Gemeinsame Zeit und Vorbereitungen

Viel Zeit zum Regenerieren blieb Jannick nach seinem 120-Kilometer-Gegenwind-Höllenritt nicht. Der folgende Dienstag war nämlich der letzte Tag von den meisten meiner Hostelbekanntschaften, und wir wollten noch ein ganz besonderes Kapstadt-Highlight gemeinsam erleben: Die Tafelberg-Besteigung!

Es gibt viele Routen auf das Plateau. Die einfachste ist ein steiler Wandertrail, genannt „Gorges Trail“, da sie über eine Schlucht nach oben führt. Als wohl schönste und spannendste Route wird die über das „India Venster“ direkt neben der Seilbahn beschrieben. Zugleich soll sie aber auch die schwerste und anspruchsvollste Option sein. Unerfahrenen Nicht-Alpinisten wird dringend davon abgeraten. Nach langem Austausch konnte ich meine abenteuerlichen Mitstreiter davon überzeugen, dass wir es uns ja anschauen und gegebenenfalls umkehren können.

Weiters war der Plan, erst am frühen Nachmittag aufzubrechen, dann die Abendstimmung oben am Gipfel mitzunehmen und im Sonnenuntergang wieder abzusteigen über den einfachen Wandertrail. Das kam Jannick zu Gute, der sich dadurch so richtig ausschlafen konnte.

Nach einem faulen Vormittag und einem Mittagessen brachen wir also an diesem wahrlich heißen Tag per UBER zum Ausgangspunkt der Tour auf. Vier Deutsche sowie ein Brasilianer, der sich uns anschloss. Trocken kommentierte er in Anlehnung an das WM-Halbfinale 2014: „If you were three more Germans, I wouldn’t have joined!“ Dass er über dieses Ereignis mittlerweile lachen kann, ehrt ihn und macht ihn sympathisch.

Zu fünft machten wir uns also an der Talstation der Seilbahn auf bei schweißtreibenden Bedingungen. Der Weg war sehr steil und teilweise schmal, aber zuerst kaum klettrig. Als man nach über der Hälfte schon dachte, es wäre alles halb so wild, da kamen sie plötzlich: Die steilen, fast senkrechten Felsklettereien. Mehrere Passagen von bis zu 5-10 Metern. Wir gaben uns gegenseitig Tipps für die besten Tritte und Griffe und im Teamwork konnten wir so manche…spannende…Passage meistern. Einmal wurde der Weg bei einer extrem griffarmen Passage sogar mit Klettersteigbügeln entschärft.

Wandergruppe auf dem Weg.
Es wird klettrig.
Steil die Wand hoch.

Man muss aber auch betonen: Der Fels war von extrem guter Qualität, zuverlässig und stabil. Man musste sich kaum Sorgen wegen brüchigen Griffen und Tritten machen. Zudem waren die Ausblicke bei den Klettereinlagen auf Lion’s Head und die Stadt jeden Kraftakt wert.

Immer der Lion’s Head im Blick.

100 Höhenmeter unter dem Gipfel querten wir mit nochmals einem Kletterabschnitt auf die Südseite des Tafelbergs mit umwerfendem Blick auf die anschließenden 12 Apostel, ehe das Ziel nach nur etwas über 2,5 Kilometern Wegstrecke aber knapp 700 Höhenmetern auch schon erreicht war.

Wahnsinnsblick nach Süden.

Oben herrschten perfekte Bedingungen vor: Hier, wo normal der Wind pfeift, war absolut Flaute. Und selbst auf über 1.000 Metern Höhe war die Hitze spürbar. Ein Hochsommertag mitten im südafrikanischen Frühling. Die Jacke wurde umsonst mitgeschleppt. Bei einem kühlen Drink erholten wir uns vom Aufstieg und klapperten anschließend im Frühabendlicht noch den ein oder anderen umwerfenden Aussichtspunkt auf die Stadt und die anschließende Bucht ab.

Oben angekommen.
Blick auf die Stadt.

