Beschwingt ob der gelösten Finanzprobleme starteten wir unsere erste Etappe in Ghana, unser erstes Ziel war der Ort Princess Town nahe dem „Cape Three Points“, dem südlichsten Punkt Ghanas.
In Princess Town befand sich nämlich das „Fort Fredericksburg“, eine Burg an der ghanaischen Goldküste mit deutschem (bzw. preußisch-brandenburgischem) Hintergrund. Laut unserer Informationsquellen kann man sogar in der Burg übernachten. Also nichts wie hin!
Gute 120 Kilometer waren bis dahin zu überwinden. Hochmotiviert strampelten wir also in die Pedale. Fast auf dem Weg lang das Ankasa-Reservat, wo auch unser ehemaliger Mitfahrer Lucas die Zeit genoss. Da das jedoch natürlich alles etwas kostet und unsere Bargeldreserven aktuell etwas dünn waren aufgrund des im letzten Blog angesprochenen Problems, erübrigte sich ein Besuch. Auch wenn es durchaus reizvoll gewesen wäre, mit etwas Glück Wildtiere zu sehen.
Wir ließen das Reservat also links liegen und führten unbeirrt unseren Weg fort, immer entlang der großen Hauptstraße durch einige belebte Orte mit Markt. Fast war es etwas öde, denn die Landschaft änderte sich eigentlich kaum. Abwechslung boten ein paar Wahlplakate am Wegesrand, für die sich wohl niemand so wirklich zuständig fühlt. Die Wahl fand nämlich bereits im Jahr 2024 statt, die letztlich John Mahama zum Präsidenten kürte.

Auch die Versorgungsmöglichkeiten waren am Weg eher begrenzt, in einem Dorf fanden wir schließlich klassisch Reis mit Bohnen in reichlich fetthaltiger Palmölsauce, um unseren Körpern wieder Energie zu geben. Die Portionen waren immerhin so reichhaltig, dass wir bis zum Abend eigentlich nichts mehr benötigten.

Als wir am Nachmittag schließlich ein gemütliches Restaurant mit ghanaischen Speisen vorfanden, war der Hunger noch immer quasi inexistent. So begnügte ich mich lediglich mit einem Guiness-Malt als Erfrischung. Es schmeckt wie das heimische Karamalz und der Zuckergehalt ist natürlich dementsprechend…
Egal, ein paar Kalorien kurbelten wir beim Weiterweg über das ghanaische Land noch weg, bis wir nach knapp 70 Kilometern schließlich den Ort Kikam erreichten und dort eine kleine Pause am Strand einlegen wollten. Direkt neben dem Pausenplatz entdeckten wir ein luxuriöses Privatanwesen mit weitläufigem Garten und direktem Strandzugang. Hier zu übernachten wäre eigentlich schon ein Traum…andererseits hätten wir aber auch locker noch eine Stunde weiterfahren können.
Als wir jedoch Personen auf dem Grundstück wahrnehmen konnten, handelten wir getreu dem Motto „Fragen kostet nichts“.
Ich ging zum Eingang des Grundstückes und kam ins Gespräch mit zwei wahrlich charmanten, ghanaischen Damen, denen ich kurz unser Anliegen schilderte. Erst verstanden sie mich miss und wollten mir den Weg zum nächsten Hotel leiten, ehe ich meiner Erklärung des Reisens mit dem eigenen Zelt noch einmal Nachdruck verlieh.
Schließlich wurde ich verstanden und zu meinem Überraschen wurde uns in Verbindung mit einem willkommenheißenden Lächeln angeboten, neben den Sitzgelegenheiten des Gartens unsere Zelte aufzuschlagen. Wow, was für eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit! Was wohl in Europa als Reaktion gekommen wäre, wenn ich den Besitzer irgendeines Luxusgrundstückes am Strand oder einem See nach Campieren auf selbigem gefragt hätte?!

