Zurück auf deutschem Boden

Früh morgens um 7 Uhr – aufgrund meines Schlafrhythmus brauchte ich noch nicht einmal einen Wecker, um aufzuwachen und langsam die verschlafenen Augen zu öffnen. Ich wuchtete mich aus dem unteren Hostel-Stockbett und realisierte: Heute ist der Tag gekommen! Nach 467 Tagen auf Reisen (452 davon auf Fahrradtour) geht’s heim!

Fast wie paralysiert, trottete ich in den Gemeinschaftsbereich der Unterkunft und machte mir einen Kaffee – der wohl letzte Kaffee hier! Wie ein Film zog gedanklich noch einmal die ganze Zeit hier in Kapstadt im Kopf an mir vorbei, ich sog die Morgenstimmung auf und genoss noch kurz die Ruhe. Die Kartons und das Gepäck – alles war rückreisebereit.

Es ist angerichtet.

Das Taxi war auf 8:45 Uhr bestellt. Mein Flieger ging um 12:35 Uhr. Das ist natürlich alles sehr früh angesetzt. Bei solchen Flugreisen bin ich aber grundsätzlich fast schon paranoid, was mögliche Probleme und Verzögerungen am Flughafen angeht. Zumal man auch noch ein großes Fahrrad im Gepäck hat…

Jannicks Flug ging eine Stunde später (für uns war es sinnvoller, wenn er nach Frankfurt fliegt und ich nach München). Nach kurzer Bedenkzeit entschied er sich jedoch dafür, ebenfalls mitzukommen und zusammen ein Taxi zu nehmen. Die Organisation des Taxis war bei den sperrigen Kartons natürlich eine Herausforderung. Nach Rücksprache mit dem Manager der Unterkunft, vermittelte dieser uns einen Fahrer. Dieser versicherte nach Begutachtung der Kartons, dass diese in sein Fahrzeug reinpassen werden, inklusive des restlichen Gepäcks. Dann vertrauen wir mal…

Pünktlich um 8:45 Uhr stand all unser Gepäck bereit am Eingang des Hostels, um bei Ankunft des Fahrers eingeräumt zu werden. Hierauf mussten wir jedoch noch einige Minuten warten, da der morgendliche Verkehr in der Innenstadt dieser Metropole wohl doch nicht zu unterschätzen ist. Bei Ankunft gab’s dann jedoch ein verhängnisvolles Missverständnis. Bei seiner Zusage hatte der Fahrer nicht auf dem Schirm, dass bei zwei Fahrrädern wohl auch zwei Personen mitfahren wollen. Jaja, immer wieder die mangelhafte Kommunikation…nun standen wir da. Was tun?! Jannick war schon kurz davor, doch ein eigenes UBER zu ordern, bevor der Fahrer selbst einen Vorschlag machte: „Wie wäre es, wenn wir die Fahrräder auf dem Dach transportieren?“

Puhh – gut, einen Versuch ist es bestimmt wert! Zumal der Taxifahrer noch zwei Seile im Auto liegen hatte. Also ging es los. Nacheinander wurden die schweren Kartons auf das Auto gewuchtet. Mithilfe der beiden kompletten Seillängen wurden diese anschließend an den seitlichen Dachgepäckträger-Stangen fixiert und von allen Seiten stabilisiert. In Deutschland wäre diese Lösung für das Sichern der Ladung vermutlich von der nächsten Polizeikontrolle einkassiert worden, aber wir sind ja gottseidank noch immer fast 15.000 Kilometer weiter südlich. Wird schon gut gehen!

Geht schon irgendwie!

Wir fuhren los und hatten zudem mit der Tageszeit viel Glück. In die entgegengesetzte Richtung (ins Zentrum von Kapstadt) machte sich aufgrund des morgendlichen Berufsverkehrs ein markanter Stau bemerkbar, während wir ohne Zeitverlust gen Flughafen rollten. 15 Kilometer später waren wir am Ziel und die Konstruktion hat gottseidank gehalten. Leidglich die Folie um meinen Karton musste aufgrund des Fahrtwindes wohl stark leiden. Sie hing nur noch halb und relativ lose am Karton.