Bereits im beginnenden Sonnenuntergang machten wir uns wieder an den Abstieg durch den „Schluchtweg“. Hier war alles Gehgelände, die Felsen aber durch die wohl intensive Nutzung stellenweise aber sehr glatt poliert. So passierte hier sogar der einzige „Miniunfall“, als eine Wanderkollegin wegrutschte, inklusive einer kleinen Wunde an der sturzabfangenden Hand. Die Verarztung hiervon waren eventuell die paar Minuten, die uns davon trennten, noch im letzten Tageslicht im Tal anzukommen. Der letzte Kilometer wurde mit Stirnlampe und Handytaschenlampe zurückgelegt, ehe wir uns per UBER wieder zum Hostel zurückfahren ließen.

Abstieg im Sonnenuntergang.

Im Nachhinein war es die abenteuerliche Aufstiegsroute definitiv wert, eine wirklich bleibende, erinnerungswürdige Tafelbergerfahrung. So stießen wir noch bei einem Bier auf den tollen Nachmittag und den letzten Abend der abreisenden Hostelbewohner an, ehe am nächsten Tag natürlich erstmal ausschlafen angesagt.

Eine Sache wollte ich noch unbedingt erleben: Einmal diese beeindruckende Kaplandschaft mit dem Fahrrad abfahren – selbstverständlich ohne Gepäck!

Eigentlich war es für den Mittwoch geplant, wurde aber aufgrund des immer noch heißen Wetters einen Tag nach hinten verlegt. Stattdessen gab es nach einem von Ruhe geprägten Vormittag einen Besuch beim Llandudno Beach, ca. 15 Kilometer und zwei Buchten vom Stadtzentrum entfernt. Die UBER-Fahrt hierhin über die beeindruckende Küstenstraße gab mir die letzte Überzeugung: Du musst hier nochmal aufs Fahrrad! Es juckte schon wieder in den Beinen…

Llandudno Beach.

Jannick hatte verständlicherweise nach dem vorgestrigen Gegenwind-Gewaltakt sowie akutem Muskelkater in den Beinen in Kombination mit dem gestrigen Wandertag erstmal keine Lust mehr auf Fahrradfahren. So plante ich nochmals eine Tour für mich alleine.

Über Nacht gab es einen markanten Temperatursturz, inklusive sogar ein paar kurzer Regenschauer. Aus 35 Grad wurden nur noch knapp 20 Grad – der südafrikanische Frühling eben. Diese Wetterwechsel wurden bereits zur Genüge beschrieben. Während mein Kumpane sich erholte, startete ich an diesem Donnerstagmorgen nach dem Frühstück also bei angenehmstem, bewölktem Wetter.

Meine Route sollte mich über die Küstenstraße zum Chapmans Peak Drive führen, so etwas wie einem Must-Do in Kapstadt und Umgebung, wenn man aussichtsreiche Berg-Küsten-Landschaft erleben will. Auf dem Weg hierhin muss man erstmal zwischen Tafelberg und Lion’s Head hindurch in die nächste Bucht, Champs Bay, hinter Kapstadt gelangen.

So macht man raus aus dem Stadtzentrum bereits die ersten 250 Höhenmeter über diesen kleinen Pass, ehe man ein wenig der Küstenstraße folgt. Nach einigen Kilometern geht’s den nächsten Küstenanstieg hinauf bis zum Abzweig zum am gestrigen Tag besuchten Llundando Beach. Nach der anschließenden, genussvollen Abfahrt ist man bereits in der nächsten Bucht: Hout Bay.

Nachdem man den Küstenort durchquert hat, folgt der nächste Anstieg: Der umwerfende Champmans Peak Drive. Wie passend, dass genau hier die Bewölkung langsam aufriss und tolle Blicke zurück in Richtung Hout Bay freigab. In Verbindung mit dem gefühlt federleichten Fahrrad ohne Gepäck eine wahrhaft genussvolle Route.

Blick zurück nach Hout Bay.
Weiterweg am Chapmans Peak Drive.

Nicht minder schön wurde es, als man auf der anderen Seite den Chapmans Peak Drive wieder hinunterfuhr zur nächsten Bucht, wo der Noordhoek Beach wartete mit fantastischem Ausblick. Ich musste einmal anhalten und diese Eindrücke aufsaugen: Ein Flair wie auf den Malediven. Der Ausblick auf diesen Strand ist definitiv in den Top 10 der schönsten Strandblicke dieser Tour. Atemberaubend schön.