Sogar eine Gartendusche fanden wir vor. Eine Wohltat für die Körperhygiene nach wiedermal einer halben Woche ohne jede Duschmöglichkeit. Das Bad im Meer mit direktem Zugang durfte natürlich auch nicht fehlen.
Es war der perfekte Schlafplatz: Paradiesisch, sicher und auch etwas ab vom Schuss und dementsprechend ruhig. Vielleicht war ich aber auch einfach nur müde, denn mir fielen um halb 10 einfach die Augen zu und ich wachte erst am nächsten Morgen wieder auf. Später kamen nämlich noch zwei Leute und unterhielten sich relativ rücksichtslos in wenigen Metern Entfernung zu unserem Zelt. Zudem musste sich Jannick wohl noch übergeben, da er sich nachmittags gekochte Eier am Straßenrand für das Abendessen holte. Tja, diese Eier waren wohl nicht mehr ganz frisch…ich jedenfalls war im Land der Träume und bekam erstaunlicherweise von all dem nichts mit, bis es Jannick mir am nächsten Tag erzählte.
Ohne Hitze und mit angenehmer Meeresbrise wachte ich in ausgeschlafenem Zustand auf. Jannick hingegen wirkte aufgrund seiner leichten Lebensmittelvergiftung nicht ganz fit und schlief dementsprechend auch länger. Ich genoss den Vormittag mit einem Bad im Meer sowie ausführlichem Frühstück. Die Etappe von nur noch 50 Kilometern bis zur Burg war ja auch entspannt.

Schließlich konnte sich auch Jannick langsam berappeln und wir kamen um kurz vor 12 Uhr los. Es ging weiter wie am Vortag: Kilometer um Kilometer immer der Hauptstraße folgen, immerhin mit so manchem coolen Blick auf die Küste.

Zur Mittagspause gab’s mit Fufu diesmal ein klassisch ghanaisches Gericht – und wie so oft verbrannte ich mir halb den Mund bei der aus Chillis, Pfeffer und ungekochten Zwiebeln bestehenden Suppe, in welche der Maniokknödel und der Hähnchenschenkel getränkt wurden. Afrika härtet in vielerlei Hinsicht ab!
Später mussten wir nochmals eine längere Zwangspause einlegen, als eine Tankstelle am Weg eine Toilette besaß. Die Nachwirkungen von Jannicks Abendessen waren doch noch spürbar. Bis sich seine Verdauungsorgane nachhaltig beruhigten, vergingen fast 45 Minuten. Gut, dass es nur noch 23 Kilometer bis zur Burg waren.
Noch besser, als wir fünf Kilometer später auf die vermeintliche Gravelpiste abbogen, die jedoch überraschenderweise nun komplett asphaltiert war. Ghana rüstet nämlich insbesondere hinsichtlich Straßenbau aktuell deutlich auf. Wir nahmen es gerne, waren wir doch so deutlich schneller als gedacht und kamen bereits um halb 5 an dem Ford Fredericksburg.

Die beiden Guides Nee und John empfingen uns hier. Wir fragten nach einer Übernachtung auf der Burg, woraufhin der Preis von 100 Cedis pro Person und Nacht als Erstangebot festgesetzt wurde. 100 Cedis?! Das konnten wir uns leider nicht leisten in unserer aktuellen Situation, wo wir nur von unserem gewechselten Bargeld an der Grenze lebten.
Wir erklärten unsere Lage mit den gesperrten Kreditkarten und fragten, ob wir nicht 100 Cedis für ein geteiltes Zimmer pro Nacht zahlen können. Als wir zudem erwähnten, dass wir Deutsche seien, waren die beiden gleich viel wohlgesonnener gegenüber uns. Sie waren einverstanden und versicherten uns, dass sie uns jeden Wunsch erfüllen würden, den wir haben. Zudem könnten wir so lange bleiben, wie wir wollen.
Der Hintergrund ist, dass die deutsche Regierung erst vor Kurzem Mittel bereitgestellt hatte, um die Burg zu modernisieren. Zudem gingen die preußisch-brandenburgischen Siedler um den Kurfürsten Friedrich Wilhelm, die den Fort 1672 erbaut haben, mit den Einheimischen wohl sehr respektvoll um und waren nur begrenzt an Sklavenhandel interessiert. Dieser wurde erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts beim Verkauf an niederländische Kolonialisten intensiviert.
Wir hatten also für drei Euro pro Person und Nacht ein Bett, hatten eine Küche sowie eine große Terasse mit Aussicht auf den angrenzenden Ort und das Meer von dem Hügel, auf welchem der Ford erbaut wurde. Perfekt für ein paar Tage Entspannung, da wir ja eh alle Zeit der Welt haben!