Seis drum – für seinen Einsatz und sein Improvisationstalent gaben wir dem Taxifahrer sein verdientes Trinkgeld, ehe wir uns aufgrund der mächtigen Gepäckstücke jeweils Gepäckwägen holten und mit diesen in die Halle des Flughafens rollten. Natürlich stellte der große Fahrradkarton auch eine nicht zu unterschätzende Sichtbehinderung dar, man konnte nur erahnen, ob man nicht gleich mit irgendwas oder irgendwem kollidieren wird.

Die Wege waren wenigstens nicht weit, relativ bald waren wir bei den Schaltern von Emirates und Qatar Airways. Nun wurde es spannend: Kriegen wir das sperrige Gepäck ohne Probleme aufgegeben? Wobei – „nun“ ist relativ. In meiner Schlange war noch eine Reisegruppe von sieben Personen vor mir. Diese Reisenden waren scheinbar nicht wirklich gut vorbereitet. Ausnahmslos jede dieser Personen hatte entweder Übergepäck in Form von zu großen Gepäckstücken, oder zu viel Gewicht. Über eine Stunde dauerte es, bis ich dran war…bereits eine Stunde vor Boarding. Die Schlange hinter mir wuchs auf bestimmt 70 Meter an. Die werden dann wohl alle rennen dürfen…

Jannick wartete nach der Aufgabe am menschenleeren Emirates-Schalter geduldig auf mich, als ich mit einer doch sehr netten und entspannten Dame am Schalter mein Gepäck machte. Meine Fahrradtasche, die ich als zweites reguläres Aufgabegepäckstück neben meinem kleineren Karton dabei hatte, ging ohne Probleme durch. Anschließend wurde mein Fahrradkarton kurz gewogen: 22 Kilo! Alles gut! Direkt hier aufgeben konnte ich die beiden Kartons jedoch nicht. Von einer Assistentin wurde ich ins untere Stockwerk begleitet, um diese am Schalter für sperriges und fragiles Gepäck aufzugeben. Diese Prozedur ging nach der Legitimierung der Gepäckstücke jedoch reibungslos vonstatten. Nach der Abgabe konnte ich noch kurz verfolgen, wie der Fahrradkarton in einer Sicherheitskontrolle durchleuchtet wurde. Das Lichtbild auf dem Kontroll-Computer zeigte ein großes Fahrrad im Profil. Das Personal gab den Daumen nach oben! Perfekt! Alles erledigt!

Voller Erleichterung und mit viel abfallendem Stress gaben Jannick und ich unser letztes südafrikanisches Bargeld aus, ehe an der Sicherheitskontrolle der Moment gekommen war: Es hieß „Abschied nehmen“! Abschied nehmen nach über einem Jahr – mit ein paar Ausnahmen – gemeinsam auf der Strecke! Man hat so viele Momente miteinander geteilt, ist durch Höhen und Tiefen gegangen. Klar, es gab hin und wieder mal Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, was bei so einem Zeitraum und einer solchen Distanz aber einfach dazugehört. Dennoch überwiegen die intensiven Momente, die man gemeinsam erlebt hat und die uns ein Leben lang miteinander verbinden werden. Mach’s gut, mein Freund! Es war mir eine Ehre, mit dir diese Erfahrung zu teilen! Auf dass wir uns bald in heimischem Terrain mal wieder sehen.

Danke für die Zeit und alles Gute!