Noordhoek Beach – eine Perle.

Hiernach ging’s anschließend komplett hinunter in den Talort Noordhoek. Kurz überlegte ich hier: Eigentlich wollte ich nur den Champmans Peak Drive machen und danach wieder zurück fahren. Aufgrund der wunderschönen Strecke und meiner immer noch reichlich vorhandenen Energie entschied ich jedoch spontan, die Runde zu verlängern.

Statt umzukehren, nahm ich mir also den nächsten Pass vor, der von hier aus einmal durch die Tafelbergkette in den Ort Westlake führt auf die Ostseite der Bergkette. Ca. 300 Höhenmeter ging’s von der Küste wieder hoch in felsiges, alpines Landschaftsflair, ehe nach steiler, rauschender Abfahrt auf jederzeit bester Asphaltstraße der Ort erreicht war. Anschließend folgte ich einem Fahrradweg durch die Weinanbaugebiete der Gegend bis in den Ort Constantia. Wie möchte ich die Runde vollenden?

Abfahrt.

Von hier aus führte ein weiterer, kleiner Pass wieder zurück auf die Küstenseite mach Hout Bay. Komm – die Straße entlang der Küste war so schön, die kannst du auch wieder zurückfahren. Kurzentschlossen fuhr ich wieder zurück zur Küste und nähere mich wieder über Llandudno Beach und Champs Bay dem Zentrum von Kapstadt. Das Wetter war weiter perfekt für eine ausgeprägte Radtour: Überwiegend bewölkt und 20 Grad, was aber die atemberaubenden Küstenausblicke kaum störte.

Llandudno Beach von oben.

Als Variante von Champs Bay aus fuhr ich anschließend nicht nochmal den anfänglichen Bergpass zurück ins Stadtzentrum, sondern überlistete Lion’s Head und Signal Hill linkerhand entlang der Küste, vorbei am Clifton-Beach. Anschließend ging’s immer entlang der Waterfront, ehe man sich auch schon im Hafen von Kapstadt wiederfand.

Auf dem Weg zurück nach Champs Bay.
Champs Bay Beach.
Clifton-Beach.
Waterfront am Hafen von Kapstadt.
Erinnerungen an ein 4:0 gegen Argentinien werden wach.

Jetzt musste ich nur noch ca. drei Kilometer zurück zum Hostel fahren ins Zentrum. Hierbei bog ich einmal falsch ab und fand mich auf dem verstopften Stau-Highway wieder. Ich quetschte mich neben den wohl nicht allzu begeisterten Autofahrern einige 100 Meter hindurch, ehe nach einem chaotischen Autobahnkreuz hinter dem Hafen dieser Abschnitt lebend überstanden war. Wieder in der zentralen Long Street, legte ich die letzten Meter zurück, ehe die Runde vervollständigt war nach letztlich knapp 90 Kilometern und 1.400 Höhenmetern.

Kurzer Nervenkitzel auf dem Highway.

Was für ein Highlight! Ein würdiger, gepäckfreier Radelabschluss dieser Reise. Jeder Kilometer war purer Genuss, geprägt von absoluter Leichtigkeit bei dem ungewohnten Gewicht des Fahrrades. Jetzt ist ein perfekter Moment, um vorerst zu sagen: Goodbye, Fahrrad! Nun wirst du rückflugfertig gemacht! Schöner kann es nicht mehr werden – aufhören, wenn’s am schönsten ist 😉

Den Nachmittag verbrachte ich mit dem wieder einigermaßen hergestellten Jannick bei einem Spaziergang durch die Märkte der Innenstadt. Liebend gerne hätte ich noch etwas mitgenommen. Ob ich das aber noch unterbringen würde im Gepäck? Nein, lass es bleiben – so sagte ich mir selbst leicht beschwichtigend. Schont letztendlich Geldbeutel und die Nerven beim Zusammenpacken für den Rückflug 😉

So wurde tags darauf stattdessen der erste Schritte für die Rückreisevorbereitung in die Wege geleitet: Beim Fahrradladen, der sich direkt ums Eck in der Nähe der Unterkunft befand, wurden zwei Fahrradkartons besorgt.

