Zahlen, Daten, Fakten

Ich habe mich nun länger bedeckt gehalten. So eine Reise braucht Zeit, um sie zu verarbeiten. Mit einigem Abstand hat mich meine Leidenschaft für Zahlen und Statistik nun aber doch gepackt, wodurch ich mir die Zeit genommen habe, mal alle Daten aus Strava, die ich von dieser Tour aufgezeichnet habe, in Excel zu übertragen und hieraus ein paar Analysen zu basteln. Dies war auch das Thema für einen Nachbericht mit dem meisten Interesse: Was sind denn jetzt eigentlich die rechnerischen Daten nach einer solch langen Fahrradreise?!

Fangen wir einmal ganz „0815“ bei den Kilometern an. Insgesamt wurde zwischen dem 19. Juli 2024 und dem 13. Oktober 2025 an 278 Tagen eine Fahrradtour aufgezeichnet. Dem gegenüber stehen 174 Ruhetage während dieser Zeit. Das entspricht einer Fahrquote von ca. 61 Prozent. Man sieht also: Gestresst haben wir uns definitiv nicht, die Jagd nach sportlichen Rekorden ist eine ganz andere Hausnummer. Wir haben es insgesamt sehr ruhig angehen lassen, auch viele Pausen gemacht. Es war, so finde ich, eine gute Mischung aus An- und Entspannung: Alles zu seiner Zeit! Wenn es gegeben war, Gas zu geben, dann haben wir Kilometer gesammelt. Wenn es eher gegeben war, mal „fünf Grade sein zu lassen“, so haben wir auch gerne eine größere Pause eingelegt.

In der Endabrechnung wurden auf diesen 278 Etappen ca. 18.800 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht einem Schnitt von etwas mehr als 67 Kilometern/Etappe. Wie sehr passt dieser Schnitt zu den Daten? Ist er repräsentativ oder verzehren einige Ausreißer diesen Mittelwert? Hierzu kann man sich den Median anschauen, also den zentralen Wert, wenn man alle Etappenlängen von der niedrigsten zur höchsten ordnen würde. Der Median liegt bei knapp 69 Kilometern. Man kann also sagen, dass diese 67 Kilometer Etappendurchschnitt ziemlich gut die Daten widergeben. Der höchste Einzelwert lag bei 151 Kilometern in der Sahara bei stürmischem Rückenwind und bestens asphaltierter Straße. Zugegebenermaßen: Auch an diesem Tag haben wir es entspannt angehen lassen und viele Pausen gemacht. Bei diesen Verhältnissen wären auch deutlich über 200 Kilometer „drin“ gewesen. Der niedrigste Einzelwert sind 4 Kilometer, als zwischen Namibia und Südafrika lediglich die Grenze überquert und sonst an diesem Tag ausgeruht wurde. All diese eher unspektakulären Werte zeigen: Bei dieser Reise kam es nicht darauf an, Rekorde zu brechen. Es kam auf die Konsistenz an: Einfach dranbleiben und weitermachen, egal wie kurz oder wie lange die Etappen sind, es muss einfach weitergehen!

Man kann aus dem Diagramm für die Kilometer je Etappe ziemlich viel herauslesen. Bspw. um Tag 100 und die Sahara-Durchquerung den ein oder anderen auffälligen Ausreißer nach oben mit viel Rückenwind und flacher, guter Straße. Ebenso um Tag 150 den ein oder anderen Ausreißer nach unten aufgrund der miserablen Strecke durch den Dschungel in Liberia. Relativ am Ende erkennt man zudem ein auffälliges Cluster an überdurchschnittlichen Ausreißen nach oben aufgrund des Visa-Zeitdrucks in Angola. Die orange Linie zeigt das Mittel, der gestrichelte Bereich zeigt den „Normalbereich“ rund um eine Standardabweichung um den Mittelwert. Diese lag bei ca. 24, weshalb alles im Bereich von 43 bis etwa 92 Kilometern als „normal“ zu bezeichnen war. An lediglich 27 der 278 Etappentage wurden mehr als 100 Kilometer gefahren, was weniger als 10 Prozent entspricht.