Nach einer innigen Umarmung verabschiede ich mich, passiere nach der Sicherheitskontrolle die Passkontrolle, hole mir den letzten Ausreisestempel in meinem nun fast vollen Reisepass (gleich wieder so ein emotionaler Moment) und mache mich auf den Weg zu meinem Gate. Hier gab’s gleich die nächste Überraschung: Dieses Gesicht, das kommt mir doch bekannt vor! Ein Backpacker aus dem Hostel, mit dem ich vor etwas über einer Woche noch auf der Gruppenwanderung zum Signal Hill war! Er hat zufälligerweise den gleichen Flieger gebucht, um nach Deutschland zurückzukehren! Die Welt ist halt doch einfach klein…

Viel Zeit zum Austausch blieb freilich nicht mehr, ehe auch schon das Boarding begann. Nach kurzer Wartezeit wurde meine Boardingzone aufgerufen. Langsam setzte man sich in Bewegung, grüßte noch einmal herzlich die nun am Einlass wartende Dame vom Gepäckschalter, die einen so freundlich und angenehm durch die Aufgabe-Prozedur gebracht hat. Dann ging es auch schon rein in den Flieger auf den bereits im Vorfeld reservierten Fensterplatz, um den besten Blick auf den Abschied vom afrikanischen Kontinent zu haben. Jetzt sitzt du wirklich im Flieger! Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Tschüss, afrikanischer Kontinent!

Nun gibt es kein Zurück mehr!

Nach dem üblichen „Vorgeplänkel“ war es dann auch bald soweit! Wir hoben ab! Ein letzter Blick von oben auf die Kap-Halbinsel, die malerische Küste und den Tafelberg, dann waren wir auch schon auch auf Reiseflughöhe, Kurs Nordosten in Richtung Doha. Wie schnell das alles geht im Vergleich zum Reisen mit dem Fahrrad!

Tschüss, Kap-Halbinsel mit Tafelberg!

Abgesehen von den vorzüglichen Mahlzeiten bei Qatar Airways verbrachte ich nun meine Zeit damit, auf dem Bildschirm vor mir nachzuverfolgen, wo wir gerade drüber fliegen: Erst Südafrika, dann Mosambik, dann Tansania, dann bei Kenia. Quasi die „Ostroute“ nun per Flieger wieder nordwärts. Ob es irgendwann eine Fortsetzung geben wird?! Wer weiß, was das Leben bringt…

Kurze Pause der Geographiekunde.

Für den Moment flog quasi eine komplette Reise an einem im Schnelldurchlauf vorbei. Bald wurde es dunkel, und in Nullkommanichts hatte man bei Kenia wieder den Äquator überquert. Da kamen Erinnerungen hoch an die mentale Krise bei der Äquatorüberquerung im Kongo…

Willkommen zurück auf der Nordhalbkugel!

Nun hatte die Situation freilich nichts mit dem Bewältigen eines psychischen Lochs zutun, es hieß lediglich, ein paar wenige Stunden im Flieger zu verbringen – und weiter die wunderbare Flugkarte zu studieren. Nach dem Überflug von Somalia hieß es nun, aus über 10.000 Metern Höhe dem afrikanischen Kontinent auf dem Luftwege endgültig „ciao“ zu sagen. Ruckzuck befand man sich bereits auf der arabischen Halbinsel und überpünktlich setzte der Flieger in Doha auf. Teil 1 von 2 geschafft!

Das letzte „goodbye“.

Nun hieß es, dreieinhalb Stunden auf den Anschlussflug zu warten, der mich zurück ins gelobte Land bringen sollte. Ich nutzte die Zeit für einen ausgiebigen, nächtlichen Spaziergang durch diesen riesigen, internationalen Drehkreuz-Flughafen.