Nach einem faulen Freitag nach all den Erlebnissen der Vortage konnte man sich am Abend motivieren, langsam das Fahrrad auseinanderzuschrauben. Nachdem wir dieses in den Karton manövrierten und noch ein paar sperrige Sachen sowie Kleidung zur Polsterung hinzufügten, gab’s den ersten Schock: Das Ding ist viel zu schwer, weit über den erlaubten 23 Kilogramm. Die Differenz war so hoch, dass man sich wohl damit abfinden musste, dass es sich wohl nur mit dem Fahrrad im Karton ausgehen würde.

Fangen wir mal an…
Viel zu schwer…

Das durchkreuzte meine Parkpläne enorm, schließlich wollte ich meine sperrigen Gegenstände, wie Zeltstangen, Zelt oder auch Luftpumpe und Fahrrad-Gepäcktaschen in dem Karton unterbringen. Was nun? Am folgenden Samstagmorgen ließ ich mir also nochmals einen kleineren Karton bei dem Fahrradgeschäft geben, der die erlaubten Maße von 158 cm für normales Aufgabegepäck (Länge + Breite + Höhe) nicht überschritt. Ein viereckiger Karton als reguläres Aufgabegepäckstück bot sich als Alternative für die sperrigen Gegenstände an.

So packte ich alles hier rein, inklusive Kleidung am Boden und obendrauf sowie an den Seiten als Polsterung. Und siehe da: Der Karton war mehr oder weniger randvoll, aber es passte alles perfekt rein. Der Fahrradkarton war jedoch auch ohne jegliches Zusatzgepäck noch immer an der Grenze bei um die 23 Kilogramm.

Die Lösung…

Da das Hostel leider keine funktionierende Waage besaß, zog ich nochmals los in die Stadt und holte für kleines Geld eine Stehwaage, Klebeband und Frischhaltefolie für das Gepäck. Wieder angekommen machte ich mich ans Wiegen: Dank Messungenauigkeit bzw. Schwankungsbreite der digitalen Waage zeigte diese knapp über 23 Kilogramm. Erneut musste eine Lösung her. Diese bestand nun im Entfernen von Mantel und Schlauch von der ausgebauten Felge. Diese wurden noch irgendwie in den kleineren Karton gestopft. Die Felge wurde mit dem vorhanden Schaumstopf im Karton gepolstert.

Nach erneuter Kontrolle zeigte die Waage aufgrund von Schwankungsbreite mal 22,6 Kilogramm, mal 22,9 Kilogramm und mal genau 23 Kilometer an. Was ein Glück, dass man bei Qatar Airways zwei Aufgabegepäckstücke frei hat. In diesem Fall war dies eine meiner Fahrradgepäcktaschen, in welche ich alles „Kleinzeug“ packte (bspw. nicht gebrauchte Fahrradersatzteile und Campingausrüstung). So wurde kurzerhand noch der schwere Sattel separaiert und irgendwie noch seitlich in die Tasche „gequetscht“. Nun war die Waage bei 22,2 Kilogramm – das sollte doch jetzt passen!

So ging das bestimmt 20 mal…

Nach all dem Stress und der finalen Problemlösung verbrachten Jannick und ich den Nachmittag noch mit ein wenig Kultur: Wir besuchten das „Castle of good hope“, das älteste erhaltene Gebäude in Südafrika, errichtet im 17. Jahrhundert. Ursprünglich wurde die Burg mit fünfeckigem Grundriss aus Verteidigungsgründe zu kolonialen Besatzungszeiten erbaut. Heute kann man in Form von einem Militärmuseum und auch der William-Fehr-Sammlung von Kunsthandwerken in vielfältiger Hinsicht den Fußabdruck der Kolonialmächte Niederlande-Westindien sowie Großbritannien nachvollziehen.

Eingang der Burg.
Mit Tafelberg im Hintergrund.

Insbesondere die William-Fehr-Sammlung bietet eine große Sammlung von Gemälden und Artefakten über die Kultur und das Leben in der Kapregion vom 16. bis 19. Jahrhundert. Ein Blick durch die Gemälde zeigte bspw., dass das Wetterphänomen des „Tischtuchs“ am Tafelberg auch vor mehreren hundert Jahren schon bekannt und ein Thema war.