Für kleines Geld servierte der Leiter der Burg einem sogar ein köstliches Abendessen sowie Frühstück. Hinzu kam, dass wir die einzigen Gäste waren und die ganze Burg quasi für uns alleine hatten. Zudem bestand wohl die Möglichkeit, in der näheren Umgebung an einer Lagune, die das Festland vom offenen Meer des atlantischen Ozeans trennt, Affen und sogar Krokodile zu beobachten.
Wir beschlossen schnell, dass wir an diesem Ort zwei statt nur einen vollen Tag verbringen möchten. Da wir aufgrund unserer Geldprobleme mit Lucas den Kontakt wieder aufgenommen haben, war dieser ebenfalls interessiert an unserem Aufenthaltsort und überlegte, noch einmal zu uns zu kommen. Dann sollte er aber wohl besser sagen, dass er Deutscher sei und kein Niederländer 😉
Am nächsten Morgen unseres ersten vollen Tages ließen wir es entspannt angehen und genossen die Ruhe auf der abgeschiedenen Burg. Lucas meinte, er sei 84 Kilometer entfernt. Nachdem er sich lange nicht meldete, waren wir skeptisch, dass er heute noch auftaucht. Zudem zeigte sich das Wetter ausnahmsweise regnerisch, sogar ein kurzer Spaziergang in den Ort, um Lebensmittel einzukaufen, geriet zu einem wahren Regentanz.
So schön der Ort zudem auch war: Die Lebensmittelauswahl war sehr begrenzt. Es gab ein paar Tomaten, Sardinen in der Dose, Süßgebäck und Eier. So bestand die Ernährung abseits der bereitgestellten Mahlzeiten mehr oder weniger aus letzterem…
Nach Wetterbesserung am Nachmittag ließen wir uns von Nee über die Anlage führen. Er hatte durchaus abweichende Ansichten von anderen Guides, die mich bisher über koloniale Burgen und Handelspunkte in Afrika geführt haben. Laut seiner Aussage mache es keinen Sinn, sich als Afrikaner über die Europäer aufzuregen und von ihnen Reparaturzahlungen zu verlangen für eine Zeit, die mehrere 100 Jahre zurückliegt und für die keiner der aktuellen Politiker mehr verantwortlich ist.
Man sollte stattdessen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Welt in Zukunft zu einem besseren und sichereren Ort machen. Zudem seien die betroffenen Länder auch nicht ganz unschuldig: Zu der Zeit des Kolonialismus gab es weder GPS noch andere zur heutigen Zeit vergleichbare Informationsquellen. Die Siedler hätten die potenziellen Sklaven erstmal im Dschungel bergen müssen und hatten keine Ahnung, wo genau sie suchen müssen.
Sie erhielten jedoch die Hilfe von Einheimischen und Stammesmitgliedern, die ihnen die Sklaven brachten und dadurch mit Geld und Rohstoffen belohnt wurden. Das ganze funktionierte quasi nur in der Art und Weise, weil die Einheimischen das Spiel gewissermaßen mitspielten und sich durch die Belohnungen der Kolonialisten locken ließen. Man könne daher seine Eigenverantwortung nicht einfach so abgeben, getreu dem Motto „die bösen Europäer!“. Es gehören gewissermaßen immer zwei Parteien dazu. Eine sehr differenzierte und reflektierte Sicht der Dinge, die ich ansonsten einfach mal unkommentiert lasse.

Er führte uns währenddessen durch die Räumlichkeiten der Burg und gab uns weiters einen Einblick über die Zeit, als die Burg in brandenburgisch-preußischer Hand war. 40 Soldaten waren auf der Burg stationiert. Doch schon damals hatte man mit den für Mitteleuropäer unwirtlichen klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Zudem war die medizinische Versorgung natürlich kaum gegeben. In Verbindung mit Krankenheiten wie Malaria musste die Besatzung alle paar Jahre fast komplett ausgetauscht werden.
Zum Abschluss der Führung zeigte Nee uns die malerische Felsküste am Fuße des Burghügels und klärte uns auf, warum der südlichste Punkt Ghanas „Cape Three Points“ heißt: Aufgrund einer perfekten „3“ an der Küstenlinie.