„Übersprungen“ aufgrund von Krankheit, Verletzung oder einem akuten psychischen Tief wurden letztendlich ca. 1.900 Km (800 Km in der Republik Kongo wegen Krankheit und psychischem Tief, knapp 700 in Namibia aufgrund der gefährlichen Straßenverhältnisse und einem akuten gesundheitlichen Einbruch an einem Tag in der Wüste fernab der Zivilisation sowie zweimal jeweils knapp 100 Km noch in Marokko aufgrund von Krankheit und einmalig 250 Km in Angola aufgrund von Visa-Zeitdruck auf dem Weg in die Hauptstadt Luanda).

In absoluten Zahlen betrachtet wurden die meisten Kilometer in Spanien abgespult mit stattlichen 1.700 Kilometern, gefolgt von Marokko und Angola mit 1.580 bzw. 1.570 Kilometern. Das Schlusslicht bildet hier Togo mit lediglich 53 Kilometern bei der Durchquerung über den schmalen Küstenstreifen. Interessant ist hierbei die Beobachtung, dass die Länder, in denen „gecheatet“ wurde, trotzdem in diesem Ranking sehr weit oben abschneiden – sie sind halt im Vergleich auf der Landkarte sehr, sehr groß. Ich möchte fast sagen…riesig. In der Endabrechnung stellt sich das Ranking wie folgt auf (gerundet auf jeweils 25 Kilometer wegen bekannter und auch selbstverständlicher Messunschärfen):

PlatzLandKilometer
1.Spanien1.700
2.Marokko1.580
3.Angola1.570
4.Deutschland1.390
5.Namibia1.250
6.West Sahara925
7.Kamerun865
8.Nigeria850
9.Republik Kongo810
10.Liberia780
11.Südafrika760
12.Senegal720
13.Ghana700
14.Portugal680
15.Frankreich670
16.Mauretanien630
17.Sierra Leone600
18.Elfenbeinküste575
19.Italien495
20.Guinea-Conakry430
21.Guinea-Bissau250
22.Österreich185
23.Schweiz140
24.Benin135
25.Gambia60
26.Togo50

Zum Schluss noch ein kleiner Überblick, wann welche Marke „geknackt“ wurde, wenn man alle Kilometer kumuliert und aufaddiert:

KilometerEtappe (Wo?)LandDatum
Start (Km 0)FlensburgDeutschland19.07.2024
1.000 Karlsruhe – StuttgartDeutschland02.08.2024
2.000Cassana Spinola – GenuaItalien22.08.2024
3.000Girona – Villasar de MarSpanien05.09.2024
4.000El Campillo de la Jara – LogrosánSpanien28.09.2024
5.000Sevilla – El TrobalSpanien19.10.2024
6.000Ouzoud – MarrakeschMarokko07.11.2024
7.000Laayoune – BoujdourWestsahrara01.12.2024
8.000Chami – NouakchottMauretanien12.12.2024
9.000Toubacouta – SerrekundaSenegal/Gambia07.01.2025
10.000Porto Loko – FreetownSierra Leone08.02.2025
11.000GreenvilleLiberia10.03.2025
12.000Princess Town – Cape Three PointsGhana11.04.2025
13.000Oye – Benin CityNigeria14.05.2025
14.000Mbalmayo – ZoétéléKamerun12.06.2025
15.000Makoua – OwandoRepublik Kongo03.07.2025
16.000Cuango – LobitoAngola25.07.2025
17.000Omuthiya – OshiveloNamibia10.08.2025
18.000Orange River – NoordoewerNamibia27.09.2025
Ziel (18.800 Km)Cape of Good HopeSüdafrika13.10.2025