Schon beim ersten Eindruck fühlte man sich fast wie ein kleines Stück Mensch auf diesem Planeten, bei dem Anblick von Luxusmarken-Geschäften wie Dior und Channel, die sich fast wie eine Perlenkette aneinanderreihten. Nun gut, wie ich bereits beschrieben habe: Ich bin nach dieser Fahrradreise definitiv nicht reich an Vermögen, aber definitiv reich an intensiven Momenten und Erfahrungen. Erfahrungen, die dir keiner mehr nehmen kann! Und beim Anblick der McLarens und Maseratis, die auf Hochglanz poliert in der Halle ausgestellt sind: Wer braucht diese Transportmittel schon, ein gutes Fahrrad tut es doch auch, um die Welt zu sehen! Da lobe ich mir doch lieber den riesigen tropischen Garten „The Orchard“ mit Wasserfall, der einem bei einem kurzen Spaziergang fast wieder ein paar Flashbacks an Kongo und Kamerun gab. Nein, Spaß beiseite – diese arabische Luxuswelt, sie ist fast schon so etwas wie ein erster, kleiner Kulturschock für jemanden, der Monate in Westafrika verbracht hat…

Sind wir ehrlich: Ein Fahrrad tut’s auch😉
Fast weihnachtlich hier.
Irgendwie vertraut, aber doch eine andere Welt.

Auf eine kulinarische Stärkung verzichtete ich dann doch lieber bei Preisen, die dem Ambiente des Flughafens entsprechend waren. Man kriegt ja im Anschlussflug relativ bald wieder Frühstück. Und auch so ging bei all den Sehenswürdigkeiten die Zeit sehr schnell vorbei, zumal der Flieger im Gatebereich „D“ ankam. Das Gate für meinen Weiterflug lag bei den „A“-Gates, also quasi am anderen Ende des Flughafens. Das bedeutete einen Spaziergang von 30 Minuten. Immerhin nochmal etwas Bewegung bei all der Sitztätigkeit. Gut, dass man so viel Zeit hat…

So langsam wurde ich müde. Vielleicht sind die Preise von umgerechnet 4,50 Euro für einen Kaffee ja Absicht, damit ich eventuell mal schlafen kann im Anschlussflug. Nachdem man endlich wieder Platz genommen hat im Flieger für die finale Reise, fielen mir dann auch alsbald die Augen zu. Und siehe da: Als ich wieder wach wurde, waren von den 6,5 Stunden Flugzeit auch nur noch drei Stunden übrig. Der Flieger befand sich bereits über türkischer Landfläche, unmittelbar vor den Toren Europas. Immerhin dreieinhalb Stunden Schlaf! Da überlebe ich ja sogar halbwegs den spannenden, kommenden Tag!

Aufmerksam verfolgte ich nun wieder die Flugkarte auf dem Monitor vor mir, während alsbald ein üppiges Frühstück mit dem sehnlichst erwünscht Kaffee gereicht wurde. Der Moment der Rückkehr, er rückte immer näher! Bald war man schon über Griechenland und anschließend dem Balkan zugegen. Selbst, als man sich über Kroatien langsam Österreich näherte, wurde es kaum langweilig. Hier oben begann die blaue Stunde vor dem Sonnenaufgang. Ja, die Zeit, sie verging sprichwörtlich „wie im Flug“.

Der Tag der Rückkehr erwacht.

Die finale Krönung war jedoch, als die Sonne dann wirklich über den überraschend tief verschneiten Alpen in atemberaubender Art und Weise ihren Weg über den Horizont fand. Noch knapp eine Stunde bis München! Der Blick aus dem Fenster ließ einen dann sogar so manch bekannte Orte entdecken: Da unten, das ist doch der Achensee, inmitten der Berge! Und hier! Das ist die Nordkette und das unter dem Nebel verborgene Inntal! Da, unter der Dunstglocke, ist meine Heimat aus Zeiten vor dieser Reise – Innsbruck!

Mit Blick auf den Achensee.
Unter dem Nebel da unten liegt Innsbruck.