Das Tischtuch-Phänomen als Gemälde.

Besonders beeindruckend war der „Lady Anne Barnard Bankettsaal“ im Obergeschoss des Schlosses mit Platz für über 100 Personen am Tisch. Er ist nach ihr benannt, da die Britin um die drittletzte Jahrtausendwende bekannt dafür war, als Gastgeberin des damaligen britischen Gouverneurs McCartney Gäste zu empfangen. Ihr Ehemann, Andrew Barnard, war gleichzeitig angestellt als Kolonialsekretär für den britischen Kolonialminister Viscount Melville im Castle of good hope. Von ihr sind außerdem in der William-Fehr-Sammlung auch einige Gemälde und Kunstwerke ausgestellt, da sie eine große künstlerische Begabung hatte.

Beeindruckender Bankettsaal.

Nach dem Gang durch die Ausstellung und der Bewunderung der Dimensionen des Innenraums dieser Festung, machten wir noch einen Abstecher zum Brunnen der Burg. Er war in den Zeichnungen des Burg-Grundrisses als der zentrale Punkt konzipiert, von welchem aus die Gemäuer vermessen werden.

Zentraler Brunnen.

Anschließend nahmen wir uns ein UBER und besuchten noch ein anderes architektonisches Highlight von Kapstadt: Das Canal Walk Shoppingcenter, die größte Mall der Stadt. Da man sich in diesem riesigen Komplex wahrhaft verlaufen kann, vergingen die letzten Stunden dieses Samstages auch wie im Flug und schon waren nur noch zwei volle Tage verbleibend, ehe die Heimreise anstand.

Die Canal Walk Mall.

Mit dem Gedanken hieran fand man auch eher beschwerlichen in den folgenden Sonntag hinein. Man hat nun schon so viel gesehen von Kapstadt, eigentlich waren alle „Must sees“ abgehackt. Dementsprechend war irgendwie die Luft raus, und das „endgültige Ende“ wurde langsam aber sicher immer realer. Man verbrachte den Vormittag weitestgehend mit Essen und Faulenzen. Als ob du jetzt schon in ein mentales Loch fällst, obwohl du noch gar nicht zurück in Deutschland bist?! Nein, genieß doch die letzte Zeit noch!!

Schließlich konnten wir uns nachmittags motivieren, in ein großes Aquarium an der Waterfront zu gehen und in den riesigen Becken die verschiedensten Meeresbewohner zu beobachten, die in Südafrika und Umgebung vorkommen. Von Sandtigerhaien über Meeresschildkröten bis hin zu Pinguinen. Manchmal kann so ein Aquariumbesuch doch seine Faszination haben, auch wenn das Beobachten so mancher Lebewesen in freier Natur, bzw. bei einem Schnorchelausflug, doch nochmal mehr Reiz bietet.

Ein lohnenswertes Aquarium.

Nachdem wir per UBER hingefahren sind, liefen wir im Sonnenuntergang die knapp drei Kilometer vom Hafen zu unserer Unterkunft zu Fuß zurück, um nochmal den Reiz der Skyline im Zentrum von Kapstadt aufzusaugen. Bald ist es damit wirklich vorbei! Man muss es sich wirklich mal vor Augen führen und sich so langsam arrangieren damit. Die Zeit, sie rennt unaufhörlich…

Vorletzter Abend in Kapstadt.

Noch mehr wurde einem dies vor Augen geführt, als am Abend nach der Ankunft die finalen Vorbereitungen für den Heimtransport des Gepäcks stattfanden und wir die Kartons mit Klebeband sowie Frischhaltefolie für den Transport im Flugzeug sicherten.

Etwas mühselig wurde insbesondere mein kleiner, vom Gefühl her nicht ganz stabiler Extrakarton sowohl in Länge, als auch in der Breite mit Klebeband und Frischhaltefolie umwickelt – der soll doch bitte in einem Ganzen in Deutschland ankommen!

Komplett versiegelt.