Der zweite durchaus für viele Leser interessante Aspekte sind die Höhenmeter. Hierbei kamen bei den 278 Etappen insgesamt ca. 127.000 Höhenmeter zusammen (ich runde ab, da Strava-Daten für mich eh immer nur einen Näherungswert darstellen). Das entspricht einem Schnitt von knapp 460 Höhenmetern pro Etappe. Die Etappe mit den meisten Höhenmetern war eine durch die hügeligen Dschungelgegenden Kongos mit 1689 Höhenmetern, die mit den wenigsten Höhenmetern war eine kurze Etappe an der flachen Küste Senegals mit lediglich 10 Höhenmetern auf 23 Kilometer. So weit, so unspektakulär. Wie gut passt dieser Wert tatsächlich zu den Daten? Hierfür lohnt sich wiederum ein Blick auf den Median, also den zentralen Wert der Verteilung. Dieser liegt bei 392 Höhenmetern, unterscheidet sich also deutlich. Das deutet darauf hin, dass der Mittelwert ein Resultat einiger extremer Ausreißer nach oben ist. Und wenn man einen Blick ins Diagramm wirft, so bestätigt sich dieser Eindruck durchaus.

Im Diagramm sieht man schön die vielen „Ausreißer“ nach oben, die den Mittelwert nach oben treiben, der sich eigentlich aus zwei Extremen zusammensetzt. Am Anfang zeigen sich drei Cluster an Ausreißern: Erstens die Alpen, zweitens die Durchquerung Spaniens durch das iberische Gebirge und drittens die des mittleren Atlas in Marokko. Hiernach war die Landschaft lange Zeit von Wüste und mehr oder weniger flacher Küstenlandschaft geprägt. Richtig nach oben gingen die Zahlen dann wieder in dem hügeligen Dschungelgelände Kameruns und der Republik Kongo sowie später im Gebirge von Angola. Auch Namibia und der erste Teil Südafrikas zeigten sich durchaus hügelig. Richtig runter mit den Höhenmetern ging es erst wieder die letzten paar hundert Kilometer an der Küste. Insgesamt sind 127.000 Höhenmeter auf 18.800 Kilometer noch einigermaßen im Rahmen.

Interessant ist hierbei die Kennzahl der Höhenmeter je Kilometer, die wahrscheinlich am meisten über die Intensität bzw. den Schwierigkeitsgrad einer Etappe aussagen kann. Insgesamt lag hierbei der Durchschnitt bei ca. 6,85 Höhenmetern je Kilometer und damit etwas höher als der Median mit 6,17 Höhenmetern je Kilometern, was wiederum auf einige Ausreißer nach oben hindeutet. Sprich: Viele leichte und ein paar sehr schwere Touren bezüglich der Höhenmeterdichte. Der Spitzenwert hinsichtlich dieser Kennzahl liegt bei ca. 23,5 Höhenmetern je Kilometer. Dieser wurde bei einer Etappe durch den mittleren Atlas in Marokko erreicht, um zum Ouzoud-Wasserfall zu gelangen. Hierbei mussten zwei Pässe und insgesamt über 1.400 Höhenmeter auf etwas über 60 Kilometern überwunden werden. Nur ein weiteres mal 20 Höhenmeter je Kilometer überschritten, wiederum in Marokko bei der Tour in die Königsstadt Meknès. Hieraus bleibt festzuhalten: Marokko hat einen höhenmetertechnisch ganz schön gefordert.

Interessant wird hierbei, wenn man die Höhenmeter je Kilometer nach Ländern mittelt und hierdurch quasi ein Ranking „Höhenmeter je Kilometer“ pro Land erstellt:

RangLandHöhenmeter/Kilometer
1.Schweiz15,34
2.Kamerun11,49
3.Südafrika9,39
4.Marokko8,32
5.Spanien8,23
6.Namibia7,90
7.Österreich7,85
8.Guinea-Conakry7,75
9. Republik Kongo7,71
10.Angola7,64
11.Portugal7,55
12.Sierra Leone6,62
13.Ghana6,46
14.Elfenbeinküste6,12
15.Liberia5,91
16.Guinea-Bissau5,87
17.Deutschland5,48
18.Nigeria5,45
19.Italien5,23
20.Frankreich5,20
21.Togo3,81
22.Gambia3,64
23.Senegal3,38
24.Mauretanien3,04
25. Westsahara2,00
26.Benin1,05

Natürlich lasse ich mir den Vorwurf gefallen, dass dieses Ranking sehr dadurch verzerrt ist, dass man in der Schweiz ja nur zwei Etappen hatte. Und wenn diese zwei Etappen über den Malojapass zum Comer See führen, so kommen hier natürlich einige Höhenmeter auf kurzer Distanz zustande. Dass Marokko in diesem Ranking „nur“ den vierten Platz belegt, liegt wohl einzig am flachen Wüstenstück am Ende dieses Landes. Ansonsten gibt es aber meiner Meinung nach einen guten Eindruck vom Höhenprofil der Länder.