Nach der lehrreichen Führung ließen wir den Tag beim Abendessen ausklingen, als in der Dunkelheit auf einmal ein bekanntes Gesicht hinter uns stand: Es war tatsächlich Lucas, der ohne Ankündigung auf einmal hier aufschlug. Das kam wahrlich unerwartet! Immerhin waren Nee und John sehr spontan und richteten im noch ein Zimmer auf der Burg her, sodass wir uns schneller als gedacht wiedersahen.
So verbrachten wir den zweiten vollen Tag gemeinsam und deckten uns wiederum ein am örtlichen Markt. Hier gab es sogar wieder Bissap-Saft, der diesmal jedoch mit Ingwer gemischt war und daher etwas gesünder und weniger süß schmeckte. An das Brennen im Rachen hat man sich ja mittlerweile gewöhnt 😉
Ein neues kulinarisches Highlight war Maissaft, natürlich wieder mit jede Menge Zucker gemischt. Es ist nicht Jedermanns Geschmack, ich konnte es aber gut trinken 😉

Wir überlegten, ob wir an diesem Tag noch die Krokodile und Affen beobachten sollten. Die beiden Guides empfahlen jedoch eine Tour am nächsten Morgen um 6 Uhr zum Sonnenaufgang. Nach etwas Diskussion konnte ich auch die beiden Langschläfer von dem Vorhaben überzeugen: „Pennen könnt ihr wieder daheim. Das ist es wert!“
So statteten wir nur noch dem Strand von Princess Town einen kleinen Besuch zum Sonnenuntergang ab und ließen uns von den Wellen durchspülen im perfekt flachen Atlantik mit Badewannentemperatur.



Hellwach schmiss ich am nächsten Morgen als Frühaufsteher die verschlafenen Kollegen aus dem Bett, ehe wir nach einem Kaffee um kurz nach 6 Uhr auf dem Weg in die Bucht waren. Das Wetter zeigte sich leider alles andere als vielversprechend: Dunkle Wolken, die Regen ankündigten.
Unbeirrt liefen wir jedoch zur Lagune und setzten uns in ein Kanu, um hinauszupaddeln. Jedoch frischte in Schauernähe auch der Wind spürbar auf. Bedingungen, wo die Tiere lieber Unterschlupf suchen. Ein paar Affen konnten wir in den Mangroven entlang des Ufers sehen. Schnell entschied aber der Guide John, dass es so wenig Sinn mache. Schnell war die Tour so beendet und stattdessen bummelten wir in aller Herrgottsfrühe noch einmal über den Markt, um Frühstück zu holen, bevor wir wieder bei einem Kaffee auf der Burgterasse saßen.


Tja, manchmal macht einem halt das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Aber wir haben ja noch genug Länder vor uns, um das nachzuholen…
So verbrachten wir stattdessen noch einmal einen ruhigen Vormittag, ehe wir mittags langsam wieder unsere Sachen zusammenpackten. Das Ziel war der Campingplatz „Escape three points“ unweit vom südlichsten Punkt Ghanas, 15 Kilometer entfernt.
So machten wir uns wenig Stress und kamen erst um 14 Uhr los, nach herzlicher Verabschiedung von den beiden Burgleitern sowie dem kurzen Treffen von deutschen Touristen aus Berlin. Das Paar war im Urlaub und wollte unbedingt einmal diese Burg sehen, wenn sie schon von einem brandenburgischen Kurfürsten errichtet wurde. Da sage ich nur: Genießt die Burg, für euch ist es dann ja gewissermaßen ein „wahres Heimspiel“!

Wir jedenfalls machten uns wieder auf den Weg. Diesmal ging es tatsächlich auf eine Gravelstraße. Leider versuchten wir (bzw. ich) mal wieder, über Komoot eine Abkürzung zu fahren – mal wieder endete es im Abenteuer.
Bis zum letzten Küstenort vor dem Kap lief alles ohne Probleme. In dem Ort war die Piste jedoch bereits so sandig, dass wir stellenweise schieben mussten. Auch nach Verlassen der Ortschaft kamen wir hauptsächlich schiebend voran.