Nach nochmals einer gemeinsamen Partie Billiard und einem gemeinsamen Bier sowie der vorletzten Hostelnacht war der nächste Tag fast schon einem Gefühl leichter Aufregung und Nervosität geprägt. Der letzte volle Tag in Südafrika! Wird alles gut gehen mit dem Gepäck? Wie wird sich das anfühlen nach so langer Zeit?!

Bevor man sich zu sehr in Gedankenspiele verstrickte, gingen wir nochmals los! Bitte nicht vergessen, nochmal den Moment zu genießen und die letzten Eindrücke von Kapstadt aufzusaugen! Hierzu bot sich ein Spaziergang in das Bo-Kaap-Viertel mit seinen bunten Häusern an. Die Häuser dieser Siedlung sind fast komplett erhalten im Vergleich zu früheren Zeiten und tragen so den Fußabdruck und die Bauweise früherer Kolonialzeiten vor ca. 300 Jahren, als freigelassene Sklaven sich in genau diesem Viertel mit seinen steilen Gassen niederließen.

Spaziergang durch das Bo-Kaap-Viertel.
Bunte Häuser.

Eine Vielzahl dieser Sklaven wurde aus den muslimisch geprägten Ländern Südostasiens eingezogen, welche ihre Kultur und Werte nach Kapstadt mitbrachten und durch ihre Nachfahren erhielten. Man spricht von den sog. „Kap-Malaien“. Hierzu gibt es in dem Viertel sogar ein eigenes Museum, wo typische kulturelle Besonderheiten sowie Artefakte der muslimischen Kultur ausgestellt sind. Zudem wurde das Leben einer muslimischen Familie in Kapstadt portraitiert. Insgesamt fanden wir die Museumerfahrung jedoch etwas ausbaufähig bei lediglich drei kleinen Ausstellungsräumen, wenngleich die Ausstellung natürlich überaus interessant war.

Bei einem weiteren Spaziergang fühlten wir anschließend nochmals die Sonne und den Wind des südafrikanischen Frühlings und kehrten nochmals ein, um zu wirklich erstaunlich günstigen Preisen essen zu gehen. Das wird auch wieder eine Umstellung in Deutschland…

Am Ende verhielt es sich jedoch wie fast immer auf dieser Reise: Auch an diesem letzten Tag verging die Zeit rasend schnell, ruckzuck war es wieder abends. Der letzte Abend unserer Reise ist angebrochen. Schnell wurde das letzte Gepäck fertig gemacht, während man es vom Kopf her noch immer nicht so richtig realisieren konnte: Morgen geht’s heim! Mit langsam steigender Nervosität legte man sich ein letztes Mal schlafen: Wie wird das Gefühl sein, wenn man wirklich im Flieger hockt und dem afrikanischen Kontinent „goodbye“ sagt? Wie wird der Moment, wenn man wieder deutschen Boden betritt? Wie wird es sein, wieder altbekannte Gesichter zu treffen? Es herrschte ein wahres Gefühlschaos in einem, die Emotionen waren klassisch gemischt: Von Vorfreude über etwas Wehmut und Trauer bis hin zu Aufregung und Anspannung…

Als Abschluss dieses Blogs nochmal zwei Umfragen in eigener Sache: Natürlich gibt es noch einige Nachberichte. Zu den Themen dieses Nachberichts wurden bereits einige Wünsche/Anregungen auf Instagram kommuniziert. Hieraus habe ich mal verschiedene Optionen abgeleitet – stimmt gerne mal ab, welches Thema euch am meisten interessiert! Die drei bis fünf Themen mit den meisten Stimmen werde ich nochmal behandeln.

Zudem überlege ich, ein Buch über diese Reise zu schreiben, natürlich anders strukturiert und auch in einem anderen Stil mit anderen Schwerpunktthemen gehalten als dieser Blog, in dem meistens vor dem Schlafengehen im Zelt flüchtig die Gedanken und Eindrücke niedergeschrieben wurden. Hierhin ist es natürlich noch ein weiter Weg. Ob das so klappt, wie ich mir das vorstelle, das steht noch in den Sternen. Es ist aber eine Vision von mir…mal schauen

Daher die Frage: Hättet ihr denn generell Interesse an einer thematisch neu ausgestalteten Printausgabe?

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