Es ist natürlich ebenso lohnenswert, einen Blick auf die absoluten Höhenmeter pro Land zu werfen, welche überhaupt die Grundlage für die Berechnung der Höhenmeter je Kilometer pro Land darstellen. Dieses Ranking wird wiederum von Spanien mit mit ca. 14.000 Höhenmetern angeführt (gerundet auf 100 Höhenmeter aus bekannten Gründen). „Vize“ ist auch in dieser Hinsicht Marokko. Das Schlusslicht bildet hierbei Togo mit kümmerlichen 100 Höhenmetern:

PlatzLandHöhenmeter
1.Spanien14.000
2.Marokko13.100
3.Angola12.000
4.Kamerun10.000
5.Namibia9.900
6.Deutschland7.600
7.Südafrika7.100
8.Republik Kongo6.300
9.Portugal5.100
10.Nigeria4.600
11.Liberia4.600
12.Ghana4.500
13.Sierra Leone4.000
14.Elfenbeinküste3.500
15.Frankreich3.500
16.Guinea-Conakry3.300
17.Italien2.600
18.Senegal2.500
19.Schweiz2.000
20.Mauretanien1.900
21.West Sahara1.900
22.Österreich1.500
23.Guinea-Bissau1.500
24.Benin200
25.Gambia100
26.Togo100

Sicherlich kann man sich noch viel weiter verspielen bei den Statistiken zu Kilometern und Höhenmetern, aber irgendwann muss man ja auch mal zu einem Punkt kommen. Dieser Beitrag ist damit freilich noch nicht vorbei. Weiter geht es mit der Fahrzeit: Wie lange saß man eigentlich so insgesamt im Sattel während dieser Reise? Wertet man die Strava-Daten ebenfalls in der Excel aus, so ergibt sich eine Gesamt-Fahrzeit von ca. 1.114 Stunden oder anders ausgedrückt: Knapp 46 1/2 Tage oder etwas über 1,5 Monate Nettofahrzeit.

Teilt man diese Gesamt-Fahrzeit durch die 278 absolvierten Etappen, so gibt sich fast auf die Sekunde genau ein Schnitt von 4 Stunden Fahrzeit pro Etappe. Der Median liegt bei 4 Stunden und 2 Minuten, die Daten passen also sehr gut zum Mittelwert. Die längste Etappe entsprach einer Fahrzeit von 7 Stunden und 43 Minuten (die einzige Etappe mit mehr als 7 Stunden), die Kürzeste dauerte lediglich 16 Minuten. Die Standardabweichung betrug 1:17 Stunden. D.h. alles zwischen 2:43 und 5:17 Stunden lag im „Normalbereich“ der typischen Tourenlängen, veranschaulicht wiederum durch das Streudiagramm:

Natürlich lässt sich auch hier wieder ein Ranking nach Ländern bilden: Wo hat man am meisten Zeit mit Fahrradfahren verbracht und wo am wenigsten? Der Spitzenreiter in dieser Hinsicht ist wiederum Spanien mit ca. 104 Stunden Nettofahrzeit (gerundet auf eine volle Stunde). Das Schlusslicht bildet hierbei natürlich Togo mit gerundet 3 Stunden. Kurios hierbei: Angola und Marokko teilen sich minutengenau den zweiten Rang mit jeweils knapp 93 Stunden Fahrzeit. Insgesamt sieht die Tabelle diesmal wie folgt aus:

PlatzLandFahrzeit (h)
1.Spanien104
2. Marokko93
Angola93
4.Deutschland81
5.Namibia79
6.Liberia59
7.Kamerun51
8.Nigeria48
9.Republik Kongo47
10.Senegal46
11.Südafrika44
12.Ghana42
13.Portugal42
14.Frankreich40
15.West Sahara40
16. Sierra Leone39
17.Mauretanien35
18.Elfenbeinküste33
19.Italien29
20.Guinea-Conakry26
21.Guinea-Bissau14
22.Österreich11
23.Schweiz9
24.Benin6
25.Gambia3
26.Togo3

Unmittelbar mit der Fahrzeit ist natürlich auch die Geschwindigkeit verbunden. Bei knapp 18.800 Kilometern und 1.114 Stunden Fahrzeit lag die Durchschnittsgeschwindigkeit letztendlich bei fast kümmerlichen 16,84 Km/h. Wenn man alle Etappen getrennt betrachtet, so ergibt sich hierbei die langsamste Etappe in Form einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 7,73 Km/h irgendwo im Schlamm des liberischen Dschungels. Der Höchstwert diesbezüglich liegt bei einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,25 Km/h, als in der Sahara ein perfekter Rückenwind ordentlich „geschoben“ hat bei besten, flachen Straßenverhältnissen. Bei lediglich 22 von den 278 Etappen wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 20 Stundenkilometern erreicht. Hierbei mussten schon alle Parameter stimmen: Tagesform, Streckenprofil, Straßenbeschaffenheit und vor allem auch der Wind. Das war fast nur in der Sahara der Fall, wo man im nachfolgenden Diagramm gut sehen kann.

Man erkennt die sehr auffälligen Ausreißer rund um die Saharadurchquerung sowie zwei auffällige Cluster an Einzelwerten, die nach unten ausreißen: Einerseits die Dschungeldurchquerung in Liberia und andererseits die Durchquerung der Namib-Wüste in Namibia mit viel Gegenwind und teilweise katastrophalen Straßenverhältnissen. Preist man die Standardabweichung mit ein, so lag eine Geschwindigkeit zwischen ca. 14 und 19,5 Km/h im Normalbereich.

Möchte man einen Indikator über die „Schwierigkeit“, so bietet sich die durchschnittliche Geschwindigkeit je Land sehr gut an. Ein Rückschluss auf Straßenverhältnisse, Wind und Höhenmeter liegt hierbei sehr nahe. Schauen wir uns doch einmal dieses „Länderranking“ an:

PlatzLandGeschwindigkeit (Km/h)
1.West Sahara23,48
2.Benin19,74
3.Mauretanien18,16
4.Nigeria17,81
5.Guinea-Bissau17,56
6.Republik Kongo17,53
7.Elfenbeinküste17,31
8.Gambia17,26
9.Italien17,20
10.Südafrika17,11
11.Deutschland17,04
12.Marokko17,00
13.Kamerun16,98
14.Angola16,88
15.Guinea-Conakry16,84
16.Ghana16,59
17.Frankreich16,57
18.Österreich16,53
19.Spanien16,37
20.Portugal16,35
21.Senegal16,12
22.Namibia15,72
23.Sierra Leone15,46
24.Togo15,45
25.Schweiz14,11
26.Liberia13,20

Man sieht sehr gut, dass West Sahara enorm heraussticht mit über 23 Stundenkilometern Durchschnittsgeschwindigkeit. Dem starken Rückenwind in der Sahara sei Dank. Auffällig ist zudem der Absturz am Ende beim Land Liberia mit kümmerlichen 13,2 Km/h Durchschnitt. Hier wurde eben der Großteil über morastige Dschungelpiste zurückgelegt, was diese Statistik sehr nach unten zieht. Die Schweiz bestand einzig aus der Überquerung des Maloja-Passes, wodurch diese ebenso den vorletzten Platz belegt. Alles in allem natürlich auch keine berauschenden Geschwindigkeits-Statistiken.

