück Erleichterung breit und mir fielen kiloweise Steine vom Herzen. Dieser Albtraum hat ein Ende! Das war alles nur ein Dumme-Jungen-Streich. Nach ca. 10 Minuten Verarbeitungsprozess war ich wieder aufnahmefähig und zurück in der Realität. Nun konnte ich über diesen Prank sogar lachen. Wer solche Freunde bzw. Reisebegleiter hat, braucht wohl keine Feinde mehr.
Respekt vor allem an Omar: Das Verstellen der Stimme in Verbindung mit einer schauspielerischen Meisterleistung, ganz in der Art eines typischen Behördenmitarbeiters das Gespräch zu führen (übrigens von Jannicks Handy aus mit angolanischer Nummer der SIM-Karte) war eine Meisterleistung, die mich klassisch aufs Glatteis geführt hat! Da bin ich ordentlich veräppelt worden.
Im Nachhinein ärger ich mich maßlos, dass ich nicht drauf gekommen bin, doch in der Situation, auch in Verbindung mit dem Schüren von Angst und Panik, konnte ich, wie bereits häufiger, die eindeutigsten Signale nicht richtig deuten. In all der Panik schaltet sich der Verstand dann einfach ab…
Wie dem auch sei, mein Schlusswort ist, dass eine gewisse Naivität und Leichtgläubigkeit oftmals auch nichts schlechtes sein muss, hängt sie doch auch mit Unbekümmertheit zusammen. Wenn ich alles immer superkritisch hinterfragen und jede Eventualität auf die Goldwaage legen würde, so hätte ich diese Reise wahrscheinlich niemals angetreten. In diesem Sinne: Ab Richtung Namibia! Radreise durch das Land, dominiert von den Big Five!



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