So langsam fieberte ich der Landung entgegen, als wir die Alpen verließen und einen zu guter Letzt noch einmal spannende Tiefblicke auf den Walchensee, Kochelsee und später den Starnberger See erwarteten. Das fühlt sich doch schon langsam nach Heimat an! Und ja, etwa eine halbe Stunde später war es dann um 6:50 Uhr – mal wieder überpünktlich – auch so weit: Meine Qatar-Airways-Maschine setzte auf deutschem, bzw. bayerischem Boden auf. Nach 16 Stunden Gesamtflugzeit und insgesamt knapp 20 Stunden Reisedauer seit Kapstadt war man wieder in der Heimat!

Nun wartete noch eine letzte Herausforderung: Hoffentlich hat es mein Gepäck gut überstanden! Schnell die Passkontrolle passieren und abwarten. Zu meiner großen Überraschung war sogar mein Fahrradkarton als erstes da. Nach gut 10 Minuten Wartezeit fand ich ihn unversehrt an der Sperrgepäckfläche neben den Gepäckbändern. Läuft! Jetzt doch bitte nur noch den Rest heile in Empfang nehmen! Meine Abholung, sie wartet bereits sehnsüchtig auf mich!

Das Fahrrad hats überstanden.

Etwas Nervenkitzel war natürlich unumgänglich, denn mein Aufgabegepäck wurde natürlich (ein wahrer Klassiker) als letztes auf das Band gebracht. Um 7:45 Uhr in der Früh deutscher Winterzeit (ja, man musste sich wieder umstellen im Vergleich zu Kapstadt) war alles erledigt und der Moment des Wiedersehens stand unmittelbar bevor. Ich näherte mich dem Ausgang der Ankunftshalle.

Aber Moment! Nicht so schnell! Die Zollbeamten hatten bei dem großen Karton natürlich auch noch ein Wörtchen mitzureden. „Was haben Sie dann da in dem Karton?“, hielten sie mich auf. Der Beamte musterte mich mit einem strengen Blick und hochgezogener Augenbraue. Ich zögerte kurz: „Ja, also ich hab eine Fahrradreise nach Kapstadt gemacht, und das Fahrrad wollte ich natürlich wieder zurück transportieren. Dementsprechend ein Fahrrad.“ „Und das Fahrrad haben Sie in Deutschland gekauft?“ „Natürlich, ich bin hier vor über einem Jahr losgefahren.“

Daraufhin wollte man mich schon durchwinken, ehe mein kleinerer Karton erblickt wurde: „Und was haben Sie da alles drin?“ „Ja, halt so Sachen, die man für so eine Fahrradreise braucht: Eine Luftpumpe, ein Zelt, Klamotten, solche Dinge halt.“ „Kein Tabakerzeugnisse aus dem Ausland?“, fragte der Beamte nochmals nach und musterte mich währenddessen. „Nein“, antwortete ich bestimmt. Nochmals guckte man mir mit einem strengen Blick für zwei Sekunden in die Augen, ehe die Erlösung kam: „Na gut, sie können durch!“ Gottseidank! Da hat der sehr wahrscheinlich auf das Lesen von Körpersprache trainierte Polizist wohl keine Nervosität oder andere Verdachtsmerkmale bei mir erkennen können. Das wäre ja noch ein Traum gewesen, wenn jetzt noch meine Kartons hätte öffnen müssen für eine Durchsuchung…

Erstmal: Kommando zurück!

So stand dem Wiedersehen schließlich nichts entgegen. Zu meiner großen Überraschung war nicht nur meine Abholung anwesend, sondern noch drei andere Freunde, von denen ich vorher nichts wusste. Sie konnten mich natürlich erst im letzten Moment sehen, da ich mich hinter dem Karton auf meinem Gepäckwagen komplett versteckte. Überglücklich fiel ich den alten, bekannten Gesichtern in die Arme! Was für ein Moment nach über einem Jahr! Heute werden meine Mundwinkel trotz all der Reisestrapazen nicht mehr nach unten zu bekommen sein. Natürlich ließ ich mir, soweit es ging, wenig anmerken, doch ich war tatsächlich gerührt.