Dann kam jedoch der absolute Hammer: Komoot wollte uns über einen schmalen Wandertrail mit blockgroßen Steinen führen. Ein Blick auf die Karte zeigte: Die Alternative wäre, wieder zurück auf den Asphalt zu fahren und anschließend ganz außenrum zu fahren, ca. 10 bis 15 Kilometer Umweg. Ich checkte den Wandertrail ab: Nach wenigen hundert Metern und über 80 Höhenmetern war das Gelände wieder fahrbar. Wir standen vor der Wahl: Umkehren und außenrum fahren oder Augen zu und durch und das Fahrrad einmal den Hügel hochwuchten.
Da Lucas ebenso wie ich für die letztere Option war, überstimmten wir Jannick und die schweißtreibende Schieberei begann. 25 Minuten brauchten wir für die vielleicht 800 Meter, ehe der höchste Punkt des Hügels erreicht war und wir wieder fahren konnten. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen: Der Ausblick von dort oben war die Anstrengung definitiv wert! Komoot, ich hasse und liebe dich zugleich!


Nach den letzten hundert Metern wieder fahrbaren Trails ging es dann auch wieder auf eine komfortablere Gravelstraße, die über eine steile Abfahrt wieder ans Meer zum kleinen Dorf vor dem Kap mit Leuchtturm führte. Von hier aus war der südlichste Punkt Ghanas in wenigen hundert Metern erreicht. Es war zwar bereits nach 16 Uhr, doch wir nahmen uns ein wenig Zeit, um ein wenig den Ort zu erkunden sowie die riesigen Wellen zu bewundern, wie sie gegen die Klippen donnerten.



Bereits kurz vor Sonnenuntergang legten wir schließlich die letzten drei Kilometer zum an einem malerischen Strand gelegenen Campingplatz zurück. Auch hier mussten wir beim Einchecken verhandeln, da die Preise in Ghana aufgrund der Inflation wohl alle nach oben gegangen sind. Eine Übernachtung mir Zelt kostete nun 80 statt 50 Cedis. Schließlich ließ man uns für eine Nacht aber für letzteren Preis übernachten.
Hier sollten wir uns nun endgültig von Lucas trennen. An dem Campingplatz wollte er nämlich ein ein paar Wochen als Volunteer arbeiten, ehe er sein Abenteuer beenden und heimfliegen wird.

Standesgemäß stießen wie bei ghanaischem Bier auf unseren letzten gemeinsamen Abend an. Interessant war zudem, dass dieser Campingplatz der erste wirklich touristische Ort seit der Zebrabar am Beginn von Senegal war, gespickt von europäischen Touristen. Auch Deutsche waren vertreten. Zudem ein Franzose, der seit längerer Zeit in Ghana arbeitet und laut eigener Aussage sich kaum vorstellen kann, seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Europa zu verlagern, da die steuerliche Belastung dort einfach zu hoch sei.
Zudem, so erklärte er, sei Ghana nicht de facto ein armes Land. Mit entsprechenden Voraussetzungen und Ausbildung könne man sehr gutes Geld verdienen. Das Problem ist jedoch, dass die Schere zwischen dieser Gruppe und den „einfachen Arbeitern“ enorm groß sei. Diese werden insbesondere von den Führungspersönlichkeiten ausgebeutet, verdienen umgerechnet vielleicht 200 Euro im Monat und müssten sogar ihr Wasser während der Arbeit selber besorgen, weil die Führungskräfte sich sogar diese ein bis zwei Euro lieber selbst in die Tasche stecken würden.
Bis Mitternacht genossen wir die gesellige Atmosphäre am Campingplatz, ehe wir am nächsten früh geweckt wurden von der Sonne und damit einhergehender Hitze. Nach Frühstück und einem entspannten Vormittag war der Abschied nun wirklich gekommen.
Wir hatten nun immerhin Glück, dass an diesem Campingplatz Kartenzahlung funktionierte (na gut, bei Karten, die nicht geblockt sind 😉). So mussten wir im Restaurant ausnahmsweise nicht aufs Geld schauen und konnten Lucas das Geld klassisch überweisen, der unsere gesamte Rechnung bezahlte. Sonst wärs wohl kaum etwas mit dem ein oder anderen Abschiedsbier geworden 🍺
Leider zog sich die Abrechnung jedoch noch einmal die Länge, da die Erfassungssysteme hier trotzdem noch nicht so modern sind wie daheim. Um halb 2 rollten wir schließlich nach all der Abschiedsstimmung wieder. Das nächste Ziel war die 50 Kilometer entfernte Stadt Takoradi, wo wir mit einem Warmshowers-Host verabredet waren – der erste in Afrika bzw. seit Portugal. Bis dahin musste dieser nicht ganz leichte Weg aber erst einmal in einer Halbtagesetappe hinter sich gebracht werden…


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