Fasst man all diese Statistiken in kurz, kann man also sagen: Ein typischer Fahrradtag auf dieser Reise hatte 67 Kilometer Distanz bei ca. 450 Höhenmetern. Man saß ziemlich genau vier Stunden im Sattel und fuhr mit einer Geschwindigkeit von etwas über 16,84 Km/h dahin. Wahrlich keine Statistiken, mit denen man groß angeben kann. Aber bei so einem Vorhaben kommt es eben auch nicht darauf an, Bestzeiten aufzustellen. Die Konsistenz und das Weitermachen stehen im Vordergrund, unabhängig von irgendwelchen Zahlen. Wie ich finde, kann man das auf viele Lebensbereiche übertragen…

Kommen wir nun noch zu einem ganz anderen Thema: Wie oft hat man während der Reise wie und wo übernachtet? Hierfür habe ich die Kategorien „Zelt“, Bett“, „Boden“ und „Sternenhimmel“ erstellt. Für die Art und Weise der Übernachtungsmöglichkeiten gibt es mehr Kategorien: „Camping“, „Wildcamping“, „Freunde und Familie“, „Airbnb“, „Hotel“, „Warmshowers“, „Einheimische“, „Hostel“, „Tankstelle, „Dachzelt“, „Shelter“, und „Polizei“.

Bezüglich des „Wo?“ kann man nach Auswertung der Mitschriften feststellen: Aufgrund zahlreicher Pausen ist das Bett immer noch führend in dieser Kategorie. 219 der 452 Nächte wurden im Bett verbracht, dicht gefolgt vom Zelt mit insgesamt 211 Zeltnächten. Die restlichen Nächte verteilen sich auf 18 Nächte auf dem Boden in einer beliebigen Herberge und 4 Nächte unter dem freien Sternenhimmel.

Bezüglich des „Wie?“ wird verteilt es sich nun deutlich. Auf dem ersten Platz ist hierbei die Übernachtung bei Einheimischen, die zufällig an der Strecke wohnten mit 71 Übernachtungen. Der zweite Platz ist geteilt. 64 der insgesamt 452 Nächte wurden in einem Hotel verbracht. Ebenso wurde in 64 Nächten in der Natur klassisch wild campiert. Hiernach folgt das klassische Zelten auf einem Campingplatz mit 45 Nächten. 41 mal kamen wir bei Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern unter (hauptsächlich natürlich in Deutschland). Als nächstes folgt mit 30 Übernachtungen jene Möglichkeit in Form eines klassischen Hostels im meistens 6er-Dorm. 28 mal kam durch die Fahrrad-Community „Warmshowers“ bei Gastgebern unter. Nur 20 mal (gefühlt etwas häufiger) stellte man sein Zelt an einer Tankstelle auf. 13 mal wurde während einer größeren Erkundungs-Fahrradpause in einem Dachzelt eines Mietwagens genächtigt. Die letzten paar Nächte verteilen sich auf das Auffinden eines verlassenen Shelters am Weg (8 mal), die sichere Variante bei des Zeltens oder Hinlegens an einer Polizeistation (7 mal) und das Zelten an bzw. in einer Schule (6 mal).

Man kann diese Statistiken (insbesondere wenn man ein Nerd ist, als der ich mich tatsächlich outen muss) natürlich noch unendlich weiterspinnen. Beispielsweise kann man festhalten, dass die Kilometer je Etappe sehr gut einer Normalverteilung entsprechen, bzw. die Höhenmeter eher einer Poisson-Verteilung (jeweils durch statistische Tests zu errechnen. Irgendwann möchte ich die Leserschaft jedoch erlösen von irgendwelchem Statistikkram, und mich, soweit es geht, auf das wesentliche konzentrieren. Ich hoffe, den Interessenten bietet dieser Beitrag einen guten Überblick über die Zahlen und Fakten dieser Reise.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2025 und muss mich fast ein wenig entschuldigen, dass in letzter Zeit wenig zu hören war. Es ist wohl auch völlig normal, dass man nach einem solchen Projekt erst einmal in ein kleines Loch fällt. Mit dem Jahreswechsel habe ich mir vorgenommen, nach vorne zu schauen, mir neue Ziele zu setzen und wieder mehr von mir hören zu lassen. Und, mich auch hier wieder häufiger hören bzw. lesen zu lassen. Das soll ja bei der Verarbeitung einer solchen Reise auch Wunder bewirken manchmal. In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!

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