Merkt man es mir an?

Und es wartete noch eine weitere Überraschung: Meine Freunde hatten noch ein extra für mich gestaltetes Shirt im Schlepptau, mit der Reiseroute, einer Auswahl an Fotos, den Daten zur Tour sowie den durchquerten Ländern als Motiv! Oh wow!! Danke, danke, danke!! Obendrein war auch mein Vater am Flughafen zugegen, da er einen Geschäftstermin wahrnehmen musste. Natürlich schaute er auch vorbei! So einen Empfang hätte ich mir im Leben nicht ausdenken können!

Was ein Wiedersehen!

Nach einem gemeinsamen Kaffee und einem ersten Austausch machten wir uns auf den Weg zur S-Bahn und von dort zum geparkten Auto. Ab in die Heimat! Wobei – es musste natürlich noch ein Stopp bei einem Frühstückscafé eingelegt werden. Weißbier! Weißwurst! Brezel! Ich muss zugeben, ich habe es schon etwas vermisst – auch wenn Westafrika natürlich auch so einige kulinarische Highlights zu bieten hat. Was für ein Morgen! Die Müdigkeit war wie weggeblasen…

Da schmeckt das Weizen besonders gut.

Anschließend ging’s aber nun wirklich in Richtung Heimat. Diese Strecke, sie kommt einem als bekennender Vielreisender natürlich noch immer bekannt vor. Dennoch hat man sie nun lange nicht mehr gesehen. Ich ließ die Eindrücke der sattbunten Herbstfarben durch das Autofenster auf mich wirken an diesem strahlend sonnigen Oktobertag – ein Kaiserwetter zur Begrüßung. Klar, Sahara, Regenwald und Co. haben ihre Reize – aber die Heimat muss sich definitiv nicht verstecken. Es war ein Tag zum draußen genießen. So machten wir kurz vor Ankunft noch einen Halt bei einem vertrauten Dönerladen aus längst vergessenen Zeiten und genossen die Sonne. Ist doch hier keinen Deut schlechter als in Kapstadt! Und endlich wieder das für Deutschland typische Essen! Ein intensiver Vormittag!

Schließlich sind wir angekommen und meine Mutter durfte mich strahlend in Empfang nehmen. Klar, wir haben uns erst vor sieben Wochen beim Namibiabesuch gesehen, dennoch ein weiterer dieser mehr als emotionalen Momente in Serie an diesem Tag! Und nebenbei zieht nochmals alles wie im Schnelldurchlauf an einem vorbei, wenn man sich daran zurück erinnert, wie man hier im Juli 2024 aufgebrochen ist. Nun ist man nach weniger als 24 Stunden seit Kapstadt wieder an diesem Ort…unglaublich.

Bei all diesen Eindrücken und Wiedersehen konnte ich natürlich auch erstmal kaum zur Ruhe kommen. Voller Tatendrang packte ich mein Fahrrad nach dem Entladen wieder aus dem Karton – es ist heile geblieben! Perfekt! Und bei dem strahlenden Wetter kannst du ja direkt nochmal ein paar Runden drehen! So schraubte ich das Teil dann auch direkt wieder zusammen.

Anschließend kam dann jedoch nach dem Auspacken so langsam die Müdigkeit, irgendwann muss man ja mal zur Ruhe kommen. Eventuell war es auch eine gewisse Leere, die einen befiel und zur Müdigkeit beitrug: Was kommt nun? Wie wird der Weg wieder zurück in ein normales Berufseben? Wie sieht dein zukünftiger Alltag aus? Was für kommende Projekte erwarten einen? Eins ist sicher: Die Reise ist nun offiziell vorbei, aber langweilig wird es mit Sicherheit nicht…nun ja: Erstmal Ausschlafen!

Hinterlasse einen Kommentar